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Kramaric durchlebt die schlimmste Durststrecke seiner Hoffenheimer Zeit

Über lange Jahre war Andrej Kramaric gesetzt in der Hoffenheimer Startelf. Doch aktuell durchlebt der 35-Jährige ein hartnäckiges Karriere-Tief, das sich nun auch in der Nationalmannschaft fortsetzt.

Auswirkungen aufs Nationalteam

Auch die Nationalelf brachte (noch) keinerlei Linderung. Andrej Kramaric blieb auch im ersten Spiel Kroatiens in der Nations League nur auf der Bank und komplett ohne Einsatz. Während seine Hoffenheimer Teamkollegen Adam Hlozek, Robin Hranac und Vladimir Coufal bei der 1:2-Heimniederlage Tschechiens allesamt über die volle Spielzeit auf dem Platz standen, war deren einstiger Anführer nur Zaungast. Wie zuvor schon im Verein.

Kramaric erlebt derzeit sein hartnäckigstes Karriere-Tief, seit er im Winter 2016, also vor über zehn Jahren, vom damaligen englischen Topklub Leicester City zur TSG gewechselt war. In allen jüngsten fünf Pflichtspielen in der Bundesliga und in der Europa League saß der langjährige Top-Torjäger und Leistungsträger zunächst nur auf der Bank. Eine solche Durststrecke hatte ein einsatzbereiter Kramaric in etwas abgeschwächter Form letztmalig in der Spielzeit 2017/18 erlebt.

Auch unter Nagelsmann ein Tief

Seinerzeit hatte der damalige TSG-Trainer Julian Nagelsmann aufgrund einer Formkrise und Torflaute den Star ebenfalls fünf Partien zunächst auf der Bank gelassen, ihm dabei aber immerhin noch mit 146 Spielminuten doppelt so viel Einsatzzeiten gewährt wie zuletzt der aktuelle Coach Christian Ilzer. Damals hatte sich Kramaric kurzzeitig hinter formstabilen Konkurrenten wie Mark Uth, Serge Gnabry oder Sandro Wagner anstellen müssen, ehe der Kroate in der zweiten Saisonhälfte wieder aufdrehte, mit 13 Treffern zweitbester Torschütze hinter Uth (14) wurde und erheblich zur direkten Qualifikation für die Champions League beitrug.

Diesmal ist Kramarics Rolle als Ersatzspieler einer Mischung aus verspäteter Saisonvorbereitung, einer Leisten-OP und einer verschärften Konkurrenzsituation geschuldet. Beim Saisonauftakt im Pokal (4:0 in Aue) hatte der Routinier deshalb noch komplett gefehlt. In diese Lücke war vor allem Rückkehrer Bambasé Conté gestoßen, der mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machte und deshalb Sonntagabend womöglich sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft geben könnte. Contés aufgewerteter Status dürfte es für Kramaric nicht eben leichter machen, seinen bisherigen Stellenwert zurückzuerobern und zu behaupten.

Zudem meldete sich auch Hlozek gestärkt zurück. Und als aggressive Anläufer hatten Tim Lemperle oder anfangs Max Moerstedt die Nase vorn. Auch der vielseitig verwendbare Neuzugang Patrick Wimmer stellt Ansprüche. Obendrein ringt nun auch Fisnik Asllani nach seinem gescheiterten Wechsel nach Leipzig wieder um vermehrte Spielanteile. Links ist der stabile Adam Daghim ohnehin gesetzt.

Fehlende Effizienz eröffnet eine neue Chance

Allerdings konnten Kramarics Konkurrenten bislang nicht mit einer zuverlässigen Effizienz punkten, verballerten viele Torchancen und vertändelten zahlreiche vielversprechende Angriffe. Das ist die Lücke, in die Kramaric stoßen könnte. Denn genau jene Kaltschnäuzigkeit und Zielstrebigkeit im letzten Drittel, die der in die Jahre gekommene Star lange Zeit (158 Treffer in 366 Partien) verkörperte, geht der TSG in dieser Saison noch ab, um die überwiegend starken Leitungen auch in Punkte umzumünzen. Mal sehen, wie es diesbezüglich nach der Ligapause weitergeht. Bei den anstehenden sieben Pflichtspielen in drei Wochen dürfte Kramarics Präsenz auf dem Platz ohnehin zunehmen, da ist auch die Startelf wieder in Reichweite.

Zunächst aber hofft der Kroate auf sein 120. Länderspiel und weitere Treffer, schließlich ist Ivan Perisic auf Rang 2 der ewigen Torjägerliste mit 39 Toren nur noch drei Treffer entfernt. Selbst Davor Sukers Rekord (45 Länderspieltore) hat Kramaric im Visier. Doch die nächsten Aufgaben in der Nations League haben es in sich: Am Dienstag geht es nach Spanien, am Samstag kommen die Engländer nach Kroatien, drei Tage später dann die Spanier. Dann wird man wissen, ob Kramaric ausgeruht oder eher gestählt in den Kraichgau zurückkehren wird.

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