Am Samstag steigt mal wieder das derzeit einzige Duell zwischen bayerischen Erstligisten. Der FC Augsburg empfängt die Bayern. Ein Blick auf die Bilanz des Rekordmeisters gegen Teams aus dem Freistaat – mit legendären Duellen, großen und überraschenden Namen.
Löwen, Haching & Co.
Das Duell mit dem FC Augsburg ist aktuell das einzig inner-bayerische der Bundesliga und damit natürlich auch für den FC Bayern. Mit sechs Konkurrenten aus dem Freistaat hat sich der Rekordmeister seit seinem Aufstieg 1965 gemessen, eine perfekte Bilanz hat er dabei gegen zwei. Vier Spiele, vier Siege, drei Punkte im Schnitt heißt es sowohl gegen die SpVgg Greuther Fürth als auch gegen den FC Ingolstadt. Dort, im Audi-Sportpark, machten die Münchner am 33. Spieltag der Saison 2015/16 ihren dritten und letzten Meistertitel unter Pep Guardiola perfekt. Ein Doppelpack von Robert Lewandowski beim 2:1-Auswärtssieg genügte dafür.
Unterhachings Quote ist besser als die des FCN
Man möchte meinen, gegen die SpVgg Unterhaching sähe es identisch aus – Irrtum! Eines des vier Derbys zwischen 1999 und 2001 gewannen die Münchner Vorstädter, die mit ihrem unvergessenen Sieg gegen Leverkusen am letzten Spieltag 2000 den großen Nachbarn noch unverhofft zum Deutschen Meister machten. Am 17. Februar 2001 traf Miroslav Spizak im Sportpark in der 57. Minute zur großen Überraschung, den Abstieg verhinderte dieser Coup aber nicht. Im ersten Vergleich im August 1999 jubelte übrigens der 18-jährige Roque Santa Cruz in seinem zweiten Bundesligaspiel zum ersten Mal, 1:0 ebenfalls der Endstand. Drei Siege der Bayern bedeuten einen Punkteschnitt von 2,25 gegen die Hachinger.
Eine bessere Bilanz haben die Bayern sogar gegen den ruhmreichen 1. FC Nürnberg, mit dem er in der Bundesliga 62-mal die Klingen kreuzte. 38 Siege, 13 Unentschieden und elf Niederlagen ergeben nach Drei-Punkte-Rechnung exakt 2,5 pro Partie. Denkwürdig ging es gegen die Franken dabei oft genug zu. Etwa beim 7:3 des FCN in seiner letzten Meistersaison 1967/68, als Goldköpfchen Franz Brungs fünfmal traf. Auch das letzte Spiel im Olympiastadion sah diese Konkurrenten, 6:3 siegten die Bayern im Mai 2005. Den letzten Treffer dort erzielte aber? Ja, wer eigentlich? Eine Millionenfrage für Günther Jauch. Samuel Slovak lautet die richtige Antwort.
Der FCA besiegte die Bayern bereits fünfmal
Den schlechtesten Punkteschnitt haben die Bayern übrigens gegen ihren Stadtrivalen 1860 München, 1,94 in 36 Vergleichen. Logisch irgendwie, ging doch gleich die Premiere 1965 im Derby am 1. Spieltag mit 0:1 verloren. Erinnert sei auch an Thomas Riedls Traumtor zum 1:0 im November 1999, dem ersten Sechzig-Sieg nach 22 Jahren. Ob die Statistik gegen die Sechziger auf ewig zementiert ist, diese jemals in die Bundesliga zurückkehren? Schön prickelnd wäre ein solches Derby allemal.
Ein Derby ist das Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg streng genommen nicht, die Rivalität auch nicht ganz so groß. Von bislang 30 Bundesligaspielen gewannen die Bayern 23 und verloren fünf, zuletzt daheim im Januar mit 1:2. Es ist ihre einzige Niederlage in der Liga in den vergangenen eineinhalb Jahren. Wiederholt sich Geschichte am Samstag? 2,37 Zähler pro Partie gegen den FCA sprechen eher dagegen.
Blamagen gegen Bayreuth und Vestenbergsgreuth
Im DFB-Pokal haben diese bayerischen Duelle übrigens teilweise ihre eigenen Gesetze gehabt, was auch sonst. Der 4:2-Finalsieg mit „Turban-Dieter“ Hoeneß 1982 ist das vielleicht denkwürdigste Spiel zwischen dem Club und den Bayern, das letzte Stadtderby mit den Löwen entschied Franck Ribery 2008 mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 in der 120. Minute. Die SpVgg Bayreuth und der TSV Vestenbergsgreuth haben nie in der obersten Liga gespielt und die Bayern trotzdem geärgert. Bayreuth gewann im Januar 1980 in der dritten Runde daheim auf Schnee mit 1:0. Und legendär natürlich Vestenbergsgreuth samt Torschütze Roland Stein beim 1:0 in der Auftaktrunde 1994 gegen Lothar Matthäus, Oliver Kahn und Co. Bis heute die letzte Erstrundenniederlage der Münchner.

