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Hjulmands feine Spitze gegen Rolfes und Carro

In seinem ersten öffentlichen Statement nach seiner Entlassung bei Bayer 04 bedankt sich Trainer Kasper Hjulmand bei allen Wegbegleitern ausführlich – Fernando Carro und Simon Rolfes lässt der Däne allerdings unerwähnt. Eine feine Spitze gegen die Bosse.

Offener Brief des Ex-Bayer-Trainers

Erstmals nach seiner Demission als Trainer von Bayer 04 hat sich Kasper Hjulmand zu Wort gemeldet. Dabei zog der 54-jährige Däne eine Bilanz seiner Arbeit in Leverkusen, die er nach dem 2. Spieltag der abgelaufenen Saison aufgenommen und mit dem enttäuschenden 6. Platz in der Bundesliga beendet hatte.

Auf der Plattform LinkedIn bedankte sich der früher dänische Nationaltrainer bei allen „bei und rund um Bayer 04 Leverkusen“. Dabei wandte er sich ausführlich und explizit an verschiedene Seiten.

So bedankte sich Hjulmand bei den Fans: „Für ihre unglaubliche Leidenschaft, ihre Loyalität und ihre unerschütterliche Unterstützung. Ich werde niemals vergessen, wie sehr ihr diesen Verein liebt.“ Bei seinem Trainerteam und Staff: „Eure Professionalität, euer Engagement, eure Fachkompetenz und eure unermüdliche Arbeit waren von unschätzbarem Wert. Es war mir eine Ehre, mit euch zusammenzuarbeiten.“

Hjulmand lässt Rolfes und Carro unerwähnt

Und schließlich auch bei den Bayer-Profis: „Danke. Ich habe jeden einzelnen Tag mit euch genossen – auf dem Trainingsplatz, in der Kabine, an Spieltagen und auch abseits des Fußballs. Es war mir eine Ehre, euer Trainer zu sein. Ich habe viel von euch gelernt und werde eure Karrieren weiterhin mit großem Interesse und Bewunderung verfolgen.“

Warme Worte also, teilweise über mehrere Absätze, für all seine Begleiter in den vergangenen neun Monaten – einzig die beiden Geschäftsführer, CEO Fernando Carro und Simon Rolfes, ließ Hjulmand nicht nur namentlich unerwähnt.

Hjulmands Antwort auf Rolfes‘ feine Spitze

Ein Versehen? Oder doch eher eine eindeutige Botschaft zwischen den Zeilen. Eine Kritik ohne die Kritisierten zu erwähnen. Und womöglich einfach nur die Reaktion darauf, dass Rolfes bei der Vorstellung von Hjulmand-Nachfolger Carles Martinez auch den von seiner Entlassung tief enttäuschten Dänen kritisiert hatte, ohne diesen zu nennen.

So hatte der Manager mit dem Blick darauf, dass die französischen beziehungsweise aus Frankreichs Ligue 1 gekommenen Profis wie Loic Badé, Axel Tape, Jeanuel Belocian und Eliesse Ben Seghir unter Hjulmand hinten runtergefallen waren, in Bezug auf Martinez erklärt: „Er hat auch das Gespür für französische Spieler.“ Eine Aussage, die ebenfalls als feine Spitze gegen Hjulmand zu werten war.

„Gemeinsam haben wir die Saison so gut gemeistert, wie es nur möglich war.“ (Kasper Hjulmand)

Dass sich dieser und die Bayer-Macher bei der Bewertung seines Schaffens nicht einig waren, wurde bei der Bilanz der Dänen deutlich. Mit Verweis auf den Umbruch in Mannschaft und Trainerstab bei seiner Ankunft erteilte sich Hjulmand selbst Absolution.

„Gemeinsam haben wir die Saison so gut gemeistert, wie es nur möglich war“, fällte der Trainer ein Urteil, das Rolfes und Carro so nicht teilen würden, „dabei haben wir bedeutende Fortschritte gemacht, und jeder Einzelne von euch hat seinen Teil zu diesem Weg beigetragen.“

Seine Amtsentbindung ordnete er ein, ohne auch dabei selbstkritisch zu sein: „Natürlich bin ich enttäuscht, dass ich nicht die Möglichkeit haben werde, diesen Fortschritt gemeinsam mit der Mannschaft weiter auszubauen. Dennoch respektiere ich die Entscheidung“, schrieb Hjulmand, „ich weiß, dass ich jeden einzelnen Tag alles gegeben habe.“ Was für Carro und Rolfes offensichtlich nicht genug war.

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