Gerade noch rechtzeitig ist Borussia Dortmund bei der TSG Hoffenheim erwacht und konnte das Spiel mit dem nötigen Quäntchen Glück drehen. Neuzugang Joey Veerman leistete seinen Beitrag zur Leistungssteigerung innerhalb des Spiels.
Mit Ruhe und Kommunikation
Die Ursachenforschung für die kollektiv schwache erste Hälfte des BVB beim 3:2 in Sinsheim fiel Niko Kovac nicht schwer. „Wir haben einfach jeden Ball weggeben“, blickte er auf 45 Minuten zurück, in denen seine Mannschaft überhaupt keine Ruhe in die Partie bekam und sich regelmäßig von den griffigeren, gut pressenden Hoffenheimern abkochen ließ.
Doch seit Kurzem hat der Coach für genau solche Situationen ein neues Mittel in der Hinterhand: Joey Veerman. Der Niederländer ersetzte Felix Nmecha zur Pause, mit dem klaren Auftrag, für mehr Kontrolle zu sorgen. „Er ist am Ball richtig gut, deswegen haben wir ihn auch verpflichtet, um gerade in diesen engen Situationen, wenn der Druck des Gegners so groß wird, auf engem Raum trotzdem die Lösungen zu finden“, erklärte Kovac. „Das hat er getan und es defensiv auch ganz gut organisiert mit Jobe.“
Veerman organisiert aus der Tiefe
Zwar brauchten die Dortmunder auch mit Veerman noch eine gute Viertelstunde, in der die TSG das zweite Tor erzielte und durchaus noch ein drittes hätte machen können, doch spätestens nach dem 1:2-Anschlusstreffer und der Hereinnahme von Fabio Silva wurde es merklich besser. Nicht zwingend mit mehr Ballbesitz in Summe, aber mit besseren und längeren Ballbesitzphasen.
Veerman übernahm die Rolle des Dirigenten, spielte etwas tiefer als Bellingham, der phasenweise bis auf die Höhe seines Landsmanns Ethan Nwaneri im offensiven Mittelfeld vorschob. Ein Rollenprofil, das Veerman so angekündigt worden war. „Ich mag es, mich in das Aufbauspiel einzuschalten. Sie haben mir gesagt, dass sie das brauchen und deshalb bin ich hier“, erklärte der Sechser, der Andrea Pirlo als sein Vorbild nennt.
„Ich bin ein Typ, der viel spricht, viel auf dem Platz coacht.“ (Joey Veerman)
Sicherlich, auch bei dem Niederländer lief noch nicht alles rund. Seine Passquote von 56 Prozent ist stark ausbaufähig. Und doch half er den Dortmundern nicht nur mit seiner Art Fußball zu spielen, sondern mit seiner Kommunikation zum Sieg. „Ich bin ein Typ, der viel spricht, viel auf dem Platz coacht“, beschrieb Veerman seinen Stil. Der 27-Jährige soll mit seiner Erfahrung vorangehen. Wobei er sich mit Führungsspieler-Ansprüchen nach zweieinhalb Wochen verständlicherweise noch zurückhielt. „Erstmal liegt der Fokus für mich darauf, es in die Startelf zu schaffen. Ich denke, solche Spiele helfen mir dabei.“
Mit seinem Auftritt hat er zweifelsohne Pluspunkte gesammelt – und auch Ole Book und sein Team vorerst bestätigt. „Wir alle waren überzeugt davon, dass er optimal zu den anderen etwas athletischeren Mittelfeldspielern bei uns passt und uns gut ergänzt“, sagte der Sportdirektor, der die „wahnsinnige Pass- und Ballsicherheit“ sowie die Qualität, Offensivspieler einzusetzen, hervorhob. Eigenschaften, die man in den nächsten Wochen häufiger sehen dürfte, auch von Anfang an.


