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Emotionales Kleindienst-Comeback – „Keine Timeline“ in Gladbachs Trainerfrage

Der Torjäger ist zurück bei der Borussia und blickt in die Zukunft – in der auch geklärt werden muss, ob Eugen Polanski weitermachen darf.

Borussias Torjäger stärkt Polanski

Als sich Tim Kleindienst an der Seitenlinie zur Einwechslung bereit machte, erhoben sich die Zuschauer im Borussia-Park von ihren Plätzen. Unter einem gewaltigen Applaus betrat der Stürmer das Spielfeld, nach über fünf Monaten Verletzungspause seit seinem bis dahin letzten Pflichtspieleinsatz. Nur ein paar Minuten stand Kleindienst auf dem Rasen, doch für ihn bedeuteten sie die Welt.

„Es war das Maximum an Freude für mich, wieder auf dem Platz zu stehen. Der herzliche Empfang der Fans war unbeschreiblich, ein sehr bewegender Moment für mich“, strahlte der 30-Jährige nach dem Abpfiff. „Es war das Ziel, dass ich für mich diesen positiven Abschluss der Reha habe. Das macht mich überglücklich.“

Torjäger mit Mini-Hoffnung aufs WM-Ticket

Kleindienst hofft nun, „dass es mein letztes Comeback war.“ Bis auf die Kurzeinsätze Ende November liegt ein ganzes Jahr Verletzungspause hinter ihm nach der Knie-OP aus dem Mai 2025. „Ich werde hart daran arbeiten, dass ich wieder an meine 100 Prozent herankomme“, versprach der Torjäger am Samstagnachmittag und behält in den nächsten Tagen sein Telefon im Blick. Den Traum von der WM-Teilnahme hat er nicht aufgegeben. Die Leitung bleibt frei für einen Anruf von Bundestrainer Julian Nagelsmann. „Ich warte auf irgendeine Info. Die ist entweder Ja oder Nein“, sagte Kleindienst. „Ich habe immer gesagt, ich habe noch keine klare Absage bekommen. Das heißt, ein Quäntchen Hoffnung ist da immer noch – aber am Ende treffe ich die Entscheidung nicht.“

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Der klare 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim zum Abschluss einer sehr komplizierten Saison rundete für Kleindienst den gelungenen Tag ab. Die gezeigte Leistung gegen die als Champions-League-Anwärter angereisten Kraichgauer nimmt der Angreifer als Auftrag für die Zukunft. „Das Problem ist: Von solchen Spielen hätten wir viel, viel mehr haben müssen. Das müssen wir uns ankreiden lassen. Wir hatten viele Spiele drin, die wirklich schwierig waren. Und die auch nicht schön anzuschauen waren“, gab Kleindienst offen zu.

Ein Auf und Ab und die Frage: „Warum?“

Zu den „schwierigen Spielen“ gehörte zum Beispiel das 1:3 in Augsburg eine Woche zuvor. „Das spiegelt ein bisschen die Saison wider. Wir zeigen beim 1:0 gegen Dortmund ein wahnsinnig gutes Heimspiel, fahren nach Augsburg und spielen dort fast körperlos. Gefühlt kassieren wir fünf Tore. Und dann ballern wir eine Mannschaft, die um die Champions-League-Teilnahme spielt, 4:0 weg. Da denke ich mir: warum?“, so Kleindienst. „Diese Unkonstanz hat uns viele Punkte gekostet. Wir müssen an den Basics arbeiten und die notwendige Grundeinstellung in jedem Spiel abrufen. Über die Einstellung wird im Fußball viel entschieden.“

Die Aufarbeitung der Saison beinhaltet bei der Borussia auch die Klärung der Trainerfrage. Sportchef Rouven Schröder will sich die nötige Zeit für eine Entscheidung nehmen, ob Eugen Polanski weitermachen darf. „Es gibt keine Timeline“, sagte der Manager am Samstag nach dem 4:0. „Wir werden uns die ganze Woche Zeit nehmen, um Dinge zu besprechen und dann voll überzeugt auszurichten für die neue Saison.“

Der 4:0-Sieg macht Polanski „Lust auf mehr“

Borussen-Kapitän Kleindienst erklärte zur Trainerfrage: „Eugen hat zu einer Saisonphase übernommen, die nicht einfach war. Wir hatten nicht viele Punkte, standen unten drin. Da soll mir erst mal jemand einen Trainer – einen Trainer-Neuling – zeigen, der kommt und hier ein Feuerwerk abbrennt. Er hat geschafft, was er machen sollte, er hat die Klasse gehalten. Ich glaube, das steht ihm zu, dass er vielleicht in der nächsten Saison die Zeit bekommt, vom Vorbereitungsstart an eine Mannschaft zu formen.“

In der nächsten Woche stehen für die Borussen noch zwei Freundschaftsspiele auf dem Programm. Am Mittwoch tritt die Polanski-Elf beim niedersächsischen Oberligisten SC Spelle-Venhaus (Anpfiff 18.30 Uhr) an. Am Freitag gastieren die Fohlen beim Kreisligisten SC Viktoria Anrath (18 Uhr).

Während der Saisonverlängerung wird Zeit bleiben für einen weiteren intensiven Austausch zwischen Schröder und Polanski. „Das genaue Datum weiß ich nicht, aber es werden Gespräche mit Rouven zu führen sein. Es sind einige Themen durchzugehen, und es wird sich sicher noch ein bisschen ziehen“, sagte der VfL-Coach. Der Kantersieg zum Saisonabschluss habe auf jeden Fall „Lust auf mehr gemacht“, so Polanski.

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