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Eintracht-Stürmer Burkardt: „Es ist eine komplett andere Fußballidee“

Jonathan Burkardt spricht im Frankfurter Trainingslager über seine gute Fitness, den neuen Fußball unter Adi Hütter, Probleme mit Ex-Coach Albert Riera und eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft.

Hütter kommt beim Torjäger gut an

Aus Grassau berichtet Julian Franzke

Die Sonne brennt gnadenlos auf den Trainingsplatz nieder, als Jonathan Burkardt nach einer intensiven Einheit am Mittwochvormittag zur Medienrunde erscheint. Der 26-Jährige hinterlässt bislang in der Vorbereitung einen hervorragenden Eindruck. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit – auch im Urlaub. Bleibt er gesund, ist ihm zuzutrauen, in der neuen Saison eine Top-Position in der Torjägerliste der Bundesliga zu erreichen. Burkardt hat sich hohe Ziele gesetzt, will zurück in die Nationalelf. Mit Adi Hütter könnte er nun genau den richtigen Trainer an der Seite haben, der noch mehr aus ihm herauskitzelt. Gegenüber den Journalisten sprach Burkardt über …

… sein Fitnesslevel und Training im Urlaub: „Es tat gut, dass der Urlaub lange war. So konnte ich mich schon am Anfang gut erholen und den Fokus dann auch wieder aufs Training richten. Ich habe schon viel trainiert im Urlaub und fühle mich gerade sehr, sehr gut und sehr, sehr fit. Ich konnte alle Trainingseinheiten perfekt mitmachen und glaube, das sieht man auch in den Trainingseinheiten.“

… seinen Umgang mit Verletzungen: „Man muss jede Verletzung anders betrachten. Dadurch habe ich sehr viel gelernt, auch in der vergangenen Saison. In der Sommerpause konnte ich noch mal an andere Grundlagen rangehen und hatte auch die Zeit zu hinterfragen: Wie lief die letzte Saison? Was habe ich gut gemacht? Dann versuche ich, mich immer weiterzuentwickeln und setze mir neue Ziele. Ich schaue auch, welche Ziele ich letzte Saison hatte. Wie passte das? Was kann ich jetzt noch besser machen? Auch letzte Saison kam ich in diesen Bereichen Schritte voran, ob in der Ernährung oder der Ausdauer. Das sah man jetzt auch in den Tests. Ich fühle mich gerade sehr gut aufgestellt für das, was kommt.“

… den großen Fanandrang in Grassau und seine Popularität bei den Anhängern: „Das macht viel mit einem. Ich finde es sehr cool, dass wir hier in der Gegend geblieben sind und die Fans die Möglichkeit haben, einfacher zum Trainingslager zu kommen. Es sind so viele Leute da, es gibt so viele unterstützende Worte; das habe ich so noch nie erlebt. Die Fans merken und sehen im Training, dass es uns Spaß macht, dass Intensität drin ist. Das war vielleicht letzte Saison nicht immer zu sehen, deswegen hat man schon jetzt nach den ersten Wochen ein gutes Gefühl.“

… die Freude am Fußball von Adi Hütter: „Ich glaube, es passt sehr gut zu mir, hoch anzulaufen, intensiv unterwegs zu sein, hohe Balleroberungen zu haben, um dann auch einen kurzen Weg zum Tor zu haben. Genau das üben wir gerade ein. Das sieht man auch in den Einheiten, mir macht das sehr viel Spaß.“

… die Kommunikation des Trainers, der im Training häufig eingreift: „Er ist ein sehr kommunikativer Trainer, der auch die Spieler einbezieht, was Spaß macht. Ich glaube, es ist ein Muss, dass gerade jetzt viel korrigiert und gesprochen wird. Der Wechsel ist ja offensichtlich: Es ist eine komplett andere Fußballidee, ein ganz anderes System. Daran muss man sich erst gewöhnen und alle abholen. Deswegen tun uns die Unterbrechungen gut. Es gab aber auch schon Trainer, die noch öfter unterbrochen haben…“

„Die Kapitänsfrage war kein Thema.“ (Jonathan Burkardt)

… die Behebung der defensiven Anfälligkeit der vergangenen Saison durch hohes, kompaktes Pressing: „Durch hohes Anlaufen nehmen wir dem Gegner viel Zeit weg und probieren, ihn gar nicht erst so weit in unsere Hälfte kommen zu lassen, wie das vielleicht letzte Saison manchmal der Fall war. Wenn wir den Gegner weit weg vom eigenen Tor halten, erhöht das natürlich die Chance, dass wir nur wenige Gegentore bekommen. Das muss aber zusammen geschehen, andernfalls ist es umso riskanter. In den ersten Wochen klappte es schon ganz gut, ist aber noch nicht perfekt. Schaffen wir es, dass alle dieselbe Idee haben, kann uns das und vor allem auch den Verteidigern helfen.“

… ein persönliches Gespräch mit Hütter, das schon vor dem Trainingslager stattfand: „Es war ein sehr angenehmes Gespräch. Er sagte, dass ich Verantwortung übernehmen solle. Ich antwortete ihm, dass ich bereit dafür sei und sehr, sehr gerne Verantwortung übernehme und vorweggehe. Die Kapitänsfrage war kein Thema.“

… seine Rolle als Ratgeber in einer jungen Mannschaft: „Ich denke schon, dass das meine Rolle ist, weil ich schon in vielen verschiedenen Systemen und auch in einigen Mannschaften gespielt habe. Unsere vielen jungen Spieler sind offen und fragen nach. Es macht mir extrem viel Spaß, da auch mal eine taktische Hilfestellung zu geben, wenn ich es kann. Ich probiere mitzuhelfen, dass wir alle in dieselbe Richtung gehen. Das funktioniert ganz gut.“

… die Doppelspitze in den Testspielen: „Ich mag das definitiv. Es kann sehr gut harmonieren,vorne jemanden dabei zu haben, mit dem man spielen kann. Ob das mit Ansgar Knauff ist, ob das mit Younes Ebnoutalib ist – im Training haben wir schon viel eng zusammengespielt und eine Verbindung geschafft. Das können wir in der Vorbereitung noch weiter stärken, in den Testspielen hatte ich schon ein gutes Gefühl. Aber ich bin flexibel. Ich kann als alleinige Spitze oder Teil einer Doppelspitze spielen. Beides habe ich schon ganz gut gemacht.“

„Am Ende war es definitiv eine unzufriedenstellende Saison“

… das Resümee seiner ersten Saison bei Eintracht Frankfurt: „Es war turbulent. Wir hatten drei Trainer, am Ende war es definitiv eine unzufriedenstellende Saison. Persönlich war es in Ordnung, meine Torquote war gut. Aber ich habe fast die halbe Saison verpasst (wegen einer Wadenverletzung, Anm. d. Red.). Jetzt probiere ich, die komplette Saison mit Leistung voranzugehen und gebe Gas.“

… den Konflikt mit Ex-Trainer Albert Riera: „Es ist viel passiert. Wie schon erwähnt: Die Saison war turbulent, diese Phase war es definitiv auch – und sehr anstrengend für mich persönlich. Von der Trainerseite und auch von meiner Seite lief nicht alles glatt. Ich habe dann auch nicht bestmöglich reagiert, glaube aber, dass ich jetzt einen Haken dahinter setzen und nach vorn schauen kann. Es tut mir sehr gut, was aktuell in Frankfurt passiert.“

… seinen Mitspieler Can Uzun: „Er gibt mir sehr positive Vibes. Man könnte vielleicht denken, dass Can ein Spieler ist, der etwas weniger presst. Aber ihr habt es heute selbst gesehen, er hatte sehr viele Balleroberungen. Mit dem Ball ist Can unser bester Dribbler, unser größter Unterschiedsspieler. Man hat das Gefühl, dass er voll und ganz bei uns ist. Es macht sehr, sehr viel Spaß, mit ihm zu trainieren und zu spielen.“

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