In den vergangenen Wochen spielte er auf Bewährung. Fabian Bredlow hat bestanden. Auch beim 1:5 in München hielt Stuttgarts Keeper tadellos.
Seimen-Stellvertreter überzeugt
Maximilian Mittelstädt sagte als Erster zumindest freundlich ab, ein anderer starrte alle und alles um ihn herum ignorierend auf sein Handy, ein weiterer meinte unwitzig „ich muss jetzt heim“, ein ganz anderer wollte keine „Sprecherlaubnis“ vom Klub haben und der letzte habe „schon so viel gesprochen …“. Stuttgarts Profis hinterließen auch abseits des Rasens nach der 1:5-Klatsche beim Rekordmeister keine gute Figur. Nicht alle. Fabian Bredlow überzeugte und dürfte die Akte „Neuer-Dennis-Seimen-Vertreter“ endgültig zugeklappt haben.
„Er hat eine rundum tadellose Leistung abgeliefert.“ (VfB-Sportvorstand Fabien Wohlgemuth über Bredlow)
Der 31-Jährige war der Einzige, der beim Stuttgarter 1:5 in der Münchner Allianz-Arena überzeugen konnte. „Er hat uns mehrfach im Spiel gehalten und einfach eine rundum tadellose Leistung abgeliefert. Ihm kann man nichts vorwerfen“, lobt Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, der die gute Leistung des Keepers als „Bestätigung für ihn“ ansieht.
Die Bestätigung, dass die Stuttgarter eine seit Wochen im Raum stehende Neuverpflichtung eines Keepers beenden können. Bredlow, der sowohl im DFB-Pokal beim 4:0 bei Hansa Rostock als auch beim schmerzlichen 1:5 in München ohne Fehl und Tadel agierte, hat sich als Stellvertreter für den verletzten Dennis Seimen bewährt.
Der Nachfolger für den abgewanderten Alexander Nübel, die designierte neue Nummer 1 der Schwaben, fehlt nach einer Sehnenverletzung im hinteren Oberschenkel seit mehreren Wochen und noch etwa bis Ende September. Eine Situation, die die Verantwortlichen zum Nachdenken gebracht hat. Eine weitere Verpflichtung stand im Raum. Immer unter der Voraussetzung, dass sich Bredlow verletzen oder einfach Nervenflattern bekommen könnte.
Kein Nervenflattern
Bisher ist nichts davon eingetreten. Der Routinier erwischte nur einmal im Testspiel gegen den FC Everton einen schwächeren Tag. Ansonsten hielt er einwandfrei. Auch bei der Klatsche beim Rekordmeister, wo er bei Michael Olises direktem Freistoß (17.) an den linken Außenpfosten noch Glück hatte, aber hinterher mehrfach gegen Luis Diaz (26., 77.), Nathaniel Brown (38.) oder Konrad Laimer (42.) weitere Gegentreffer verhindern konnte. Bei den weiteren Toren der Münchner war er machtlos.
„Jetzt wird das Thema wahrscheinlich ruhen.“ (Fabian Bredlow)
„Auf persönlicher Ebene“ sei er mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden gewesen. Gleichwohl habe er „fünf Kirschen gefressen“ und der VfB „das Spiel deutlich verloren. Das ist sehr, sehr bitter“, so Bredlow, der sich in der Dauerschleife wähnte. „Die Bayern sind halt einfach gnadenlos. Wir haben es des Öfteren erleben müssen. Vor allem in der 2. Hälfte, wenn die Müdigkeit ein bisschen und die Unkonzentriertheit dazukommt, wird man direkt bestraft.“
Für ihn gab es stattdessen Lob und die höchstwahrscheinliche Gewissheit, dass er seine Rolle als Seimen-Vertreter jetzt und auch nach der Rückkehr des U-21-Nationalspielers behalten wird. „Es sind immer noch drei Tage, in denen der Verein Zeit hat, sich etwas zu überlegen“, sagt der Routinier vorsichtig. „Aber ich glaube, dass ich in den vergangenen Wochen keine Zweifel habe aufkommen lassen. Jetzt wird das Thema wahrscheinlich ruhen.“

