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Widerstandskämpfer Jatta soll Konkurrenz beim HSV bekommen

In der abgelaufenen Saison kämpfte sich Bakery Jatta beim HSV aus scheinbar auswegloser Lage zurück, weil er umgeschult hat. Seine Konkurrenten hat er verdrängt, aber nun bemüht sich der Vorjahres-Aufsteiger um Frankfurts Elias Baum.

Frankfurts Baum im Visier

Am 8. Juli bittet Merlin Polzin nach zweitägigen Leistungstests im dänischen Helsingör im Rahmen einer ersten Reise zum offiziellen Auftakt der Hamburger Sommervorbereitung. Erinnerungen an das erste Sommer-Trainingslager des vergangenen Sommers in Herzogenaurach rufen bei Bakery Jatta ein mulmiges Gefühl hervor. Der Gambier war als Offensivspieler ohne Perspektive, aktuell ist er als rechter Schienenspieler die Nummer 1.

Polzin lobt Fleiß auf dem Platz und bei der Videoanalyse

Beim Blick auf den Trainingsplatz des Home Ground in Herzogenaurach hatte es im Juli 2025 erstmals ein Bild gegeben, das in den Folgewochen zur Gewohnheit wurde: Wenn Hamburgs Trainer in Übungsformen Elf-gegen-Elf spielen ließ, war für Jatta zumeist kein Platz, allein musste er Runden drehen oder separat Ballübungen absolvieren. Nach einem Jahr voller Verletzungsprobleme war das Urgestein (seit 2016 im Verein) in der Hierarchie der Flügelstürmer abgestürzt, sollte abgegeben werden. Polzin sagt offen: „Wir haben harte Gespräche geführt.“

Jatta, bis 2029 vertraglich gebunden, lehnte einen Wechsel ab, auch ein Leihgeschäft zum VfL Bochum und zu Ex-Trainer Dieter Hecking zog er nicht in Betracht – der scheinbar aussichtslosen Situation zum Trotz. Dann nutzte er die Schwachstelle des HSV, um wieder in eine starke Position zu kommen. Weil der für die rechte defensive Außenbahn von Schachtar Donezk als Soforthilfe ausgeliehene Giorgi Gocholeishvili taktische Nachlässigkeiten offenbarte und dessen Backup William Mikelbrencis seine eklatanten Stellungsfehler nicht abgestellt bekam, schulte Jatta um – vom Stürmer zum Verteidiger. Und vom Abstellgleis auf die rechte Schiene. Im Stile eines Widerstandskämpfers.

Seinem Trainer nötigt die Beharrlichkeit und die Bereitschaft zur Umschulung Respekt ab. „Baka hat sehr viel Fleiß aufgebracht, was das Training, aber auch was Videoanalysen anbelangt.“ Die Folge: Ab dem Ende der Hinserie war der 28-Jährige gesetzt, spielte immer, wenn er gesund war. Und: Gocholeishvili wurde nicht weiterverpflichtet, Mikelbrencis‘ auslaufender Vertrag nicht verlängert. Stand jetzt, ist Jatta der einzige rechte Schienenspieler im Kader.

Größere Konkurrenz bei Baum

Klar ist mit Blick auf die Transferphase aber auch: Er wird nicht konkurrenzlos in seine elfte HSV-Saison starten – weil Jatta bei aller defensiver Verlässlichkeit zu häufig seine fußballerischen Defizite nicht kaschieren kann. Und weil Sportdirektor Claus Costa für die in der Vorsaison offensichtliche Problemposition nach Verstärkung fahndet.

Ins Visier genommen hat er vor allem Elias Baum, der in Frankfurt eine enttäuschende Saison mit nur fünf Einsätzen hinter sich hat. Aber: Im Bemühen um den 20-Jährigen haben die Hanseaten gleich mehrere Mitbewerber. Laut „Bild“ sollen auch Werder Bremen, der FC Augsburg und Aufsteiger Schalke um den U-21-Nationalspieler buhlen.

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