Der bevorstehende Wechsel von Romano Schmid überstrahlte das Werder-Geschehen in Oythe. Sportchef Clemens Fritz äußerte sich ebenfalls zum Thema des Tages.
Thioune fordert Qualität
Der SV Werder Bremen bleibt in der Sommer-Vorbereitung ungeschlagen, das fünfte Testspiel gegen Bundesliga-Konkurrent SC Paderborn 07 über viermal 35 Minuten endete 2:2; zuvor hatte Werder vier Siege eingefahren.
Am Samstagnachmittag trafen Justin Njinmah aus kurzer Distanz (81.) und Paul Erevbenagie (128.) für Werder in Oythe, Ruben Müller (123.) und Lasse Eickel (130.) glichen jeweils aus. Der Aufsteiger gestaltete die Partie mindestens ausgeglichen, allerdings waren die Bremer auch personell arg gebeutelt, mussten noch am Morgen aufgrund von Ausfällen mehrere Positionen umbesetzen.
Doch das Thema des Tages war ja ohnehin ein anderes: Romano Schmid zieht es, wie der kicker berichtete, zu Serie-A-Aufsteiger Frosinone – der Österreicher fehlte am Samstag im Bremer Aufgebot, das nun einen der prägendsten Offensivspieler der vergangenen Jahre verliert.
Fritz‘ relative Aussage
Sportchef Clemens Fritz sagte am später Samstagnachmittag zum bevorstehenden Wechsel des Österreichers: „Ich kann bestätigen, dass aktuell Gespräche laufen.“ Ein Jahr vor Vertragsende würde die von den Italienern gebotene Ablösesumme im hohen einstelligen Millionenbereich (plus mögliche Bonuszahlungen) ein annehmbares Szenario für die Bremer darstellen – die die neuen finanziellen Mittel für die weiteren Transferplanungen ja auch gut gebrauchen können.
Zuletzt waren die frühzeitig angeschobenen Aktivitäten auf dem Markt etwas gebremst worden, weil erhoffte Einnahmen (etwa durch Karim Coulibaly) bislang ausgeblieben waren. Nun winkt durch den Schmid-Verkauf zwar frisches Geld, doch Fritz betont: „Große Sprünge könnten wir nicht machen.“ Eine relative Aussage – was wohl auch damit zusammenhängt, dass noch auf mehreren Positionen Bedarf herrscht.
Kein Eins-zu-eins-Ersatz für Schmid?
Werder plant noch einen Außenverteidiger, einen (zentral-defensiven) Mittelfeldspieler und einen Angreifer unter Vertrag zu nehmen – und auf diesen Positionen erscheint die Priorität höher als bei einem Eins-zu-Eins-Ersatz für Offensivmann Schmid, den womöglich Neuzugang Chuki ersetzen könnte.
Dass beispielsweise für die Verpflichtung von Tomas Bobcek, der eine (teure) Variante für den Sturm wäre, zuletzt noch die Mittel fehlten, könnte sich jetzt also ändern. Zugleich sagte Fritz weiter zu den bisher umgesetzten Bremer Transfers: „Man kann immer mehr machen, aber mehr heißt auch, man braucht die wirtschaftlichen Mittel dafür und ich habe die Goldmine hier noch nicht gefunden…“
Thioune wird „nicht unruhig“
Daniel Thioune jedenfalls fordert: „Wir müssen die Qualität erhöhen“, so der Coach, denn: „Wir haben Qualität abgegeben. Wir haben Potenzial eingekauft und wir haben Qualität eingekauft, die in der Entwicklung ist.“ Trotzdem betont der 52-Jährige, dass er deshalb „nicht unruhig“ werde: „Da wird sicherlich noch was passieren, deswegen bin ich auch relativ ausbalanciert, weil ich diese Situation einfach kenne.“

