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Vom Top-10-Ziel ist RB Leipzig meilenweit entfernt

Nach einer Saison ohne internationalem Wettbewerb ist RB Leipzig zurück in der Champions League. Doch vom ausgesprochenen Ziel, in die Riege der Top-10-Klubs Europas vorzustoßen, sind die Sachsen meilenweit entfernt, kommentiert kicker-Chefreporter Oliver Hartmann.

In Europa von Platz 9 runter auf 45

Tatjana Haenni, seit Jahresbeginn CEO von RB Leipzig, hat im Frühjahr das Ziel ausgegeben, in Zukunft ein Top-10-Klub im europäischen Fußball sein zu wollen. So wie es der Verein vor zwei Jahren schon einmal war, als RB in der UEFA-Rangliste der Klubkoeffizienten den neunten Platz belegte und bei der Auslosung der Gruppenphase der Champions League in Topf 1 der vermeintlich stärksten Klubs eingeteilt war.

Seitdem aber hat der prominenteste Ableger aus dem Fußball-Imperium von Red Bull auf internationaler Ebene einen schmerzhaften Absturz hinnehmen müssen. Die Champions-League-Saison 2024/25 verlief mit sieben Niederlagen in acht Vorrunden-Spielen desaströs, vor einem Jahr qualifizierte man sich bekanntlich für gar keinen internationalen Wettbewerb. Im aktuellen UEFA-Ranking ist RB daher nur noch auf Platz 45 zu finden – noch hinter AZ Alkmaar, Bodö Glimt und Viktoria Pilsen. Und bei der anstehenden Auslosung für die Gruppenphase der Champions League sind die Leipziger nur noch in Topf 3.

Die Top-10-Rückkehr ist unrealistisch

Dass die von Haenni angestrebte Rückkehr in Europas Top 10 kein ambitioniertes, sondern ein unrealistisches Ziel ist, hat auch dieser Transfersommer bewiesen. Aus wirtschaftlicher Sicht war es unumgänglich, das 125-Millionen-Angebot von Real Madrid für Yan Diomande anzunehmen. Sportlich aber ist der Abgang des ivorischen Unterschiedsspieler, von dessen 23 Scorerpunkten RB in der abgelaufenen Saison maßgeblich abhängig war, eine enorme Schwächung – und ein Signal, dass man nach wie vor nicht in der Lage ist, den wirklichen Großklubs auf dem Kontinent die Stirn bieten zu können.

Dort sind in den vergangenen Jahren reihenweise die Spieler hingezogen, für die RB Leipzig zu klein geworden war: Dani Olmo (FC Barcelona), Benjamin Sesko (Manchester United), Christopher Nkunku (FC Chelsea), Dayot Upamecano (FC Bayern), Josko Gvardiol (Manchester City), Ibrahima Konaté und Dominik Szoboszlai (beide FC Liverpool) sind dafür die prominentesten Beispiele.

Entpuppt sich Demichelis als der führungsstarke Impulsgeber?

Leipzig steht nicht nur wegen des Abgangs von Diomande, für den bislang keine neue Offensivkraft geholt wurde, vor einer ungewissen Zukunft. Sie wird maßgeblich davon abhängen, ob sich der einstige Bayern-Star Martin Demichelis in seinem ersten Bundesliga-Jahr als Trainer auch wirklich als der führungsstarke Impulsgeber entpuppt, den Oliver Mintzlaff und Jürgen Klopp in ihm sehen. Der Red-Bull-Geschäftsführer und sein mittlerweile ehemaliger Fußball-Chef waren die Drahtzieher der Entlassung von Ole Werner, der trotz Platz 3 und der mit zweitbesten Punkteausbeute der Leipziger Bundesliga-Geschichte (65) gehen musste, weil in den Augen der Bosse die RB-Auftritte zu selten nach Red-Bull-Fußball aussahen.

Den soll und will Demichelis liefern mit einem Kader, der in seiner aktuellen Zusammenstellung nicht besser erscheint als der vor einem Jahr. Und der trotzdem die Champions-League-Qualifikation erreichen muss, damit der Trainer bleiben darf.

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