Nach dem wilden Ritt gegen Real Madrid wartet auf die Bayern der VfB Stuttgart. Eine mögliche Meisterfeier würde Vincent Kompany gerne vertagen.
Bayerns Trainer und sein Vergleich mit Blackburn und Burnley
Für Vincent Kompany dürfte es kein Problem sein, vor dem Bundesliga-Alltag am Sonntag gegen Stuttgart (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) klar im Kopf zu bleiben. Oder auf das Mindestlevel an Emotionen herunterzufahren. Der Bayern-Trainer war es schließlich, der wenige Minuten nach dem triumphalen Weiterkommen gegen Real Madrid am Mittwoch zu einem Vergleich ausholte, der manche ins Staunen versetzte – und dann auch wieder nicht.
Angesprochen auf ein mögliches Ranking seiner größten Erfolge als Trainer, antwortete Kompany eigentlich genauso, wie man das von ihm erwarten durfte. Er setzte das dreifache Comeback gegen Real nicht auf die eins, ebenso wenig den Sieg gegen PSG im November (2:1) oder das brachiale 6:1 in Bergamo.
Kompany erzählte lieber von seiner Vergangenheit. „Wenn du Anderlecht coachst in Belgien, und du gewinnst gegen Standard Lüttich“, na dann geht es da schon auch rund! „Das ist so emotional. Ich glaube nicht, dass das Gefühl so sehr anders ist. Das gibt dir alles.“ Oder auch etwas später: „Wir haben mit Burnley zweimal Blackburn besiegt.“ Im East Lancashire Derby! Beim zweiten Mal führte das zum Aufstieg in die Premier League. „Das war unglaublich! Ich habe als Spieler so viel erlebt, aber das war unglaublich.“
Überhaupt nicht unglaublich ist deshalb der Gedanke, dass Kompany Real Madrid schneller abgehakt hat als Deniz Undav seine Startelfchancen bei der WM. Ab jetzt gilt der volle Fokus dem VfB, und auch erst danach darf mal vorsichtig ein Blick zum Pokal-Halbfinale nach Leverkusen am Mittwoch gehen.
„Wie oft und wie groß wir feiern, wird jetzt entschieden.“ (Vincent Kompany)
Meister könnte der FC Bayern am Sonntag werden, wenn Borussia Dortmund vorher nicht über ein Unentschieden bei der TSG Hoffenheim hinauskommt. Gewinnen sowohl der BVB als auch der FCB, würde es vier Spieltage vor Schluss bei einem Zwölf-Punkte-Polster bleiben, was angesichts einer gravierend besseren Tordifferenz (47!) eigentlich schon zum Meistertitel reichen würde. Aber höchstoffiziell halt nicht.
„Das spielt für mich nur am Ende der Saison eine Rolle“, versicherte Kompany am Samstagmorgen, und laut Aussage des Trainers laufen auch seine Spieler nicht Gefahr, wegen einer möglichen Meisterfeier den Fokus zu verlieren. „Wir sind jetzt in einer Phase der Saison, in der wir damit leben können, dass wir noch ein bisschen warten mit dem Feiern. Wie oft und wie groß wir feiern, wird jetzt entschieden.“ Soll heißen: Bleibt es letztlich vielleicht bei der Meisterfeier? Wird es eine Double-Feier? Vielleicht sogar eine Triple-Party?
Ein Trio fehlt den Bayern weiter – Kompany kündigt Wechsel an
Spielt für den Trainer alles erstmal nur eine untergeordnete Rolle, schließlich wartet mit dem VfB „einer der schwierigsten Gegner“. Im Hinspiel hieß es letztlich zwar 5:0 dank eines Dreierpacks von Joker Harry Kane, aber der „Spielverlauf war immer sehr eng“. So wie gegen Madrid hatte Kompanys Mannschaft auch gegen Stuttgart „gekämpft und am Ende den Unterschied gemacht“.
Wer diesen am Sonntag machen könnte, ließ der Belgier offen, Wechsel wird es jedoch geben. „Wir machen nur das, was wir schon gemacht haben. Wir werden den Kader nutzen, weil wir das müssen.“ Einzig Tom Bischof (Wade), Lennart Karl und Sven Ulreich (beide Oberschenkel) fallen aus. „Die Jungs wollen sich zeigen“, glaubt der Trainer. Alles andere wäre ja auch komisch. Sie wollen schließlich auch diese Momente miterleben wie damals in Blackburn oder Lüttich.

