Kingsley Coman soll den FC Bayern nun doch verlassen wollen – aber was macht dann der FC Bayern?
Abschied des Franzosen zeichnet sich ab
Fußballtrainer und Fußballspieler haben gelernt, sich im Profifußball grundsätzlich nie auf etwas festzulegen. Wenn ein Trainer, er könnte zum Beispiel Niko Kovac heißen, mit einem anderen Verein in Verbindung gebracht wird, sagt er lieber nicht gleich nein, sondern „Stand jetzt nein“.
Und als Kingsley Coman sich vor wenigen Wochen in Miami zum FC Bayern bekannte, da sagte er auch nicht, dass er auf jeden Fall beim FC Bayern bleibe. Sondern, dass er „gerne beim FC Bayern bleiben“ wolle. „Ich habe zwei Jahre Vertrag, das ist einfach. Es passieren zwar viele Sachen im Fußball, man kann es nicht wissen. Aber ich habe Vertrag und fühle mich wohl.“
Das war Ende Juni, während der Klub-WM. Mitte August, rund eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt im Supercup, ist dann doch wieder reichlich Bewegung in einen nicht mehr wirklich für möglich gehaltenen Wechsel gekommen. Coman soll sich mit dem saudi-arabischen Verein Al-Nassr über einen Wechsel einig sein, ihm winkt wohl ein Jahresgehalt von 25 Millionen Euro netto.
„Wenn ein Spieler gehen möchte, setzen wir uns natürlich mit ihm zusammen und sprechen – und reagieren dann entsprechend.“ (Präsident Herbert Hainer)
Beim FC Bayern erhalten die Topstars inzwischen zwar auch teils absurde Summen, mit einem solchen Gehalt kann und will der Rekordmeister aber nicht mithalten. Denn er war ja sowieso längst bereit, Coman bei einem passenden Angebot abzugeben. Das war schon im Sommer 2024 der Fall, als Sportvorstand Max Eberl Gespräche nach Saudi-Arabien führte, Coman aber letztlich ablehnte.
Zwei Jahre vor Vertragsende scheinen sich die Wege des verletzungsanfälligen Flügelspielers und Bayern München nun doch zu trennen. Als Ablöse stehen um die 30 Millionen Euro im Raum, noch besteht keine Einigkeit.
Klar ist, dass der deutsche Rekordmeister selbst wieder aktiv werden müsste. Zwar soll der zuletzt angeschlagene Serge Gnabry gegen Stuttgart wohl wieder mitmischen können, das Aufgebot wird trotzdem immer dünner. Ohne Coman stünden Trainer Vincent Kompany für die Offensive aktuell nur Harry Kane, Luis Diaz, Michael Olise und Gnabry zur Verfügung.
Paul Wanner (Bandverletzung im linken Sprunggelenk, rund zwei Wochen) und Jamal Musiala (Wadenbeinbruch, erst Richtung Jahresende) fallen aus, Lennart Karl braucht noch Zeit, auch wenn der 17-jährige Youngster in der Vorbereitung einen guten Eindruck hinterlässt.
„Allgemein kann ich sagen, dass wir mit unserem Kader sehr zufrieden sind“, betonte Präsident Herbert Hainer am Sonntag beim Jubiläumsmarsch zum Tegernsee (Neuauflage des legendären Aufstiegsmarschs von 1965). „Jetzt haben wir den Luxus, in den nächsten drei Wochen zu sehen, was auf dem Markt passiert. Wenn ein Spieler gehen möchte, setzen wir uns natürlich mit ihm zusammen und sprechen – und reagieren dann entsprechend.“
Für Coman wäre es der Abschied nach zehn Jahren in München. Insgesamt kam der 29-Jährige, damals zunächst von Juventus ausgeliehen und später fest verpflichtet, auf 339 Spiele und 72 Tore im FCB-Trikot. Sein möglicherweise letztes erzielte er am Donnerstagabend mit einem feinen Schlenzer beim 4:0 gegen Tottenham.
Fraglich, ob Coman am Dienstagabend im Test beim Grasshopper Club Zürich noch mitmischt.

