Trotz zweimaliger Führung hat Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag den ersten Heimsieg der neuen Saison verpasst. Cheftrainer Adi Hütter übte harte Kritik.
„Leistung haben wir nicht gebracht“
Die Bundesliga-Partien mit Beteiligung von Eintracht Frankfurt bleiben in dieser Saison spektakulär. Die Hessen haben es am Samstagnachmittag aber verpasst, gegen den zuvor noch makellosen SC Freiburg trotz zweimaliger Führung zu gewinnen. Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter war nach dem zweiten Remis bedient. „Ich bin mit dem Punkt zufrieden. Deswegen, weil die Leistung einfach nicht gut genug war“, stellte der 56-Jährige klar und legte nach: „Zu einem Sieg gehört auch die Leistung und die haben wir nicht gebracht.“
Speziell das 2:2, mit dem Freiburg nur drei Minuten nach Wiederanpfiff die Pausenführung Frankfurts egalisierte, wurmte Hütter. Der Österreicher sprach von einem „Geschenk an Freiburg“ und führte aus: „Wir sind ja klar in Ballbesitz und kriegen dann ein sehr, sehr billiges Tor. Das müssen wir abstellen und da habe ich kein Verständnis.“
In der Frankfurter Hintermannschaft hatte in der 48. Minute komplett die Zuordnung gefehlt, die präzise Flanke von DFB-Neuling Derry Scherhant wurde am zweiten Pfosten vom heranrauschenden und ungestörten Yuito Suzuki per Volley veredelt. Hütter hatte für den chaotischen Zustand in dieser Szene kein Verständnis. Er bezeichnete das Verhalten seiner Mannschaft in dieser Situation als „zu wenig professionell“.
Auf der Suche nach Antworten tat sich Hütter derweil schwer. „Wir haben in allen vier Spielen zur Pause geführt und es dann über 90 Minuten nicht immer hingebracht“, monierte er. Daraus einen kausalen Zusammenhang mit fehlender Fitness herzustellen, sei ihm aber zu einfach. Dabei durchaus brisant: Erst kürzlich hatte die Eintracht ihren Athletik-Chef Schahriar Bigdeli gefeuert.
Krösche: „Das müssen wir verbessern“
Sportvorstand Markus Krösche sah ein „zu frühes“ Gegentor nach dem Seitenwechsel und warf ein: „Wir haben einen Ballverlust an der Außenlinie. Das müssen wir verbessern. Wir sind aber danach nicht eingebrochen, das zählt.“
Hütter fiel es schwerer, positive Aspekte herauszustreichen. Die Unzufriedenheit war ihm deutlich anzumerken. Weswegen er auch einen vorsichtigen Blick nach oben nicht wagen wollte: „In der Phase sollte man kleinere Brötchen backen.“
In der XXL-Länderspielpause bleibt nun zumindest Zeit, an Stellschrauben zu drehen. Defensive Herausforderungen wird es schließlich wohl auch am 10. Oktober geben, wenn die Eintracht zum „Re-Start“ nach Leipzig reisen muss.

