Bei der Eintracht hat sich im zentralen Mittelfeld noch kein festes Duo gefunden: Raphael Onyedika ist gesetzt, doch sein Partner wechselt von Spiel zu Spiel. Die Hoffnungen ruhen auf Noel Aseko, der noch vor der Länderspielpause einsatzfähig sein könnte.
Der Eintracht fehlt noch eine stabile Achse
Die Frankfurter Schaltzentrale sorgt für Diskussionsstoff. Zugang Raphael Onyedika ist als defensiver Part auf der Doppelsechs gesetzt, doch einen festen Partner gibt es nicht. Im DFB-Pokal begann Mario Götze, bei Union Berlin Fares Chaibi, gegen Augsburg abermals Götze, der an der Alten Försterei 90 Minuten auf der Bank gesessen hatte.
Höjlund verliert an Boden
Erstaunlicherweise spielte Oscar Höjlund bisher fast gar keine Rolle. Der 21-Jährige kam lediglich in Berlin zu einem Kurzeinsatz, nachdem er in der Rückrunde unter Albert Riera noch regelmäßig von Beginn an aufgelaufen war. Anders als Götze oder Chaibi ist Höjlund der Typ Wadenbeißer. Fußballerisch schwächer, aber aggressiver.
Damit ist er einerseits prädestiniert für das Spiel in Mainz, wo die Eintracht viele heiße Duelle erwartet. Andererseits fehlt Höjlund der Spielrhythmus, zuletzt stand er am 15. August beim 0:7-Debakel in Brentford in der Startelf.
Trainer Adi Hütter macht auch vom Gegner abhängig, auf welches Spielerprofil er setzt. Das ist nachvollziehbar, sorgt aber dafür, dass sich im Mittelfeld bisher keine klare Achse herausbilden kann. Angesichts des Umbruchs, der vielen Gegentore und Verunsicherung wäre es keine schlechte Idee, sich auf ein Pärchen auf der Doppelsechs festzulegen. Die Mannschaft muss sich einspielen.
Aseko als die große Unbekannte
Die große Unbekannte in den Planspielen ist Noel Aseko, der mit langwierigen Knieproblemen vom FC Bayern kam und noch keine Minute spielte. „Er ist noch nicht so weit. Ich sehe im Training immer noch nicht, dass er von Anfang an spielen könnte“, sagte Hütter nach der Partie gegen Augsburg. Das wirft nebenbei die Frage auf, ob es klug war, im Juli zwölf Millionen Euro Ablöse für einen angeschlagenen Spieler hinzublättern. Das Geld fehlte, um wichtigere Baustellen im Kader zu schließen.
Eine derart hohe Investition wird in Frankfurt nicht getätigt, um einen Spieler zu verpflichten, der den Kader auffüllt. Die Erwartungshaltung muss sein, dass Aseko den Schritt zur Stammkraft schafft. Wie lange dieser Prozess dauert, ist schwer einzuschätzen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass Aseko noch vor der Länderspielpause Spielpraxis erhält.
Bis sich im Mittelfeld eine klare Achse herausbildet, wird noch Zeit vergehen. Zeit, die Hütter eigentlich nicht hat. Möglich, dass er vorerst an Götze festhält: „Mario hat das mit Raphael Onyedika lange sehr gut gemacht. Sie waren das Herzstück, wir waren im Zentrum klar besser.“ Doch nach der Pause brachen beide ein und waren mitverantwortlich, dass die Partie gegen den FCA im Debakel (1:4) endete. Sie ließen es an Zweikampfhärte vermissen, litten aber auch unter mangelnder Kompaktheit. Das darf sich in Mainz nicht wiederholen.

