Das 2:2 gegen Bremen war ein Rückschlag, das 0:1 in Bodö ein echter Dämpfer. Doch in anspruchsvollen Wochen von Borussia Dortmund bleibt nicht viel Zeit, um darüber nachzudenken. Gegen Union Berlin will Niko Kovac auf die Spieler setzen, die bereit sind, „den Kampf anzunehmen“.
BVB will stärker wieder aufstehen
Auch am Freitag, zwei Tage nach dem enttäuschenden 0:1 bei Bodö/Glimt, war der Auftritt in Nord-Norwegen natürlich noch das vorherrschende Thema auf der Pressekonferenz mit Niko Kovac. Dass sich die ersten 60 Minuten keineswegs wiederholen dürfen, zu dieser Erkenntnis waren die Spieler und Verantwortlichen des BVB noch vor Ort gelangt. 60 Minuten, die Kovac selbst zwar „nicht überbewerten“ möchte. Aber: „Natürlich hat mich das enttäuscht und das Ergebnis geärgert.“
Der seit Donnerstag 55-Jährige war allerdings bemüht, den Blick schnell wieder auf das Positive zu richten. „Wir haben bisher viele gute Sachen gemacht“, betonte der Trainer. „Das war das erste Spiel, bei dem ich sage, da kann man im Großen und Ganzen nicht zufrieden sein.“ Auch, wenn seine Mannschaft nur drei Tage vor der Niederlage in der Königsklasse ein 2:0 gegen Bremen in kürzester Zeit aus der Hand gab (2:2). Doch nach Rückschlägen wieder stärker aufzustehen, das sei dem BVB in den vergangenen anderthalb Jahren, seit er an Bord ist, „allzu oft“ gelungen.
„Wenn du permanent zu spät kommst, wird es schwierig“
Dafür soll auswärts bei Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr) so ziemlich alles anders laufen als noch eine Stunde lang im hohen Norden. „Das Entscheidende im Fußball ist die Einstellung“, sagte Kovac und führte aus: „Der Gegner war griffiger, schneller, zweikampfstärker, intensiver als wir. Wenn du das nicht bringst, kannst du in der Champions League nichts holen und es ist auch ein Appell für das morgige Spiel. Denn in Berlin erwartet uns genauso viel Intensität, Aggressivität und viele Zweikämpfe, die wir führen müssen.“
Es wird mehr brauchen, als die mageren 41 Prozent der gewonnenen Duelle am Mittwochabend. „Zweikämpfe kannst du nur führen, wenn du auch am Körper bist. Wenn du nur ein, zwei Meter daneben bist und permanent zu spät kommst, dann wird es schwierig“, verriet Kovac einen der Hauptpunkte, den er der Mannschaft vor dem 6. Bundesliga-Spieltag mitgeben wollte.
„Wer bereit ist, den Kampf anzunehmen, wird gute Chancen haben zu spielen.“ (Niko Kovac)
In der vergangenen Saison nahm der BVB das unangenehme Spiel an der alten Försterei an und setzte sich mit 3:0 durch. „Es war trotzdem ein harter Kampf bis zur letzten Sekunde“, erinnerte sich Kovac. Für die Wahl seiner Startelf bedeutet das: „Der, der bereit ist, diesen Kampf anzunehmen, der wird morgen gute Chancen haben zu spielen.“
Die Auswahl ist jedenfalls groß, mit Ausnahme der Langzeitverletzten Emre Can, Giannis Konstantelias (beide Kreuzbandriss) und Justin Lerma (Muskelverletzung) stehen wieder alle Spieler zur Verfügung, auch Nico Schlotterbeck, der in Norwegen aus Gründen der Belastungssteuerung aussetzte, macht sich mit auf den Weg in die Hauptstadt.

