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Der Nächste nach Kömür und Banks: Schnitzer will beim FCA den Sprung schaffen

Der FC Augsburg möchte mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs für den Profikader ausbilden und dort etablieren. Defensiv-Allrounder Tim Schnitzer soll einem Duo folgen, das es bereits geschafft hat.

18-Jähriger klopft oben an

Aus Augsburgs Trainingslager am Achensee (Österreich) berichtet Frank Linkesch

Sein Bundesliga-Debüt feierte Tim Schnitzer kurz nach seinem 18. Geburtstag, als er im März bei der 1:2-Niederlage bei RB Leipzig kurz vor Schluss für Noahkai Banks in die Partie kam. In der neuen Saison sollen den fünf Minuten plus Nachspielzeit und sechs Ballkontakten weitere folgen: Auf seiner Lieblingsposition, der Sechs, in der Innenverteidigung oder als Achter. Schnitzer ist polyvalent, und diese Tatsache könnte ihm bei Einsatzminuten helfen.

Das glaubt zumindest Sportdirektor Benni Weber, der sich wie alle Verantwortlichen positiv über Schnitzer äußert. „Tim ist ein sehr schlauer Junge, er kann Lob verkraften und einordnen“, sagt Weber über den Spieler, der Verein kurbelt bei ihm auffällig die PR-Maschine an. Das generiert Aufmerksamkeit, die Leistung muss Schnitzer dann selber liefern.

Schnitzer wuchs unweit der Paul-Renz-Akademie auf, dem NLZ des Bundesligisten. Bereits mit neun Jahren wechselte er 2017 in die Jugend der Augsburger und entwickelte sich bis in den Profikader. Ein Werdegang mit Seltenheitswert in der schnelllebigen Fußballwelt, wo manche auch in der Jugend den Klub fast so häufig wechseln wie ihre Unterhose. Schnitzer hielt dem FCA stets die Treue, entsprechend hoch ist die Identifikation mit dem Klub.

„Einmal eine WM für sein Land spielen“

„Ich fühle mich immer mehr anerkannt, weil ich öfter dabei bin“, sagt Augsburgs Nummer 37 über seine Aufnahme in den Kreis so erfahrener und abgezockter Profis wie Jeffrey Gouweleeuw oder Michael Gregoritsch. Die größte Herausforderung als Profi? „Die Belastung, das Volumen, dann der Kopf: Fehler abzuhaken, sich nicht zu viele Gedanken machen. Es immer noch nur Fußball, man sollte Spaß haben, sein Ding durchziehen.“

In der Medienrunde im Trainingslager am Achensee ist das schon das ausführlichste Statement von Schnitzer, auch dieser Teil der Arbeit ist neu für ihn. Was soll er auch große Sprüche klopfen? Das kann er immer noch, wenn er Noahkai Banks und Mert Kömür gefolgt ist, die den Sprung vom FCA-Nachwuchs zum Bundesligaspieler vollzogen haben. Spürt Schnitzer Druck, der Nächste sein zu sollen? „Es ist eher eine Auszeichnung. Druck ist immer ein bisschen da. Ich versuche, es ihnen nachzumachen, aber auch meinen eigenen Weg zu gehen.“ Kontakt ins NLZ hält Schnitzer wöchentlich, nun kann er als Ratgeber dienen und den Talenten erklären, was es braucht, nach oben zu gelangen. Vollen Fokus zum Beispiel.

Immerhin kann er sich nach dem erfolgreichen Fachabitur voll auf Fußball konzentrieren, ein Jahr lang. Dann möchte der Defensiv-Allrounder ein Fernstudium beginnen, irgendwas mit Sport und/oder Wirtschaft. Abwarten, wie viele Einsätze es 2026/27 werden. Oft ist es ja so: Läuft es, besteht für den Trainer kein Grund für Wechselspielchen. Läuft es nicht, vertraut man den Routiniers. Diesen Kreis muss Schnitzer durchbrechen. Offensiver als in Medienrunden. Wobei: „Das größte Ziel für jeden ist, einmal eine WM für sein Land zu spielen, auf Klubebene in der Champions League“, sagt der U-18-Nationalspieler. Geht doch! Möge die Karriere beginnen.

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