Der Schrecksekunde folgte die erste Entwarnung. Der HSV hat gegen OSC Lille beim 2:2 nicht nur einen echten Härtetest bestanden, es herrscht auch Aufatmen in der Personalie Albert Grönbaek. Der Däne war zu Beginn der zweiten Hälfte scheinbar schwer angeschlagen vom Platz begleitet worden.
HSV-Aufsteiger verletzt sich beim 2:2 gegen Lille
Beim Gang in die Mixedzone nach dem XXL-Test über dreimal 45 Minuten sahen gleich mehrere Hamburger schwer gezeichnet von einer vor allem im zweiten Durchgang überaus hart geführten Partie aus: Jordan Torunarigha hatte das Sprunggelenk bandagiert, dessen Innenverteidiger-Kollege Warmed Omari einen Kühl-Akku auf der Schulter, am schwersten hatte es jedoch Albert Grönbaek erwischt. Immerhin: Trotz Knie-Verband konnte der Mittelfeldspieler schon wieder allein gehen.
Remberg verrät, dass die Testungen am Knie gut verliefen
Unmittelbar nach seinem Crash mit OSC-Verteidiger Isaac Cossier hatten im Hamburger Volkspark die Verantwortlichen, Mitspieler und Fans den Atem angehalten. Schmerzverzerrt hielt sich Grönbaek das Gesicht, Teamkollege Patson Daka winkte sofort heftig gestikulierend die Mediziner herbei. Gestützt von Mannschaftsarzt Dr. Götz Welsch und Physiotherapeut Tim Roussis verließ der 25-Jährige das Feld, konnte mit dem linken Bein nicht auftreten.
Nach dem Abpfiff gab es zumindest leichte Entwarnung. Offenbar hat Grönbaek „nur“ eine schmerzhafte Fleischwunde am linken Knie davongetragen. „Ich habe ihn in der Kabine abgeklatscht, da hat Albert schon wieder gelächelt“, verriet Merlin Polzin und blickte sichtbar erleichtert. Denn klar ist: Ein langfristiger Grönbaek-Ausfall wäre ein schwerer Schlag für den HSV.
Der Mittelfeldspieler, schon in der Endphase der Vorsaison eine Positiverscheinung, spielt seit seiner festen Verpflichtung für 4,7 Millionen Euro von Stade Rennes eine herausragende Vorbereitung. Nach großem Verletzungspech in der Vergangenheit ist spür- und sichtbar, dass der dänische A-Nationalspieler mit zunehmendem Rhythmus das Potenzial hat, in Hamburg zum Unterschiedsspieler aufzusteigen.
„Es tut wohl vor allem sehr weh“
Auch am Samstag gegen die Franzosen überzeugte Grönbaek zunächst wieder auf der Zehnerposition, rückte nach der Auswechslung von Albert Sambi Lokonga zu Beginn des zweiten Drittels auf die Sechserposition, ehe es im gegnerischen Strafraum zum Zusammenprall kam.
Kapitän Nicolai Remberg hat nach dem Abpfiff noch mehr Details als sein Trainer zum Gesundheitszustand des Mittelfeldspielers verraten. „Albert hat gesagt, dass alle bekannten Testungen am Knie gemacht wurden und alles okay ist. Es tut wohl vor allem sehr weh. Ich hoffe natürlich, dass es jetzt wirklich nicht so schlimm ist.“
Klar ist: In den kommenden Tagen werden weitere Untersuchungen folgen, um auszuschließen, dass die Bänder tatsächlich nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Zumindest die ersten schlimmsten Befürchtungen unmittelbar nach der Auswechslung scheinen sich nicht zu bestätigen.

