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Eberl: „Ich bin stolz, dass ich diesen Menschen kennengelernt habe“

Nach der 35. Meisterschaft hält sich die Partystimmung beim FC Bayern in Grenzen – der Blickt geht nur nach vorne.

Die Bayern feiern kurz und blicken voraus

Fast schon schnulzig ging es am Sonntagabend beim FC Bayern zu, als die Spieler nach und nach mit ihren ledernen Kulturbeuteln oder Kindern im Schlepptau die Allianz-Arena verließen. „Wir bleiben fokussiert, wir feiern heute nicht“, rief Joshua Kimmich im Vorbeigehen zu, weil er dieses Mal keine Lust hatte, länger stehenzubleiben und zu reden.

Anders als Max Eberl, der ob seiner Berufsbezeichnung als Sportvorstand halt öfter mal dazu verpflichtet ist, ein paar Antworten zu suchen. Wie alle Vorredner – Josip Stanisic zum Beispiel – war auch Eberl selbstverständlich höchst erfreut über den 4:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart und die nächste Meisterschaft, seine zweite als Bayern-Verantwortlicher.

Als „ehrlichsten Titel“ bezeichnet man diese Schale in München ganz gerne, wobei das ehrlich gesagt mal überarbeitet werden darf, weil ganz ehrlich: Bei den finanziellen Kräfteverhältnissen und der sportlichen Überlegenheit der Bayern ist eine Meisterschaft über 34 Runden inzwischen eher der einfachste Titel. Was den herausragenden Erfolg bitte schön nicht schmälern soll!

Ehrlich gerührt wirkte stattdessen der ehemalige Verteidiger Eberl, als es um einen anderen ehemaligen Verteidiger ging. „Großartig“ fand er das Bild, das der feiernde Vincent Kompany vor der Südkurve abgab. „Einfach ein großartiger Trainer, der weiß, wie man Titel feiert; der auch verdient diese Würdigung bekommen hat von den Fans. Wir sind einfach stolz, dass wir ihn als Trainer haben“, erklärte Eberl und musste etwas schlucken. „Ich bin stolz, dass ich diesen Menschen kennengelernt habe.“

Unter Kompany ist der FC Bayern wieder zu einer Maschine geworden, zu einer Dampfwalze, die viel zu gut für die Bundesliga und endlich wieder gut genug für Europas Elite ist. Am Mittwoch (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) soll in Leverkusen das erste DFB-Pokal-Finale seit 2020 klargemacht, sechs Tage später in Paris der Grundstein für ein mögliches Champions-League-Endspiel gelegt werden.

Wird aus einer sehr guten Saison für den FC Bayern eine sehr, sehr gute?

Große Herausforderungen, an denen sich diese Mannschaft messen lassen möchte. Wer Stanisic und Co. am Sonntagabend zuhörte, der bekam dort kein Gefühl der Überheblichkeit vermittelt, keine Anzeichen von weniger Freude angesichts der fehlenden Liga-Konkurrenz – vielmehr strahlte jeder Münchner die pure Lust aus, diese jetzt schon sehr gute Saison zu einer sehr, sehr guten zu machen. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir alle drei Tage die Spiele dominieren“, erklärte der Rechtsverteidiger Stanisic genauso überzeugend, wie er Fußball spielt. „Es gibt keinen, der versucht, sich auszuruhen.“

Nur zu gerne würden die Bayern in ein paar Wochen richtig feiern, am Marienplatz mit einer Meisterschale und bestenfalls noch mehr „Silberware“. Am Ende einer möglicherweise historischen Spielzeit. Und der heilige Kakadu darf selbstverständlich mitmischen, er ist gewissermaßen das Maskottchen der Mannschaft geworden. „Ich hoffe, der Kakadu hat eine große Reise vor sich“, sagte ein strahlender CEO Jan-Christian Dreesen – und schielte dabei natürlich nach Berlin und Budapest, die Finalorte der nächsten Wochen.

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