Beinahe hätten die Bremer ein Déjà-vu erlebt. Anders als vor vier Jahren reichte es beim BVB nach 2:0-Rückstand dieses Mal „nur“ für ein Remis. Gute Laune hatten die Hanseaten dennoch. Allen voran Niclas Füllkrug, der gegen sein Ex-Team spät zum Ausgleich traf.
Nach Punktgewinn beim BVB
Lange Zeit lieferte Werder Bremen dem BVB einen aufopferungsvollen Kampf. Als die Hanseaten dann nach 80 Minuten in einen Konter liefen, durch Daniel Svensson in Rückstand gerieten und fünf Minuten später durch Nico Schlotterbeck das 0:2 kassierten, sah es aber danach aus, als würde sich der Kampf nicht auszahlen.
Doch diese Bremer Mannschaft gab sich nicht auf und wusste – wie bereits gegen den FC Augsburg vor der Länderspielpause – zurückzuschlagen: Ludovit Reis verkürzte zum 1:2, Niclas Füllkrug besorgte in der Nachspielzeit den Ausgleich. Beinahe hätte sich sogar das Drama aus der Saison 2022/23 wiederholt, als Werder ein 0:2 in den Schlussminuten noch in ein 3:2 umbog.
Auch wenn es dieses Mal „nur“ zu einem Punkt gereicht hat, war den Bremern die Freude über den Punktgewinn ins Gesicht geschrieben. „Einfach glücklich, dass wir hier wieder mit einem Punkt wegfahren“, zeigte sich etwa Füllkrug bei Sky erleichtert – und vor allem angetan von seinen Kollegen: „Die Bereitschaft ist extrem hoch. Ich glaube, dass man das auch in der ersten Halbzeit gesehen hat. Nach Ballverlust, wie schnell wir alle hinter den Ball kommen, wie schnell wir im Gegenpressing sind, wie schnell wir bereit sind, dass auch alle da mitmachen.“ Der späte Ausgleich sei folglich „die Belohnung, die man dafür bekommt, wenn man positiv ist, wenn man Bereitschaft an den Tag legt“.
Füllkrugs Jubel sollte keine Provokation sein
Dass ausgerechnet Füllkrug mit seinem späten Kopfball-Treffer für den Ausgleich sorgte, hatte einen besonderen Reiz. Der 33-Jährige lief schließlich eine Saison für den BVB auf, erreichte mit den Westfalen unter anderem das Champions-League-Finale. „Ich habe mich natürlich auf das Spiel gefreut“, so Füllkrug, der sich einen Scherz nicht verkneifen konnte: „Vielleicht ein bisschen ungünstig für den BVB gewesen: 20.30 Uhr, Signal-Iduna-Park, da kommt der Champions-League-Fülle raus.“
Bremens Mittelstürmer meinte es mit einem Augenzwinkern, dennoch habe es sich „ein bisschen so angefühlt. Irgendwie hat mich das Schalalala beim Aufwärmen dann auch schon wieder ein bisschen mit motiviert. Das habe ich vermisst.“
Beim BVB herrsche eine „ganz tolle Atmosphäre“, die Borussia sei „einfach ein toller Verein“, so Füllkrug, der beim Ansehen des Tores dann aber auch feststellen musste: „Den Jubel konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen.“ Als Provokation wollte ihn der 33-Jährige aber auf keinen Fall verstanden wissen: „Ich mache das Tor auch für uns und nicht gegen sie. Das ist wichtig. Ich mag den BVB sehr, sehr gerne und gucke auch immer noch ganz viele Spiele.“
„Wenn mein Land mich braucht, dann bin ich für mein Land da – immer“
Nach fünf Partien für Werder steht Füllkrug nun bereits bei vier Toren. Viermal in Folge hat er genetzt. Dass es nach seiner Rückkehr nach Bremen so gut laufen würde, hätte er sich wohl selbst nicht erträumt. Rückt jetzt aber vielleicht sogar das Thema Nationalmannschaft für ihn nochmal in den Fokus? „Möchte ich nicht so gerne drüber reden“, blockte Füllkrug ab, ließ sich dann aber doch entlocken: „Wenn mein Land mich braucht, dann bin ich für mein Land da – immer. Auch wenn ich 43 bin und dann noch einer in der Box stehen soll. Dann komme ich auch, aber ich bettle nicht darum und fordere auch nichts. Das wird nicht passieren.“
Dennoch könne er „gar nichts ausschließen“. Mehr als Toreschießen bleibt Füllkrug ohnehin nicht übrig. Damit soll es dann auch schon in einer Woche weitergehen, wenn Aufsteiger SC Paderborn im Weserstadion zu Gast ist.

