Der Start des HSV in die Bundesliga gestaltete sich in allen Mannschaftsteilen schwierig. Wenn offensiv etwas ging, hatte zumeist Albert Grönbaek seine Füße im Spiel. Doch seit Donnerstagabend zittern die Hamburger um ihren Mittelfeldmann.
Dänischer Nationalspieler ist verletzt abgereist
Albert Grönbaek ist der Gewinner der noch jungen Spielzeit. Nach einer bereits extrem auffälligen Vorbereitung war der Däne an vier der fünf bislang erzielten Pflichtspieltreffer beteiligt. Beim 3:0-Pokalerfolg in Verl traf er doppelt, die beiden Tore zum ersten Sieg in der Liga am vergangenen Samstag gegen den 1. FC Köln (2:1) legte er für Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen auf – doch seit der 2:3-Niederlage mit Dänemark in Norwegen droht sein Ausfall.
Oberschenkelverletzung in nur acht Minuten
Grönbaek war am Donnerstagabend in Oslo erst in der 82. Minute ins Spiel gekommen, verließ den Rasen dann mit bandagiertem rechten Oberschenkel. Dänemarks Nationaltrainer Brian Riemer erklärte: „Er ist verletzt und verlässt das Trainingslager.“ Das bedeutet: Die XXL-Länderspielpause ist für den 25-Jährigen vorzeitig beendet – aber wie geht es danach für ihn weiter?
Grönbaek wird nun zeitnah in Hamburg zurückerwartet und eingehend untersucht. Klar ist: Ein Ausfall wäre in doppelter Hinsicht verheerend. Der technisch starke und im Mittelfeld vielseitig einsetzbare Profi hatte mit einem starken Saisonstart seinen enormen Wert für den HSV-Kader unterstrichen und ist in der aktuellen Verfassung nur schwer zu ersetzen als einer von zwei Spielmachern im 3-4-2-1-System, zumal sein Nebenmann Fabio Vieira noch nicht in Topverfassung ist.
Auch für Grönbaek selbst wäre ein neuerlicher Ausfall ein echter Rückschlag. Zur Erinnerung: Die vor einigen Jahren hoffnungsvoll gestartete Karriere ist auch wegen etlicher Auszeiten ins Stocken geraten. Nachdem es bei seiner Leihstation Genua verletzungsbedingt nicht voranging, verlieh ihn Stade Rennes im vergangenen Januar nach Hamburg weiter, auch dort erlitt er sofort eine Muskelverletzung, brauchte wochenlang, um wieder den Anschluss herzustellen, ehe er sich nach gewisser Anlaufzeit zum absoluten Gewinn entwickelte.
Die im Sommer investierten 4,7 Millionen Euro Ablöse in Grönbaeks feste Verpflichtung schienen schnell eine lohnende Investition zu sein. „Albert“, hatte sein Landsmann und Teamkollege Poulsen gesagt, „wird seinen Marktwert schnell steigern. Er kann in der Offensive eigentlich alles.“ Jetzt wird um Grönbaek und seinen Oberschenkel erstmal wieder gezittert.

