Als letzter WM-Teilnehmer hat auch Miro Muheim das Training beim Hamburger SV wieder aufgenommen. In den kommenden Wochen wird es darum gehen, ob es die letzte Sommervorbereitung des Schweizers in Hamburg ist.
HSV-Verteidiger hat WM-Urlaub beendet
Aus Hamburgs Trainingslager in Herzogenaurach berichtet Sebastian Wolff
Das eng anliegende und ärmellose blaue Trainingsshirt gewährt während der schweißtreibenden Einheit auf dem Home Ground Einblicke, dass Miro Muheim auch während des Sonderurlaubs nach dem Viertelfinal-Aus mit der Schweiz bei der WM intensiv gearbeitet hat. Seit dem Start des dritten Trainingslagers in Herzogenaurach ist der Linksverteidiger zurück beim HSV – aber für wie lange?
Polzin begrüßte den Schweizer mit einem Videoclip
Stand jetzt, absolviert Muheim seine letzte Sommervorbereitung als Hamburger. Der Vertrag des 28-Jährigen endet 2027, Zukunftsgedanken, erklärt der Schweizer, habe er bislang jedoch beiseitegeschoben. „Ganz ehrlich: Ich war jetzt erst mal im Urlaub, habe nicht darüber geredet und noch nicht nachgedacht. Ich kann nur sagen, dass ich den Verein sehr mag und dass ich mich hier wohlfühle. Aber zu allem anderen kann ich jetzt noch nichts sagen.“
Vor der Weltmeisterschaft galt Muheim als möglicher Verkaufskandidat, entscheidend ins Schaufenster indes hat er sich trotz des historischen Vordringens mit den Eidgenossen ins Viertelfinale nicht. Beim Auftakt gegen Katar (1:1) unterlief ihm als Defensiv-Joker ein unglückliches Eigentor, dazu erlitt er eine Oberschenkelblessur und fiel zwei Spiele aus.
Muheim verrät mit Blick in den Rückspiegel: „Ich habe versucht, positiv zu bleiben. Nach dem ersten Spiel und meiner Verletzung war das schwer. Da denkt man sich: ‚Puh, das ist schon hart.‘ Aber ich habe hart gearbeitet, um noch mal zurückzukommen. So konnte ich es für mich selbst ein bisschen wiedergutmachen. „
Muheim kam tatsächlich zurück, lieferte und sammelte in der K.-o.-Runde positive Eindrücke und sagt: „Ich versuche jetzt, die positive Energie mitzunehmen, freue mich sehr auf die Saison.“ Ein Abschied ist aktuell kein Thema, Gespräche über die Zukunft sollen von Vereinsseite aus zeitnah aufgenommen werden.
Montag vor dem Aufbruch nach Herzogenaurach wurde er von den Teamkollegen und dem Trainer mit einem kleinen Videoclip, der aus WM-Sequenzen bestand, wieder im Kreise des HSV Willkommen geheißen. Merlin Polzin berichtet von einem Austausch mit seinem Führungsspieler, bei dem dessen Zukunft aber ganz bewusst ausgespart wurde. „Wir haben einfach über seine Zeit beim Turnier gesprochen, aber noch nicht über das, was bei ihm künftig ansteht.“
Herausforderer Lemke macht es gut
In Muheims Abwesenheit hat sich Youngster Louis Lemke auf der linken Seite in den Vordergrund gespielt und die meisten Einsatzminuten während der bisherigen drei Testspiele gesammelt. „Ich habe mitbekommen, dass Louis es gut gemacht hat,“ sagt der Platzhirsch und erklärt: „Ich freue mich für ihn. Er hat schon in der letzten Saison gut zugehört und viel gelernt.“
Nach der Rückkehr aus dem Camp im Home Ground, am Samstag gegen Lille OSC, wird auch Muheim wieder seine ersten Minuten im HSV-Trikot sammeln. Und sich in den darauffolgenden Tagen und Wochen ganz sicher auch mit seiner Zukunft beschäftigen.

