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Freiburger Höhenflug mit doppelter Landebahn

Von „Arbeitssieg“ und „Alltag“ war nach Freiburgs 2:1 gegen Heidenheim viel die Rede. Doch genau diese Attribute untermauern den Stellenwert als Bigpoint.

Der Sport-Club hat Titel im Visier – und eine Perspektive vor Augen

Die Bundesliga ausdrücklich höher zu gewichten als DFB-Pokal und Europa League? Das wäre aktuell ja auch ein wenig widersinnig aus Freiburger Perspektive. Schließlich spielt man die Cup-Wettbewerbe, um Titel zu gewinnen – und als jeweiliger Halbfinalist hat der Sport-Club gleich zwei realistische Chancen, sich erstmals in der Klubgeschichte mit einer der großen Trophäen zu schmücken. Ob Platz 7 in der Bundesliga nicht aber doch die größte Wahrscheinlichkeit auf die erneute Qualifikation fürs internationale Geschäft bietet? Auf diese Frage weicht Maxi Eggestein geschickt aus: „Ich will mir nicht anmaßen, das zu beurteilen.“

Eine Saison ohne Europa würde die Entwicklung bremsen

Von „Alltag“ spricht Siegtorschütze Eggestein nach dem 2:1 gegen Heidenheim mit Blick auf die Liga. Logischer Weise ohne dies abwertend zu meinen. Im Gegenteil: Die Begrifflichkeit soll den besonderen Stellenwert unterstreichen. Ganz im Sinne von Trainer Julian Schuster, der betont: „Bei unserem Rhythmus ist es enorm wichtig, auch in der Liga nichts liegenzulassen.“ Denn natürlich geht es im Endspurt, neben den in der Gegenwart lockenden Titeln, eben auch um die Perspektive in 2026/27. Sprich: Die erneute Quali für Europa. Hierfür, so Schuster, bietet die Liga „eine von mehreren Möglichkeiten“. Weshalb er gegen den nun erklommenen siebten Rang auch in der Endabrechnung „nichts einzuwenden“ hätte.

Die Gefahr, trotz einer in jedem Fall jetzt schon imponierenden Saison am Ende doch mit leeren Händen dazustehen, ist real. Das wäre für den SC Freiburg beileibe keine Schmach – doch mit Blick auf die Entwicklung des Kaders und einzelner Spieler ein empfindlicher Rückschlag. Im vergangenen Sommer wurde das Aufgebot weitsichtig auf die Teilnahme an drei Wettbewerben ausgelegt, was sich aktuell als unzweifelhafter Erfolgsfaktor erweist. Schuster kann auf gleichmäßig hohem Niveau rotieren, was im Umkehrschluss bedeutet: Allen Akteuren gemäß ihrer Qualität gerecht zu werden, wäre in einer Saison ohne Englische Wochen unmöglich.

„Diese Spiele immer wieder zu gewinnen, ist eine Riesenqualität.“ (Igor Matanovic)

Der Trainer hat das gewiss im Hinterkopf, wenn er vorgibt, „jetzt jeden einzelnen Prozentpunkt einzusammeln, der wichtig sein kann“. Bis dato gelingt das seinen Profis beeindruckend konstant. Gegen Heidenheim ließen Matthias Ginter und Kollegen drei Tage nach dem 3:1 bei Celta Vigo bereits zum dritten Mal in Serie auf ein europäisches Highlight einen Arbeitssieg in der Liga folgen. Eben analog zum 2:1 auf St. Pauli (nach dem 5:1 gegen Genk) und dem 1:0 in Mainz (nach dem 3:0 im Hinspiel gegen Celta Vigo). „Bei unserem Pensum diese Spiele immer wieder zu gewinnen, ist eine Riesenqualität“, erklärt Angreifer Igor Matanovic zu Recht.

Hinzu kommen mutmaßlich positive psychologische Auswirkungen auf die anstehenden K.o.-Duelle. Werden diese doch nicht mit Druck überladen, solange der SC im Fernduell mit Eintracht Frankfurt um den Conference-League-Einzug über die Liga alle Trümpfe in der Hand hält. Anders ausgedrückt: In Pokal und Europa League kann sich das Schuster-Team voll aufs Hier und Jetzt fokussieren. Und parallel dazu im „Liga-Alltag“ die Perspektive auf weitere internationale Festabende in der kommenden Saison sichern. Was viel zitierte „Arbeitssiege“ wie gegen Schlusslicht Heidenheim zu wahren Bigpoints macht, die dem Freiburger Höhenflug sozusagen eine doppelte Landebahn bereiten.

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