Mit einem beherzten Auftritt gegen Dortmund untermauerte Hoffenheims Niederländer Mats Rots seine Ansprüche auf einen Stammplatz. An wem sich der 20-Jährige orientiert und wo er Landsmann Wouter Burger gerne den Vortritt lässt.
TSG-Zugang nennt Vorbilder
Mats Rots hat Verspätung. „Ich hoffe, ich kann erste Wahl werden auf der linken Abwehrseite und in die Startelf kommen. Wir werden es sehen beim Start in Köln“, hatte sich der Neuzugang in der Vorbereitung vorgenommen, doch zum Auftakt hatte Trainer Christian Ilzer noch Routinier Bernardo den Vorzug gegeben. Auch weil der Brasilianer etwas angeschlagen war, durfte nun gegen Dortmund Rots ran. Und der Niederländer untermauerte gleich mal seine Ansprüche.
„In Hoffenheim bereiten sie dich sehr gut auf die ganz großen Klubs vor“
„Eine Top-Leistung“ attestierte Ilzer seinem eher offensiv ausgerichteten Linksverteidiger, der seine speziellen Qualitäten mehrfach unter Beweis stellte. Das sind die Umschaltmomente, in denen Rots auch unter Gegnerdruck den Ball technisch sauber mitnimmt und mit beherzten Dribblings auch ins Zentrum und tief in die gegnerische Hälfte treibt und dort Unruhe und Überzahlsituationen schafft. Wie etwa in der Entstehung der Hoffenheimer 1:0-Führung.
„Einige Dinge kann ich richtig gut“, weiß der 20-Jährige, aber auch, „dass ich die aber manchmal nicht auf den Platz bringe, das muss ich kontrollieren und konstanter werden, um das in jedem Spiel abzurufen auf dem richtigen Level.“ Deswegen hat er den Schritt zur TSG gewählt. „Meine Karriere soll auf das nächste Level kommen. In Hoffenheim haben sie sehr viel Vertrauen in junge Spieler, und können sie sehr gut entwickeln. Sie bereiten dich sehr gut auf die ganz großen Klubs vor“, betont der aus Enschede geholte Rots, wo auch noch sein Bruder spielt, „die Bundesliga ist viel athletischer, man spielt gegen große Namen und jedes Spiel läuft auf einem sehr hohen Niveau. Es ist eine neue Herausforderung für mich, jede Woche gegen Topteams zu spielen.“
„Ich hoffe für ihn, dass Wouter Burger den Schritt ins A-Team vor mir schafft“
Die erste Auslandstation ist für den gebürtigen Groenloer eine überschaubare. „Hoffenheim ist auch nicht so weit weg von zu Hause, mit dem Auto etwa vier Stunden Fahrt“, erklärt Rots, der von seiner Freundin begleitet wird und der mit Wouter Burger und dem Belgier Nathan De Cat auch niederländisch kommunizieren kann. Wie De Cat wird auch Rots als hoffnungsvolles Talent seines Landes gehandelt.
Und der U-21-Nationalspieler hat die „Elftal“ klar im Visier. „Natürlich, ich glaube, sie haben dort keine richtigen Linksverteidiger, deswegen hoffe ich, dass ich eines Tages im A-Team spielen kann, auch wenn es vielleicht nicht gleich in dieser Saison klappt“, hofft Rots, der gerne seinem Teamkollegen den Vortritt ließe, „Wouter Burger ist fünf Jahre älter, ich hoffe für ihn, dass er den Schritt ins A-Team vor mir schafft. Und wenn man sieht, wie er letzte Saison gespielt hat, sollte er irgendwann auch berufen werden.“
Er selbst jedenfalls orientiert sich an den ganz Großen seines Fachs. „Marcelo war ein sehr guter Linksverteidiger, aber er ist Brasilianer, ich habe nicht seine Voraussetzungen“, erkennt Rots, „aber jetzt ist Nuno Mendes von Paris so gut, keiner ist besser auf der Welt, jetzt ist er mein Vorbild.“
Nun aber gilt es erst mal, nach zwei Auftaktniederlagen im Heimspiel gegen Stuttgart die ersten Punkte einzufahren. Denn Rots hat sich in allen Wettbewerben viel vorgenommen. „Wir wollen wieder unter die ersten Sechs kommen und auch so gut spielen wie möglich in der Europa League und im DFB-Pokal spielen.“ Zumindest für den Verbleib in der Startelf hat Rots die Basis gelegt.

