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Das Bayern-Scouting bei Saibari – und was Kane der Konkurrenz droht

Nach zwei Torvorlagen beim Debüt sind die Mitspieler voll des Lobes für Ismael Saibari. Der nun auf die Startelf hofft.

Nach dem starken Debüt des Neuzugangs

Ismael Saibari könnte bald Probleme bekommen beim FC Bayern, vielleicht noch eher in der neuen Wahlheimat München. Die Stutzen des Trikotsatzes sind dem Neuzugang aus Eindhoven zu eng, oder, je nach Sichtweise, „meine Waden zu dick“. Deshalb schneidet er sich Löcher in die Rückseite seiner Arbeitssocken, um die Beine nicht verkrampfen zu lassen.

Der Marokkaner hat das Rad damit nicht neu erfunden, auf die Idee kamen schon andere Profis vor ihm, auch wenn es immer wieder interessant zu beobachten ist. Bei Saibari dagegen stellt sich zwangsläufig die Frage nach einer Lösung, wenn die durchtrainierten Beine sich in wenigen Wochen ins Oktoberfest-Outfit zwängen müssen. Beim jüngsten Paulaner-Shooting des Rekordmeisters gab er eine gute Figur ab, durfte die Lederhose aber ziemlich zeitig wieder zur Seite legen.

Sowieso nur Sorgen für morgen, fürs Erste richtet sich der Blick auf den sportlichen Ertrag, und der hätte beim Bundesliga-Debüt gegen Stuttgart durchaus unglücklicher ausfallen können. Nach einer Stunde ersetzte der 50-Millionen-Euro-Einkauf Saibari den 50-Millionen-Euro-Einkauf Nathaniel Brown im offensiven Mittelfeld und beendete seinen Arbeitstag eine halbe Stunde später mit den ersten beiden Torvorlagen in der Bundesliga. „Stark“ fand Joshua Kimmich den Einstand seines neuesten Kollegen. „Also braucht gefühlt gar keine Anlaufzeit.“

Was schon was heißen soll, weil es auf den ersten Blick natürlich größere Herausforderungen gibt, als in ein funktionierendes Star-Ensemble wie jenes in München reinzurutschen, aber „bei uns ist es ja schon von den Anforderungen teilweise mehr als vielleicht bei anderen Teams oder auch in den Jahren davor, weil es einfach extrem intensiv ist“, meint Mittelfeldmotor Kimmich, selbst sehr auffällig mit zwei Vorlagen. „Jeder hat immer eine Aufgabe“, erklärt er, „hat immer eine Rolle auszufüllen.“ Und ist aufgrund der rochierenden Offensive ständig am Hin- und Herlaufen.

„Er spielt sehr intelligent.“ (Harry Kane über Ismael Saibari)

Saibari füllte seine Rolle am Freitag anders aus als Vorgänger Brown, ist weniger der quirlige Techniker zwischen den Linien, sondern eher der wuchtige Zielspieler mit Dynamik nach vorn. „Zwei verschiedene Spielertypen, die uns da aber beide sehr, sehr weiterhelfen können“, glaubt Kimmich. Auch Harry Kane hat früh Gefallen gefunden am neuen Offensivpartner, „er spielt sehr intelligent“, sagt der Toptorjäger über Saibari. „Wenn er in den Zweikämpfen ist, ist er extrem robust und kommt gut mit dem Ball heraus.“ Seine Drohung an die Konkurrenz: „Man darf nicht vergessen, dass er gerade erst von einer Verletzung bei der WM zurückkommt – er wird also noch fitter und besser werden.“

Nach dem bei der WM erlittenen Muskelfaserriss meldete sich der 25-Jährige Stück für Stück zurück, sammelte in den abschließenden zwei Testspielen gegen Leipzig und in Heidenheim bereits Minuten, kam dazu als Joker im Supercup ganz kurz zum Zug. Ob es am Mittwoch beim Pokalspiel in Osnabrück schon Zeit für die Startelf ist? „Ich werde von Tag zu Tag fitter und fühle mich gut“, verspricht er selbst. „Jetzt liegt es am Trainer zu entscheiden, ob er mich in die Startelf stellt.“

Kompanys Frage an Eberl: „Was haltet ihr von dem?“

Überzeugt ist der Trainer Vincent Kompany sowieso, sonst hätte er sich im Januar ja auch nicht stark gemacht für eine Verpflichtung des Marokkaners, wobei die Bayern-Verantwortlichen um Max Eberl den Spieler nach eigener Aussage zuvor schon auf dem Radar hatten. Nachdem Saibari im direkten Duell mit der PSV gegen die Bayern getroffen hatte, soll Kompany auf Eberl und Co. zugekommen sein und gefragt haben: „Hey, was haltet ihr von dem?“ Und „wir konnten dann anfangen zu erzählen, was wir schon von ihm gesehen haben“, berichtet Eberl ein halbes Jahr später stolz.

Offensichtlich hat der Rekordmeister bei der Verpflichtung Saibaris erst einmal nicht danebengegriffen. „Er hat sich heute auch bei der Mannschaft beliebt gemacht“, glaubt CEO Jan-Christian Dressen, weil Saibari eben nicht eigensinnig, sondern übersichtlich agiert hat. Nun winkt ihm langsam die Startelf – und dann bald wieder die Lederhose, mit den engen Strümpfen.

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