Der Wechsel von Karim Coulibaly nach Straßburg steht kurz bevor, Werder Bremen winken 20 Millionen Euro. Auf Shoppingtour kann der SVW dadurch aber nicht gehen.
Vorleistungen und Altlasten
Über dem Weserstadion zieht ein warmer Geldregen auf, der Transfer von Abwehrtalent Karim Coulibaly zu Racing Straßburg in die Ligue 1 steht kurz vor dem Abschluss. Werder wird 20 Millionen Euro als Fixsumme kassieren, Bonuszahlungen wird es aber nicht geben. Immerhin kann sich der SVW noch eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von zehn Prozent sichern.
Doch wie viel Geld kann Werder von den Einnahmen für Coulibaly nun überhaupt reinvestieren? Nahezu nichts, heißt es angesichts der finanziellen Situation bei Werder. Zum einen sind da die bereits getätigten Ausgaben für die acht Neuzugänge; Werder war dabei mit über zehn Millionen Euro in Vorleistung gegangen. Und wenngleich die Transfers von Niclas Füllkrug, Eren Dinkci, Cedric Itten, Chuki, Kenny Quetant, Alexander Schlager, Dariusz Stalmach und Ludovit Reis ablösefrei waren, flossen dabei unter anderem Handgelder und Beratergebühren.
„Werden den Weg weitergehen“
Zudem fordern die zuletzt umgesetzten Infrastrukturprojekte ihren finanziellen Tribut, genauso wie weiter die Altlasten durch das Weserstadion und die laufenden Anleihen. „Wir müssen die Wirtschaftlichkeit von Werder im Blick haben, daher müssen wir kreative Lösungen finden und können nicht auf große Shoppingtour gehen“, erklärt Sportchef Clemens Fritz auch vor dem bevorstehenden Coulibaly-Verkauf. Die 20 Millionen Euro sind somit schlicht ein Teil der Bremer Transfer-Realität: „Wie nahezu alle Klubs unserer Größenordnung leben wir von diesen Transfereinnahmen. Daher werden wir weiter den Weg gehen, junge Spieler zu entwickeln und Werte zu schaffen.“
Ein paar Lücken hat der Kader aber noch vorzuweisen, zumindest die Planstelle im Sturmzentrum konnte man mit der Rückkehr von Füllkrug vorübergehend schließen. Gesucht wird derweil weiterhin unter anderem ein Rechtsverteidiger, eine Verpflichtung von Yukinari Sugawara, den Werder vergangene Saison vom FC Southampton ausgeliehen hatte, ist wirtschaftlich aber nicht umsetzbar.
Im zentralen offensiven Mittelfeld hat der SVW nach dem Verkauf von Romano Schmid nach Frosinone ebenfalls noch Handlungsbedarf. Die Verantwortlichen beschäftigen sich dabei mit Cameron Puertas, der ebenfalls vergangene Saison auf Leihbasis in Bremen spielte und weiterhin ein Thema ist.

