Vor den beiden Härtetests gegen Real Sociedad San Sebastian ist die Euphorie rund um den 1. FC Köln groß. René Wagner sucht die passenden Kombinationen – und gibt sich auf der Suche nach externen Verstärkungen geduldig.
Köln vor Doppel-Test gegen San Sebastian
Zweieinhalb Wochen vor dem ersten Pflichtspiel klaffen im Kader des 1. FC Köln noch ein paar Lücken, die es zu füllen gilt. Doch Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler betonte unlängst, dass nicht der am frühesten zusammengestellte Kader, sondern der mit der bestmöglichen Qualität letztlich für das beste Ergebnis sorgen wird. Entsprechend geduldig geht der FC mit der Suche nach den passenden Puzzleteilen um.
Eine Stammkraft für das defensive Mittelfeld wird ebenso benötigt wie ein zweiter Linksverteidiger. Vorn braucht es zudem eine verlässliche Ache-Alternative sowie mindestens einen Neuzugang für die Reihe hinter der Sturmspitze. Immerhin: Dort steht der FC vor der Ausleihe von Tottenham-Talent Mikey Moore (18), der sowohl auf den Flügeln als auch als Spielmacher auf der Zehn agieren kann und gewissermaßen Jakub Kaminski beerben könnte. Mit Gil Neves (18) ist ein weiterer Transfer vor dem Abschluss, der junge Zentrumsspieler von Benfica Lissabon ist allerdings nicht die benötigte Sofortverstärkung.
Nicht vollständig, aber mit Vollgas
„Auch in der letzten Saisonvorbereitung, wo ich noch kein Cheftrainer war, kamen Spieler spät zu uns“, nahm René Wagner die Situation am Donnerstag gelassen. „Das gehört zum Geschäft, vor allem im Jahr, in dem eine WM gespielt wurde.“ Nach einem großen Turnier drehen sich die Uhren auf dem Transfermarkt traditionell etwas langsamer. „Nichtsdestotrotz geben alle Jungs, die hier sind, Gas. Wir haben einen guten Kader zusammen, wollen uns natürlich noch auf ein, zwei Positionen verstärken und dann schauen wir weiter, wenn die Jungs hier sind.“
Für die bislang härtesten Tests gegen Real Sociedad San Sebastian, am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit und am Samstag (15.30 Uhr) im Stadion, wird Wagner seine Lücken aber noch mit Spielern aus den eigenen Reihen, wie etwa den U-21-Talenten Kristiyan Irmiev oder Patrik Kristal für die unterbesetzte Mittelfeldzentrale, stopfen müssen. Die Partien nutzt der FC nicht nur in den Details auf dem Rasen, sondern auch abseits dessen als Vorbereitung auf die Pflichtspiele.
„Wir wollen als Staff und Mannschaft schon ein bisschen in die Spieltagsabläufe kommen. Wir machen eine normale Analyse, wollen uns gut vorbereiten“, verriet Wagner. „Und dann geht es trotzdem darum, sich gut zu präsentieren und für einige auch das erste Mal die vollen 90 Minuten Fußball zu spielen.“ Zumindest für die, die schon so weit sind. Neuzugang Gideon Mensah etwa, wird nach seiner hartnäckigen Krankheit noch nicht die volle Distanz gehen können.
Bei den Basken erwartet der FC-Trainer, dass „die meisten ihrer Startelf-Kandidaten eher am Samstag auflaufen“, wie die Kölner es selbst handhaben, ließ er derweil noch offen. „Es wird am Freitag und am Samstag noch nicht das Endergebnis sein“, sagte Wagner mit Blick auf die Aufstellung – auch, weil die Kölner in der Woche darauf noch eine bislang nicht terminierte Generalprobe planen.
Euphorie und die Suche nach den richtigen Kombinationen
„Es geht immer darum, die beste Kombination an Spielern zu finden. Und dafür muss man in diesen Spielen auch mal etwas ausprobieren, was vielleicht noch nicht so im Kopf ist“, erklärte der Coach die Suche nach der richtigen „Mischung“ für die Tests. „Für uns geht es darum, die Spieler unter Druck zu sehen und sie danach erneut zu bewerten, um letztlich in Würzburg die finale erste Elf auf dem Platz zu haben.“
Zumindest die Euphorie in Köln hat längst wieder Bundesliga-Charakter erreicht. Der Trainingsplatz war am Donnerstag rappelvoll, für den Test am Samstag sind bereits 33.000 Tickets verkauft. „Es ist jetzt meine fünfte Sommervorbereitung beim 1. FC Köln und ich hatte noch nie das Gefühl, dass da keine Euphorie ist“, freute sich auch Wagner über die Kulisse. „Vor allem in unserer Stadt, da sind alle verrückt nach dem 1. FC Köln und freuen sich, dass es wieder losgeht. In den Ferien sind die Kinder mit den Familien da, es macht einfach Spaß, so zu trainieren.“ Und genau so, gemeinsam als Stadt und Verein, will Köln die Saison auch angehen – bis zum Start allerdings noch mit dem einen oder anderen Neuzugang mehr.

