Vor genau einem Monat wurde der Vertrag von Max Eberl beim FC Bayern vorzeitig bis 2029 verlängert. Von Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge erhielt der 53-Jährige allerdings keine Ja-Stimme.
Bayern-Aufsichtsrat: „Dazu stehe ich“
Karl-Heinz Rummenigge hat nicht für die Vertragsverlängerung von Sportvorstand Max Eberl gestimmt. Er habe sich bei der Abstimmung enthalten, verriet Rummenigge, der beim Rekordmeister im Aufsichtsrat sitzt.
„Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich bei der Verlängerung mit Max mit ‚Nein‘ stimmen soll. Erst im Verlauf der Sitzung habe ich mich entschieden, mich zu enthalten“, sagte Rummenigge im Gespräch mit der Abendzeitung: „Dazu stehe ich.“
Bayern München hatte Ende August die Verträge von Eberl und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bis 2029 verlängert. Beide Verträge wären ursprünglich 2027 ausgelaufen.
Eberl hatte den Posten beim FC Bayern, bei dem er in der Jugend selbst aktiv war, im März 2024 angetreten, nachdem er rund ein halbes Jahr vorher bei RB Leipzig aufgrund „fehlenden Commitments“ beurlaubt worden war, da er Fragen um ein mögliches Engagement in München intern wie extern ausweichend begegnet war. Danach holte Ehrenpräsident Uli Hoeneß seinen langjährigen Wunschkandidaten zurück in den Verein.
Hoeneß‘ 60:40 -Aussage – und die Entschuldigung
Allerdings verliefen die ersten Monate nicht ohne Nebengeräusche. Bei der lange erfolglosen Trainersuche im Jahr 2024 kam erstmals Kritik auf. Intern hieß es zudem, Eberl würde gegenüber Spielern und Beratern zu großzügig mit den Finanzen umgehen.
Im vergangenen Mai hatte Hoeneß rund um das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart erklärt, dass intern Zweifel an Eberls Zukunft bestünden und dessen Chancen auf eine Vertragsverlängerung „bei 60 zu 40“ stünden. Der Sportvorstand reagierte irritiert. Ende Juli entschuldigte sich Hoeneß für seine Aussagen, wenige Wochen später folgte die Vertragsverlängerung.
Bei Rummenigge scheint die Skepsis hingegen noch nicht verflogen zu sein. Für den 71-Jährigen sei „wichtig“ gewesen, „dass ich meine Entscheidung unabhängig treffe und mich nicht durch eine vorherige Empfehlung präjudizieren lasse“. Rummenigge betonte zudem, ihm hätten einige Dinge im Vorfeld der Abstimmung nicht gefallen. Dies habe er intern kommuniziert.

