Die Bundesliga 2026/27 hat ihren ersten Trainerwechsel. Einen Tag nach dem 0:5 beim SC Freiburg hat sich Borussia Mönchengladbach von Eugen Polanski getrennt. Überraschend kommt das kaum.
Nach null Punkten zum Start
Drei Spiele, null Punkte, 3:12 Tore: Die Bilanz von Borussia Mönchengladbach zum Start der Bundesliga-Saison 2026/27 ist ein Fehlstart, wie er im Buche steht. Beim 0:5 am Samstag in Freiburg wurden die Schwächen der Fohlenelf einmal mehr gnadenlos aufgedeckt – vor allem in der Defensive.
Sportchef Rouven Schröder vermied im Anschluss ein Bekenntnis zu Trainer Eugen Polanski, sodass der weitere Verlauf sich schon abzeichnete. Sonntagvormittag hatte Polanski nach Informationen der Rheinischen Post seinen Rücktritt angeboten. Kurz nachdem die Mannschaft zum Spielerersatztraining gegangen war, hat der 40-Jährige um 10.20 Uhr das Trainingsgelände in seinem Wagen verlassen. Der Verein machte die Trennung vom Trainer nun auch offiziell. Wie Polanski wurde auch Co-Trainer Tobias Trulsen von seinen Aufgaben freigestellt.
„Trotz einer guten Vorbereitung und positiver Ansätze ist es der Mannschaft in der Bundesliga nicht gelungen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen“, erklärte Sportchef Rouven Schröder. „Die zuletzt gezeigten Leistungen haben zu der Entscheidung geführt, Eugen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden.“
Gladbach muss sich auf die Suche nach einem Nachfolger machen. Zunächst übernimmt Co-Trainer Jan-Moritz Lichte (46) unterstützt von Markus Gellhaus das Team. Lichte bringt aus seiner Zeit bei Mainz 05 Cheftrainer-Erfahrung mit, als Schröder Sportvorstand war.
„Wir hatten uns viel vorgenommen, haben es aber nicht umgesetzt bekommen. Das tut mir leid.“ (Eugen Polanski)
Überraschend kommt die Trennung von Polanski, der als U-23-Coach vor fast exakt einem Jahr den Posten zunächst interimsweise und dann fest übernommen hatte, nicht. Damals hatte Vorgänger Gerardo Seoane – ebenfalls nach dem 3. Spieltag, aber immerhin mit einem Punkt – die Freistellung ereilt.
„Borussia Mönchengladbach war und bleibt mein Verein“, meinte Polanski. „Deshalb tut es so wahnsinnig weh, dass es nun so gekommen ist. Nach dem gelungenen Klassenerhalt haben wir zu dieser Saison einiges verändert. Wir hatten uns viel vorgenommen, haben es aber nicht umgesetzt bekommen. Das tut mir leid. Ich hoffe sehr, dass die Borussia ganz schnell die Kurve kriegt.“
Im hinteren Bereich, einschließlich der Doppelsechs im Mittelfeld, zeigte sich die Borussia zuletzt weit von einer Erstliga-Tauglichkeit entfernt. Am 1. Spieltag hatte sie in Leipzig drei Gegentore geschluckt, eine Woche später waren es zu Hause gegen Elversberg vier, nun in Freiburg fünf. Dazu kam im Breisgau eine Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Tim Kleindienst. Ausgerechnet der Stürmer selbst hatte zuletzt atmosphärische Störungen in der Mannschaft offenbart, als er seine Mitspieler öffentlich kritisierte und dafür von der Klubspitze eingebremst wurde.
Die Vorsaison hatten die Gladbacher auf dem 12. Platz abgeschlossen und wollten sich nun nach mehreren grauen Jahren wieder nach oben orientieren. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den 1. FSV Mainz 05 geht es nun aber erst einmal darum, sich nicht komplett punktlos in die dreiwöchige Länderspielpause zu verabschieden. In dieser sind Testspiele bei den Sportfreunden Siegen (24. September) und beim FC St. Pauli (3. Oktober) angesetzt.

