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Funken und Faustpfand: Der Werder-Mythos soll wieder planbarer werden

Das Weserstadion wird 100: Eine Legenden-Elf von Real Madrid gastiert in Bremen, wo kürzlich wieder öfter Außergewöhnliches möglich war – und weiterhin sein soll.

100 Jahre Weserstadion

Am Samstagabend soll in kürzester Zeit schon die nächste grün-weiße Sause am Bremer Osterdeich stattfinden – diesmal jedoch ist sie bereits von langer Hand geplant: Nachdem die zwei bisherigen Heimspiele der neuen Bundesliga-Saison vor drei Wochen beim 3:1-Sieg gegen RB Leipzig erst überraschend und vor einer Woche bei der 3:2-Wende gegen den FC Augsburg dann sogar höchst spektakulär zum Stimmungsbeben gerieten, ist „das Legendenspiel“ zwischen einem Bremer Ensemble und einer Auswahl von Real Madrid von vornherein als Party angedacht.

Anlässlich des 100. Geburtstags des Weserstadions am 17. Oktober werden sich ab 18.30 Uhr nun also hochangesehene Ex-Profis wie Torsten Frings, Ailton, Naldo, Angelos Charisteas oder Diego auf Werder-Seite (gecoacht von Thomas Schaaf und Otto Rehhagel) sowie hochdekorierte Alt-Internationale wie Pepe, Claude Makelele oder Esteban Cambiasso auf Seiten der Gäste einen unterhaltsamen Schlagabtausch liefern – und mit aller Wahrscheinlichkeit für das nächste atmosphärische Hoch im fußballerischen Wohnzimmer der Stadt sorgen.

„Mal sehen, ob das Dach wieder abhebt“

In Christian Groß ist auch ein Mitglied der aktuellen Bremer Profi-Mannschaft Teil des Spektakels; der Co-Trainer wurde zwei Jahre nach seinem Karriereende bei Werder für das Mittelfeld reaktiviert. Coach Daniel Thioune meinte dazu süffisant: „Ich habe jetzt gesehen, dass Grosso zu den Legenden gehört. Maximal beeindruckend für mich bei den ganzen anderen Legenden, die noch da sind …“ Der 52-Jährige erwartet jedenfalls einen ereignisreichen Abend im Weserstadion: „Mal sehen, ob das Dach ein weiteres Mal abhebt.“

Womit man beim aktuellen Werder-Bezug wäre: Nicht nur, dass die Heimstätte dieser Tage ein stattliches Jubiläum erfährt – fernab des traditionellen Mythos hat sie zuletzt auch wieder jene Magie erzeugt, für die die Bremer Mannschaft in ihren Heimspielen und im Einklang mit dem örtlichen Anhang in der Vergangenheit mal regelmäßig berüchtigt war.

Das Signal soll von den Werder-Profis ausgehen

In der Vorsaison wiederum war das bis auf zwei Ausnahmen kaum noch der Fall: Die Partie am 24. Spieltag gegen den 1. FC Heidenheim (2:0) beendete da seinerzeit eine Sieglosserie von 13 Spielen, und auch das Nordderby am 30. Spieltag gegen den HSV (3:1) offenbarte, dass es am Osterdeich theoretisch immer zum Schulterschluss zwischen Spielern und Zuschauern kommen kann; beide Siege waren letztlich essenziell für den Klassenverbleib. Nur ging dieses Signal in den vergangenen Monaten eben viel zu selten von den Profis aus.

In dieser neuen Saison wiederum war das in zwei von zwei Spielen der Fall – weshalb nach dem jüngsten 3:2-Sieg und zwischenzeitlichem 0:2-Rückstand gegen Augsburg auch Mitchell Weiser vom erneuten Energieschub von den Rängen sprach: „Ja, auf jeden Fall – das kann man nicht leugnen.“ Und doch bedürfe es immer auch der Funken, die idealerweise von der Mannschaft auf die Tribüne überspringen müssen, denn: „Für genau solche Spiele steht Werder für mich.“

Das Ziel: Außergewöhnliches planbar machen

Marco Grüll pflichtete ihm bei: „Wir wissen, was wir in diesem Stadion entfachen können.“ Die Verantwortlichkeit für diese „Wucht“, das betonte unlängst zudem Sportchef Clemens Fritz, liege jedoch auf dem Platz. Das Ziel und die Maßgabe sollen demnach sein, dass das Außergewöhnliche und derlei Erfolgserlebnisse in den ausstehenden 15 weiteren Heimspielen wieder planbarer werden – genauso wie das zu erwartende Spektakel am Samstagabend.

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