Seit Joane Gadou Mitte Mai hat Borussia Dortmund keinen Zugang mehr vermeldet. Der Markt im WM-Jahr ist schwer, die Mittel begrenzt – und die Zukunft von zwei Spielern unklar.
Dortmunds Transfersommer stockt aus verschiedenen Gründen
Den bisher letzten Zugang von Borussia Dortmund kennt Ole Book schon lange, der Kontakt riss auch nicht ab, als der Sportdirektor vor rund drei Monaten von der SV Elversberg zum BVB wechselte. Und für den Neuen ist Dortmund ohnehin schon Heimat, denn David Blacha kommt gebürtig aus Wickede in Westfalen und durchlief einst die Jugend der Schwarz-Gelben. Der einzige Haken: Auf dem Platz wird der 35-Jährige nicht mehr eingreifen, er kommt als persönlicher Referent Books.
Was dagegen den Spielerkader der kommenden Saison angeht, ist beim BVB zuletzt weniger passiert. Seit der Verpflichtung von Innenverteidiger Joane Gadou Mitte Mai gab es keinen weiteren Zugang, zuvor standen bereits die Youngster Kaua Prates und Justin Lerma fest. Gerade im Mittelfeld-Zentrum suchen die Verantwortlichen weiter, hinter den Kulissen läuft die Arbeit auf Hochtouren.
Einen großen Abgang benötigt der BVB
Doch das Transferfenster ist nicht einfach. Zum einen gibt es die Weltmeisterschaft, die Gespräche erschwert und bei vielen Klubs die Planungen nach hinten schiebt. Zum anderen ist das Budget in Dortmund in diesem Sommer begrenzt und durch die insgesamt rund 30 Millionen Euro für Gadou, Lerma und Kaua Prates zu einem nicht kleinen Teil schon investiert. Umso wichtiger also wird die Abgangsseite. Einen großen Verkauf benötigt der BVB möglichst, um weitere Veränderungen im eigenen Kader zu beschleunigen, zumal Julian Brandt und Niklas Süle den Klub mit auslaufenden Verträgen ablösefrei verließen.
Aussichtsreichster Kandidat dafür bleibt Karim Adeyemi. Der Flügelstürmer ist noch bis 2027 an Dortmund gebunden, in diesem Sommer soll es eine Entscheidung geben, ob der Kontrakt verlängert wird oder der Spieler den Klub verlässt. Dass beide Parteien in ein letztes Vertragsjahr gehen, ist unwahrscheinlich. In den bisherigen Gesprächen lagen Spieler- und Klubseite allerdings so weit auseinander, dass eine schnelle Einigung nicht abzusehen ist. Und der 24-Jährige hat vor rund vier Wochen noch im Gespräch mit dem kicker bestätigt, dass er sich mit einem Wechsel beschäftigt: „Falls wir uns nicht einigen, dann geht meine Karriere woanders weiter.“
Dortmund will Guirassy halten
Auch Serhou Guirassy begleiten seit einiger Zeit Wechselgerüchte. Den Stürmer aus Guinea würden die Dortmunder Verantwortlichen gerne behalten, weil er zuletzt selbst in einer Saison mit einer längeren Schwächephase auf 21 Treffer kam. Doch der 30-Jährige sondiert weiter den Markt und lässt sich alle Optionen offen. Hartnäckig hält sich dabei das Interesse von Fenerbahce, die in Istanbul gehandelte Ablöse von 30 Millionen Euro wird dem BVB aber nicht reichen. Auch hier dürfte es keine schnelle Entscheidung geben.

