Robert Andrich gilt schon den ganzen Sommer als Abgangskandidat. Nun aber hat ihm der Verein nach kicker-Informationen erstmals während seiner Zeit in Leverkusen einen Wechsel nahegelegt.
Kapitän soll sich umschauen
Dass ein Überangebot im zentralen Mittelfeld besteht, war seit Anbeginn der Sommer-Vorbereitung klar. Ebenso, dass Bayer dort personell abbauen möchte. Bislang allerdings kam es zu keinem Abgang in diesem Feldbereich, was sich bis zum Ende der Transferperiode noch ändern soll.
Ezequiel Fernandez wird bleiben, das ist mittlerweile klar. Für Exequiel Palacios gingen zuletzt zwei arg niedrige Angebot von Premier-League-Aufsteiger Ipswich Town ein, die beide zügig abgelehnt wurden. Abwarten, ob das Thema in den nächsten Tagen noch konkret und Leverkusens Ablöseforderung von rund 35 Millionen Euro erfüllt wird. Jetzt allerdings könnte auch bei einer anderen Mittelfeldkraft Schwung ins Thema kommen: bei Robert Andrich.
Dem 31-Jährigen wurde nach kicker-Informationen erstmals während seiner Bayer-Zeit von den Verantwortlichen mitgeteilt, dass es für ihn – zumindest zum aktuellen Zeitpunkt – sehr schwer werden dürfte, in der bevorstehenden Saison auf viel Spielzeit beim Werksklub zu kommen. Dementsprechend soll sich Andrich mit seinem Berater Sören Seidel aktiv auf dem Markt umschauen. Dieses klare Signal hat der Profi kürzlich empfangen.
Andrich kann sich auch das Ausland vorstellen
Durchaus ein Schlag für den 19-maligen deutschen Nationalspieler, der sich im kicker-Interview Anfang August kämpferisch gegeben hatte. Zumindest aktuell amtiert er noch als Kapitän, steht bis Sommer 2028 unter Vertrag und spielt inzwischen fünf Jahre in Leverkusen. Mit dem Klub erlebte er auch die historische Saison 2023/24. Mit Bayer kann sich der Mittelfeldspieler voll identifizieren, er hatte gewichtigen Anteil an den zurückliegenden Erfolgen, fühlt sich im Rheinland darüber hinaus sehr heimisch mit seiner Familie. Doch Andrich kennt freilich das Geschäft, will auch zurück ins Nationalteam, wofür viel Spielzeit nötig ist – und sondiert jetzt die Lage auf dem Transfermarkt.
Klar ist: Sollte ein aus seiner Sicht passender Verein als Interessent aufkommen, dann wird sich die Andrich-Seite damit befassen. Andrich, der nach seinen muskulären Problemen aus dem Test gegen Sevilla (2:1) am Dienstag beim öffentlichen Training individuell übte, ist nicht nur auf die Bundesliga beschränkt, sondern kann sich auch ein erstes Engagement im Ausland vorstellen. In diesem Sommer zeigte schon Eintracht Frankfurt Interesse, konkrete Gespräche mit der SGE ging Andrich aber nicht ein.
Als Leverkusen-Kapitän dürfte Andrich zeitnah abgesetzt werden
Dass es für ihn schwer würde bei Bayer, kündigte sich vor Wochen an. Leverkusens neuer Trainer Carles Martinez setzt nicht mehr auf die Dreierkette, in deren Zentrum der gelernte Mittelfeldspieler 2025/26 meist eingesetzt wurde und eine wechselhafte Saison spielte, sondern lässt mit Viererkette agieren.
Als tiefer, absichernder Sechser wäre Andrich kraft seiner Defensivkompetenz und seiner ausgeprägten Physis grundsätzlich aber sehr gut denkbar. In die Vorbereitung startete er also mit dem Vorhaben, sich im Mittelfeld erneut durchzusetzen. Martinez und die Verantwortlichen indes haben nun ganz offenbar andere Pläne, setzen auf andere Profis. Als Kapitän dürfte Andrich zeitnah abgesetzt werden. Bleibt die Frage, ob er 2026/27 dann auch ein anderes Trikot tragen wird oder nicht.

