RB Leipzig hat am Donnerstagmittag mit einem Social-Media-Post über Union-Trainerin Marie-Louise Eta heftige Kritik hervorgerufen. Sexismus-Vorwürfe weist der Klub entschieden zurück.
Leipzig weist Vorwürfe zurück
Am Freitagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) treffen zum Auftakt des 31. Bundesliga-Spieltags RB Leipzig und Union Berlin aufeinander. Mit einem Social-Media-Beitrag haben die Sachsen allerdings bereits im Vorfeld für mächtig Diskussionsstoff gesorgt. Den Stein ins Rollen brachten die Eisernen mit ihrem Post zu Hinweisen für den Stadionbesuch in Leipzig. „Also an Leipzig selbst liegt’s ja nicht – schon ne schöne Stadt …“, schrieb Union dabei.
Die Antwort aus Leipzig ließ nicht lange auf sich warten. RB teilte vier Bilder von Marie-Louise Eta an der Seite des ehemaligen Trainers Marco Rose, der im Sommer in der Premier League bei Bournemouth anheuert, sowie den Ex-Profis Emil Forsberg (jetzt New York Red Bulls) und Dominik Szoboszlai (jetzt FC Liverpool). Dazu schrieb der Champions-League-Anwärter: „Eure Cheftrainerin fand nicht nur die Stadt ganz schön …“
Der Großteil der Fans kritisierte in der Kommentarspalte die äußerst unglückliche Wortwahl und warf dem sächsischen Bundesligisten offen Sexismus vor. Dies wiesen die Leipziger entschieden zurück: „Sexismus hat bei RB Leipzig keinen Millimeter Platz. Wir freuen uns sehr auf die Rückkehr von Marie-Louise Eta, die 2022 bei RB Leipzig hospitiert und ihre Zeit im Klub anschließend in einer Foto-Collage auf Social Media dokumentiert hat.“
Die Collage stammt von Eta selbst
Am Neujahrstag 2023 hatte Eta auf ihrem Kanal einen Jahresrückblick mit jener Collage geteilt. „Diese Collage haben wir nun erneut – mit einem Verweis auf ihre schöne Zeit in Leipzig und als Reaktion auf einen vorherigen Union-Post – veröffentlicht“, begründet RB weiter. Zudem verwies der sächsische Bundesligist darauf, dass bei RB diverse Führungspositionen von Frauen besetzt seien. Etas Mann Benjamin arbeitet als Trainer der Leipziger U-20-Frauenmannschaft.
„Sie ist sehr clever und schlau und eine sehr gute Trainerin.“ (Ole Werner)
Ein Wiedersehen gibt es in Leipzig auch mit Trainer-Kollege Ole Werner. Im Dezember 2022, während der Weltmeisterschaft in Katar, hospitierte die damalige Co-Trainerin der weiblichen U-17-Nationalmannschaft im Trainerteam von Werder Bremen. „Sie ist sehr clever und schlau und eine sehr gute Trainerin“, stellte Werner klar. Dass Eta als erste Frau überhaupt in der Bundesliga auftaucht, überrascht Werner nicht: „Wahrscheinlich ist das einfach nur folgerichtig, wenn man ihren Weg in den letzten Jahren verfolgt hat. Ich freue mich, dass sie ihre Chance bekommen hat und wünsche ihr viel Glück – nur nicht am Freitag.“
Sexistischen Anfeindungen sieht sich Eta seit ihrem Dienstbeginn bei Union ausgesetzt. Die Union-Trainerin selbst reagierte gelassen darauf: „Es beschäftigt mich nicht, es sagt mehr über die aus, die das ins Netz stellen als über die, über die was losgelassen wird.“

