Rückkehrer Adi Hütter ist bei Eintracht Frankfurt der große Hoffnungsträger. Das spürte man auch beim Trainingsauftakt am Montag. Der Trainer will begeisternden Fußball spielen lassen, doch dafür fehlt ihm noch die Mannschaft.
Frankfurter Quintett ohne Perspektive
Pünktlich um 10.30 Uhr rief Adi Hütter seine Mannschaft in einem Kreis auf dem Platz zusammen. Nach einer kurzen Ansprache liefen sich nicht nur die Spieler warm, auch das neue Trainerteam drehte eine kleine „Ehrenrunde“, um die 2000 Fans zu begrüßen. Kräftiger Applaus vermischte sich mit Rufen der Begeisterung – ein überaus herzlicher Empfang für den neuen, alten Trainer. Fünf Jahre ist es her, dass Hütter mit reichlich Getöse nach Gladbach wechselte. Vergeben und vergessen. Der Österreicher ist bei Eintracht Frankfurt schon jetzt der ganz große Hoffnungsträger dieses Sommer. Als Antreiber und Steuermann soll er den gesamten Klub wieder auf Kurs bringen.
„Wir wollen das Feuer entfachen“
„Es hat sich super angefühlt, ich spüre eine riesige Freude. Es ist unglaublich, wie schnell sich alles vertraut anfühlt. Man sieht, dass die Begeisterung da ist“, frohlockt Hütter und kündigt an: „Wir wollen proaktiven Fußball spielen, die Leute begeistern und das Feuer entfachen. Das kann man nur, wenn man versucht, von der ersten Minute an nach vorne zu spielen.“ Die Wucht des Stadions soll die Mannschaft beflügeln.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Nicht nur wegen der schweißtreibenden Vorbereitung in den kommenden Wochen. Der Kader steckt noch voller Fragezeichen. „Es ist das Wunschdenken eines jeden Trainers, dass zum Trainingsstart schon alle Mann an Bord sind. Das ist unmöglich. Doch je schneller die Schlüsselspieler auf den Schlüsselpositionen da sind, desto besser ist es“, meint Hütter. Zum jetzigen Zeitpunkt geht der 56-Jährige mit der Situation noch gelassen um.
„Wenn das meine erste oder zweite Trainerstation wäre, würde ich vielleicht ein bisschen unruhiger dastehen“, sagt der Österreicher und ordnet ein: „Ich bin schon seit 17, 18 Jahren im Profigeschäft, diese Situationen gibt es immer wieder. Aber natürlich freue ich mich, wenn alles abgeschlossen ist und man weiß, mit wem man es wirklich zu tun hat. Die Transferzeit ist speziell und für Trainer nicht immer angenehm.“
Ein Quintett ohne Perspektive
Neuzugänge für die Profimannschaft waren am Montag noch nicht zu sehen. Malik Pimpong (FC Midtjylland) stand zwar auf dem Rasen, soll aber zunächst über die zweite Mannschaft an die Bundesliga herangeführt werden. Dafür trainierte ein Quintett mit, das abgegeben werden soll: Eric Junior Dina Ebimbe, Niels Nkounkou, Michy Batshuayi, Noel Futkeu und Jessic Ngankam. Beim Trainingsspiel drehten sie Extrarunden. Hütter erklärt: „Das ist das Los eines Trainers, dass man ein paar wegschicken muss. Das mag ich nicht, aber das gehört dazu. Ich konzentriere mich auf die Spieler, die da bleiben wollen und die auch wir da haben wollen. Trotzdem behandle ich alle gleich.“
Fragezeichen gibt es auch hinsichtlich möglicher weiterer Abgänge. Aurele Amendas Unterschrift bei Coventry City ist wohl nur eine Frage der Zeit. Darüber hinaus zählen Jean-Matteo Bahoya, Fares Chaibi, Hugo Larsson Ellyes Skhiri, Arthur Theate und Michael Zetterer zu den Wechselkandidaten. Besonders spannend ist die Personalie Can Uzun, der heftig mit Galatasaray Istanbul flirtet. Der türkische Spitzenklub fühlte bei der Eintracht bereits wegen eines Transfers vor. Ob es zu einer Einigung kommt, lässt sich schwer absehen. Für weniger als 50 bis 60 Millionen Euro dürfte die Eintracht ihren Shootingstar kaum ziehen lassen. Hütter schätzt die Qualitäten des Offensivspielers sehr, wirkt aber nicht sonderlich zuversichtlich, dass der türkische Nationalspieler bleibt.

