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Massenschlägerei vor Bayern-VfB bringt Polizei an Kapazitätsgrenze

Die Polizei hat einen Tag nach der Massenschlägerei, zu der es vor dem Spiel zwischen Bayern und dem VfB an der Allianz-Arena kam, Bilanz gezogen – und erklärt, warum nur Stuttgarter Anhänger festgesetzt wurden.

1000 Fans beteiligt, 500 in Gewahrsam

Rund 1000 Fans waren an der Massenschlägerei vor dem Bundesliga-Topspiel zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart am Sonntagnachmittag beteiligt. Das erklärte die Polizei einen Tag nach dem 4:2-Sieg der Münchner, mit dem diese vorzeitig die 35. Meisterschaft perfekt gemacht hatten.

Die Ultras trafen sich am Sonntagnachmittag offenbar bewusst zu der Auseinandersetzung auf einem Parkplatz in der Nähe der Allianz-Arena, wie Polizeisprecher Christian Drexler am Montag erklärte: „Es hatte für uns den Anschein, als ob die Aktion geplant war. Es hat nicht spontan ausgeschaut.“

Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen die Randalierer ein. Acht Beamte wurden bei der Aktion verletzt, großteils wegen des Pfeffersprays. Mehr als 500 Fans aus Stuttgart kamen in Gewahrsam. Wie viele von den Anhängern verletzt wurden, war zunächst unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Ein Vorfall in derartiger Größenordnung sei für München außergewöhnlich, hieß es. Obwohl sich Fans von Bayern und Stuttgart traditionell eher feindselig gegenüberstehen, war das Match nicht als Risikospiel deklariert gewesen.

Über 50 Zahnschutze, etliche Handschuhe und mehr als 100 Schlauchschals zur Vermummung

Drexler schilderte, dass zunächst rund 500 VfB-Ultras auf dem Weg von der U-Bahn-Station Fröttmaning zum Stadion plötzlich in eine unerwartete Richtung losrannten. Bei einem Park&Ride-Parkplatz seien die zum Teil vermummten Personen auf etwa ebenso viele Anhänger des FC Bayern gestoßen, woraufhin es zu den Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen gekommen sei.

Die Polizei konnte die Gruppen nach eigenen Angaben umgehend trennen und kesselte die Stuttgarter ein. Etwa 350 von ihnen seien mit angeforderten Sonderbussen in das Polizeipräsidium in die Innenstadt gefahren, der Rest vor Ort festgesetzt worden. Bis zum Abend wurden laut Polizei alle Personen entlassen; gegen sie wird wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Einem Polizisten sei ins Gesicht geschlagen worden.

Dass die Schlägerei abgesprochen war, sei deswegen anzunehmen, weil bei den Stuttgartern unter anderem mehr als 50 Zahnschutze, etliche Handschuhe und mehr als 100 Schlauchschals zur Vermummung sichergestellt wurden. „Solche Chaoten haben hier in München nichts zu suchen. Deswegen greifen wir da durch“, sagte Drexler.

Aus Kapazitätsgründen nur Stuttgarter festgesetzt

Auf Fotos ist unter anderem zu sehen, wie die Beteiligten in der Nähe des Parkplatzes bei einem Zaun von der Polizei eingekesselt sind, die deren Personalien aufnimmt. Aufnahmen zeigen einen MVG-Bus, der als „Sonderfahrt“ gekennzeichnet ist und Fans in die Innenstadt bringt. So viele Personen zu kontrollieren und festzusetzen, sei „logistisch ein Mordsaufwand“ gewesen, erzählte Drexler. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

In Gewahrsam genommen wurden dann übrigens nur Stuttgarter Fans. Das habe daran gelegen, dass die Anzahl der Polizisten vor Ort nicht gereicht habe, um beide Gruppen festzusetzen. Die Polizei war für das ganze Spiel in der Allianz-Arena mit mehr als 300 Beamten im Einsatz. Der FC Bayern sicherte sich mit dem Sieg vorzeitig seine 35. deutsche Fußball-Meisterschaft.

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