Seit Dienstag steht Örjan Nyland nach der Saison 2022/23 zum zweiten Mal bei RB Leipzig unter Vertrag. Der norwegische Nationaltorwart kennt seine Rolle, kommt aber auch, um Spiele zu machen.
Norwegischer Keeper hofft auf seine Einsätze
Aus dem Leipziger Trainingslager in Saalfelden (Österreich) berichtet Andreas Hunzinger
Am Mittwoch hat Örjan Nyland beim Frühstück Yan Diomande (19) kennengelernt. Der ivorische Flügelstürmer von RB Leipzig, dessen Abgang zu Real Madrid näher rückt, war am Morgen in Saalfelden eingetroffen, nachdem er die Abreise ins Trainingslager am vergangenen Samstag aufgrund eines Infekts verpasst hatte.
Nyland seinerseits weilt auch erst seit Dienstag im Leipziger Camp. Denn der norwegische Torhüter ist ein Neuzugang bei RB. Nyland kommt als Nachfolger des langjährigen Stammkeepers Peter Gulacsi, der sich zum FC Villareal verabschiedet hat, und erhält einen Vertrag bis 2028.
Der Norweger ist allerdings ein spezieller Neuzugang. Denn der 35-Jährige stand bereits in der Saison 2022/23 bei den Sachsen unter Vertrag. Der erneute Kontakt kam zustande, weil Gulacsi mit einem Abgang liebäugelte, und Nyland einen Sommer erlebte, „der für mich und unser ganzes Land etwas Besonderes war“. Der 1,92 Meter große und 90 Kilogramm schwere Torwart, der von 2015 bis 2018 für den FC Ingolstadt in der Bundesliga und der 2. Liga aktiv war, sorgte mit dem Nationalteam Norwegens bei der WM für Furore.
Überragend gegen Brasilien, Patzer gegen England
Besonders das 2:1 im Achtelfinale gegen Brasilien ist im Gedächtnis geblieben. Auch bei Nyland, „weil das vielleicht das beste Spiel in meiner ganzen Karriere war“. Er erhielt die kicker-Note 1, ehe er im Viertelfinale gegen England (1:2) ausgerechnet beim Siegtor der Briten patzte. Dennoch, so Nyland, sei er „richtig zufrieden mit meiner Leistung bei dem ganzen Turnier“. Und deshalb sei er auch nicht unruhig geworden, dass er, dessen Vertrag beim FC Sevilla zum 30. Juni ausgelaufen war, nach der WM zunächst ohne Verein da stand. „Ich habe mir keine Sorgen gemacht“, betont Nyland, „nach solch einem Turnier war ich mir sicher, dass Angebote kommen.“
Sie kamen, und eben auch aus Leipzig. Als RB sich meldete, „musste ich nicht lange überlegen“, so der Routinier, denn: „Beim letzten Mal haben wir viele tolle Sachen erlebt.“ Nyland war 2022/23 zwar die Nummer 2 hinter dem damaligen Gulacsi-Vertreter Janis Blaswich und bestritt nur drei Pflichtspiele, gehörte aber zum Kader, als RB im Finale von Berlin gegen Eintracht Frankfurt (2:0) den DFB-Pokal gewann.
„Bei allem Respekt möchte ich auch so viel wie möglich spielen.“ (Örjan Nyland)
Gegen vergleichbare Erfolge hätte Nyland auch in Zukunft nichts einzuwenden. Deswegen ist er gekommen. Aber auch, um zu spielen. Zwar ist er hinter der neuen Nummer 1 Maarten Vandevoordt als Nummer 2 vorgesehen, doch Nyland sagt auch: „Bei allem Respekt möchte ich auch so viel wie möglich spielen. Ich habe in einem Turnier gezeigt, was ich leisten kann. Ich habe auch in La Liga gezeigt, was ich leisten kann. Mit meiner Erfahrung muss ich nichts mehr beweisen. Jeder hier weiß, was ich kann.“ Klar ist: Zu seinem bislang letzten Einsatz im RB-Dress, am 27. Mai 2023 im Liga-Heimspiel gegen Schalke 04 (4:2), sollen künftig weitere hinzukommen.

