Der Belgier hat seine Chance genutzt. Für den Verteidiger geht es nun darum, noch mehr Konstanz in sein Spiel zu bringen.
Starke Leistung gegen Elversberg
Wie wertvoll er für Union Berlin im Deckungszentrum sein kann, hat Zeno van den Bosch mit einer starken Leistung (kicker-Note 2) am Samstag beim ersten Saisonsieg gegen Elversberg (2:1) demonstriert. Zuvor stand er jedoch zweimal gar nicht erst in der Startelf. „In der Länderspielpause hat er in jedem Bereich sehr gut gearbeitet. Von daher hatte er es sich verdient, von Anfang zu spielen“, erklärte Trainer Mauro Lustrinelli. Der Belgier hat seine Chance definitiv genutzt: Er präsentierte sich der Innenverteidiger resolut und griffig in den Zweikämpfen, gewann 85 Prozent seiner Duelle am Boden sowie 75 Prozent in der Luft. Außerdem war er sicher im Aufbauspiel, auch wenn er zumeist die kurzen Pässe anstatt die langen Diagonalbälle wählte.
Was ihn weiterhin auszeichnet, ist seine Torgefährlichkeit bei den Standardsituationen. So war der 1,91 Meter große Verteidiger bereits in der Vorbereitung bei den Testspielen zweimal erfolgreich gewesen, hinzu gesellt sich ein Tor beim 4:2-Erfolg im Pokal bei Eintracht Braunschweig nach einer Ecke von Josip Juranovic. Und so erinnert der Belgier von seinem Profil her ein wenig an Danilho Doekhi, der die Eisernen im Sommer ablösefrei gen Lazio Rom verlassen hatte. Auch wenn dieser in den Zweikämpfen noch wuchtiger zu Werke geht und van den Bosch dafür mehr Bälle abfängt.
Mehr Konstanz in der Verteidigung wäre sinnvoll
Aber wie auch Doekhi kam der 23-Jährige ablösefrei zu den Eisernen, will nun in der Bundesliga nach seiner vorherigen Station Antwerpen den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen, um in Zukunft bei einem größeren Verein zu unterschreiben. So wie es bei seinem Vorgänger beispielsweise ebenso der Fall gewesen ist. Für van den Bosch wird es nun darum gehen, Konstanz in sein Spiel zu bekommen und sich weiter an das Tempo und die Intensität im deutschen Oberhaus zu gewöhnen. Konstanz wäre bei Union auch in der Innenverteidigung von Vorteil.
Denn bisher hat Lustrinelli im Deckungszentrum viel herumexperimentiert. Doch insbesondere auf der Innenverteidiger-Position wäre es von Vorteil, wenn Kontinuität herrschen würde, damit sich die Abläufe und die Kommunikation einspielen kann. Denn die vergangenen Jahre, in denen Doekhi und der ebenfalls abgewanderte Diogo Leite zumeist Teil der Dreierkette waren, haben gezeigt, wie wichtig es für das Spiel von Union ist, wenn dort eine gewisse Beständigkeit vorliegt und eben nicht ständig gewechselt wird, wie es bei den bisherigen sechs Pflichtspielen der Fall gewesen ist. Gegen Elversberg zumindest hat sich das Duo Felix Uduokhai/van den Bosch bewährt. Nach dem Erfolg ist zumindest die Chance hoch, dass gegen Dortmund die genannte Kombination erneut auflaufen darf.

