Eigentlich schien nur noch der Vollzug offen zu sein. Nachdem RB Leipzig den Transfer von Yan Diomande nach Madrid finalisiert hatte, sollte der Weg frei sein für Fisnik Asllani aus Hoffenheim. Doch der bleibt nun bei der TSG.
Wegen medizinischer Bedenken
Das ist eine dicke Überraschung, gewissermaßen ein Transfer-Hammer ohne Transfer. Seit Wochen galt es als offenes Geheimnis, dass Fisnik Asllani Hoffenheim verlassen wird und sich mutmaßlich RB Leipzig anschließt. Darüber hatte auch der kicker mehrmals berichtet. Der wechselwillige Stürmer, der aufgrund einer Ausstiegsklausel die TSG verlassen kann, war erst gar nicht mehr mit ins Trainingslager nach Österreich gefahren und hatte auch auf die Testspiele davor verzichtet.
Doch am Freitagabend die überraschende Wende. Die TSG Hoffenheim bestätigte zwar offiziell die Verhandlungen mit RB, verkündete aber zugleich, dass der Deal geplatzt ist. Dort heißt es: „Die TSG Hoffenheim und RB Leipzig standen zuletzt in Gesprächen über einen potenziellen Wechsel von Fisnik Asllani.“ Auch auf eine Ablösesumme von 27 Millionen Euro hatten sich die Parteien bereits geeinigt. Doch: „Dieser Transfer kommt aufgrund medizinischer Bedenken, die RB Leipzig angemeldet hatte, nicht zustande.“
Welcher Art diese Bedenken sind, bleibt bislang offen. „Fisnik hat bei der TSG eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Dass dieser Transfer nun nicht zustande kommt, ist für uns sportlich alles andere als eine schlechte Nachricht“, erklärte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, der den zweiten großen Verkauf dieses Sommers (nach Bazoumana Touré für 50 Millionen Euro zu Newcastle) eigentlich fest eingeplant hatte.
Asllanis Bleiben verursacht ein schönes Gedränge im TSG-Sturm
In Schickers Statement ist von medizinischen Problemen oder eingeschränkter Einsetzbarkeit keine Rede. Dem Vernehmen nach soll Asllani nach seiner Rückkehr am Dienstag sofort wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. „Wir stehen zu unserem Spieler. Fisnik hat in der letzten Saison maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen, hat die Vorbereitung auf gewohnt hohem Niveau absolviert und trainiert ab kommender Woche wieder mit der Mannschaft“, versicherte Schicker.
Asllani hatte in der Vorsaison mit elf Toren und zehn Vorlagen gleich eine starke erste Bundesligasaison hingelegt und hatte fest vor, den nächsten Karriereschritt zu gehen. Nun kommt alles anders. Denn natürlich hat sich die TSG auf dessen Abgang längst vorbereitet. Neben dem aus St. Gallen geholten Schweizer Alessandro Vogt stehen Trainer Christian Ilzer im Offensivzentrum zudem Tim Lemperle, der nach Verletzungsproblemen zurückdrängende Adam Hlozek, Youngster Max Moerstedt und schlussendlich Top-Star Andrej Kramaric zur Verfügung. Und jetzt auch wieder Asllani. Ein schönes Gedränge.
Auch die Hoffenheimer Finanzplanungen wirbelt der Rückzieher Leipzigs durcheinander. Denn neben den 50 Millionen Euro für Touré und gut 20 Millionen aus Abverkäufen sollten auch die Asllani-Millionen für ein sattes Transferplus sorgen, schließlich hat Hoffenheim auch bereits 68 Millionen Euro in neue Spieler investiert.

