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Kritisches Fazit von FC-Kapitän: „Das sollte nicht der Maßstab sein“

Die Klasse ist gehalten, aber so richtig zufrieden ist beim 1. FC Köln trotzdem niemand. Auch Kapitän Marvin Schwäbe formuliert einen höheren Anspruch – und spricht sich für Trainer René Wagner aus.

Kölns Schwäbe ist unzufrieden

Als der 1. FC Köln vor zwei Wochen auch rechnerisch die Klasse gehalten hatte, fiel zum ersten Mal Druck ab. Am Samstagabend nach dem 1:5 gegen den FC Bayern in der Allianz-Arena schienen die Profis des Aufsteigers dann regelrecht befreit. „Das ist ganz wichtig“, sagte Marvin Schwäbe dementsprechend, als ein Kasten Bier in Richtung der Kölner Kabine geschoben wurde. Auch, wenn am Montag noch eine Leistungsdiagnostik ansteht, dürfte das eine oder andere Erleichterungs-Bier getrunken worden sein.

Erleichterung war das Gefühl wohlgemerkt, keinesfalls Zufriedenheit. „Wir haben unser Minimalziel zwei Spieltage vor Schluss erreicht“, resümierte Schwäbe und gab sich versöhnlich: „Dass wir vom ersten bis zum letzten Spieltag kämpfen mussten, war uns bewusst. Es war keine einfache Saison. Wir hatten Perioden, in denen wir hart kämpfen mussten. Am Ende haben wir es geschafft und das ist, was zählt.“

Schwäbe spricht von Europa

Da hat der 31-Jährige unterm Strich recht, doch nach der Saison ist vor der Saison und schon im Endspurt der aktuellen Spielzeit richteten sich schnell viele Blicke auf die Zukunft. Zu wackelig eierte der FC lange Zeit durch die Saison, zu stark verfestigte sich das Gefühl, angesichts der mageren Punkteausbeute nach dem guten Start mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Auch der Keeper mahnt, dass sich dringend etwas tun muss für die kommende Saison: „Wir müssen die kleinen Fehler abstellen, denn sonst reicht es nicht.“

In der aktuellen reichte es, wenn auch knapp und wenig zufriedenstellen. „Dass 32 Punkte nicht der Maßstab sein sollten, ist jedem klar“, monierte auch Schwäbe und formulierte eine ganz eindeutige Forderung: „Dementsprechend geht es darum, für die nächste Saison wieder eine schlagfertige Truppe zusammenzubekommen, um ein paar Punkte mehr zu haben.“ Schwäbe, der mit dem Traditionsklub schon auf europäischem Parkett unterwegs war, weiß, dass der Anspruch des Klubs und des Umfelds anders gelagert ist als im permanenten Abstiegskampf. „Ich hoffe, dass wir dann auch mal träumen dürfen und in Schlagweite oben mitspielen um die internationalen Plätze. Darauf arbeiten wir hin.“

Kessler trainiert sein Pokerface

Ob das auch für Trainer René Wagner gilt? Die Zukunft des 37-Jährigen ist offen, wie schon beim 1:3 gegen Heidenheim in der Vorwoche sammelte er auch in München nicht unbedingt viele Argumente für eine Weiterbeschäftigung. Zumindest den Kapitän hat Wagner aber hinter sich. „Grundsätzlich hat er in den letzten Wochen einen guten Job gemacht, eine gute Kommunikation gefunden und an Stellschrauben gedreht“, lobte Schwäbe, der Wagners Ägide mit einem Sieg aus sieben Spielen etwas sehr wohlwollend einschätzte: „Wir sind selbstbewusst aufgetreten und haben gute Spiele gezeigt, auch wenn die Punkte leider ausgeblieben sind. Er hat einen guten Job gemacht.“

Ob das für ein dauerhaftes Engagement beim FC reicht? Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler trainierte jedenfalls auch in München wieder sein Pokerface. Schwäbe glaubt derweil fest daran, dass es nächste Saison weniger zittrig wird beim FC. „Durch Verletzungen wurden wir gerade in der Defensive enorm aus der Bahn geworfen“, sagte er. Seine Hoffnung: „Wenn wir nächstes Jahr aus dem Vollen schöpfen können, ist es eine andere Herangehensweise.“

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