Nach der enttäuschenden XXL-Länderspielpause wartet mit Borussia Dortmund direkt ein echtes Schwergewicht auf Werder Bremen. Niclas Füllkrug dürfte gegen seinen Ex-Klub eine entscheidende Rolle zukommen, zudem jagt der Stürmer einen persönlichen Rekord.
Stage bleibt Bremens Vize-Kapitän
Nach dem guten Saisonstart folgten für Werder Bremen in der XXL-Länderspielpause gleich mehrere kalte Duschen: Beim 0:7 im Test bei Twente Enschede erlebte Werder ein Debakel, bereits nach 21 Minuten hatte sich die Elf von Daniel Thioune vier Tore gefangen. Zu allem Überfluss verletzte sich bei seiner Rückkehr in die Startelf auch Felix Agu. Erneut wird der Linksverteidiger Werder nun mit einer Wadenverletzung fehlen.
Zudem musste Keeper Karl Hein mit muskulären Beschwerden vorzeitig von der estnischen Nationalmannschaft zurückkehren. Beim schweren Gastspiel beim BVB (Freitag, 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker), der mit vier Siegen in vier Bundesliga-Spielen hervorragend in die Saison gestartet ist, soll der 24-Jährige aber wieder zwischen den Pfosten stehen. „Ich gehe davon aus, dass er spielen wird“, erklärte Thioune auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Zuvor habe Hein ein „sehr gutes Training“ mit Torwarttrainer Christian Vander absolviert.
Weiser bereit für mehr – Lob für Füllkrug
Auch bei Mitchell Weiser, der nach seinen starken Joker-Einsätzen in Köln und gegen Augsburg beim Debakel in Enschede erstmals wieder startete, gebe es positive Signale. „Ich glaube, er ist definitiv in der Lage, uns mehr zu geben als 30 Minuten. Ich sehe da definitiv schon eine Halbzeit“, erklärte Thioune. Angesprochen auf ein mögliches Startelfmandat für Weiser hielt sich der Trainer aber bedeckt: „Ich glaube, dass dieser sukzessive Aufbau erst mal guttun wird.“
Definitiv beginnen dürfte gegen die aktuell „beste Mannschaft der Liga“ aber Niclas Füllkrug. Nach seiner Rückkehr zu Werder traf der Stürmer zuletzt dreimal in Folge. Das Kunststück, in vier Partien am Stück zu treffen, gelang Füllkrug aber noch nie in seiner Karriere. Für Thioune augenzwinkernd eine „Riesenchance“. Generell sei Füllkrug „in einer sehr guten Verfassung und das hilft ihm, diese Lokomotive mitzuziehen, das gelingt ihm außergewöhnlich gut.“ Gerade in Abwesenheit weiterer Führungsspieler komme dem 33-Jährigen bei der Atmosphäre in seiner früheren Heimspielstätte in Dortmund eine große Rolle zu.
„Mit der Einstellung in dem Spiel werden wir es nicht schaffen, in der Bundesliga zu bestehen, und erst recht nicht, Punkte zu holen.“ (Daniel Thioune)
So fehlen mit Jens Stage und Senne Lynen auch die von Thioune in der Zwischenzeit bestätigten Vize-Kapitäne. Nach „Rücksprache mit den Spielern“ habe man den Mannschaftsrat auf die drei Kapitäne um Marco Friedl beschränkt als erste Ansprechpartner – Führung zu übernehmen sei aber auch von anderen Spielern erwünscht. Ohne das Trio trug in Enschede etwa Füllkrug die Binde.
Der Auftritt in Dortmund soll aber ein ganz anderer werden als zuletzt beim Eredivisie-Klub: „Mit der Einstellung in dem Spiel werden wir es nicht schaffen, in der Bundesliga zu bestehen, und erst recht nicht, Punkte zu holen“, betonte Thioune. Entsprechend ist es für den 52-Jährigen „wichtig, dass wir sehr resilient sind, eine Menge aushalten können und dann in der Lage sind, Nadelstiche zu setzen.“ Dinge, die seiner Mannschaft in dieser Saison bereits gut gelungen sind: So hat Werder nach vier Spielen die zweitbeste Zweikampfquote der Liga und liegt mit acht Treffern bei 71 Torschüssen auch in Sachen Effizienz im oberen Drittel.

