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„Wenn ich dafür eine Begründung hätte“ – Leipzig luchst Bayern einen Bundesliga-Rekord ab

Während Leipzig auswärts regelmäßig Niederlagen einstecken muss, klappte es gegen die SV Elversberg mit dem nächsten deutlichen Heimsieg. Dabei konnte RB dem FC Bayern sogar einen Bundesliga-Rekord abluchsen.

Zu Hause hui, auswärts pfui

Hätte man in der Leipziger Red Bull Arena während der Halbzeitpause die Zuschauer über den möglichen Ausgang der Partie befragt, wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, auf ein 4:0 zu tippen. Nach gleich acht Wechseln im Vergleich zur Niederlage in der Königsklasse bei Real Madrid (1:4) taten sich die Sachsen im Offensivspiel nämlich zunächst sehr schwer und durften sich bei Torhüter Örjan Nyland bedanken, dass Aufsteiger Elversberg zur Pause nicht sogar in Führung gelegen hatte.

„Die erste Hälfte war nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, konstatierte Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer bei Sky und lieferte direkt eine Erklärung für den schwächeren Auftritt. Auf der einen Seite „mussten wir vielleicht erst einmal die Nackenschläge, die wir zuletzt einstecken mussten, verarbeiten“, und zugleich seien aufgrund der XXL-Rotation keine Automatismen vorhanden gewesen. „So haben wir noch nicht zusammengespielt“.

Nach der Ansprache von Trainer Martin Demichelis und dem Seitenwechsel wurde es dann jedoch urplötzlich besser – und schon nach knapp drei Minuten war dank Tidiam Gomis der Bann gebrochen. „Der Dosenöffner war wichtig“, befand Christoph Baumgartner, der als Joker in seinem ersten Bundesliga-Spiel seit der langen Verletzungspause („Bin froh, wieder auf dem Platz zu stehen“) selbst für die endgültige Entscheidung sorgte.

18 Tore in vier Heimspielen

Der Österreicher hatte zugleich entscheidenden Anteil daran, dass seine Mannschaft jetzt sogar einen weiteren Bundesliga-Rekord innehat: Eine bessere Tordifferenz als RB hatte ein Klub in der Bundesliga nach seinen ersten vier Heimspielen in einer Saison noch nie.

Die Leipziger erzielten bei den Dreiern gegen Gladbach, den HSV, Frankfurt und eben Elversberg insgesamt 18 Treffer und ließen keinen einzigen zu. Der bisherige Spitzenreiter dieser Statistik war der FC Bayern, der vergangene Saison mit 17:1 Toren startete. Kommende Woche könnte der Rekordmeister auch schon direkt wieder gleichziehen, sollte er mindestens zweimal mehr als Gegner Borussia Dortmund knipsen.

Falls es so weit kommt, tragen die Leipziger selbst eine Teilschuld, gingen sie doch erst vor einer Woche mit 1:6 in München baden. Überhaupt zeigen sie auswärts bisher ein ganz anderes Gesicht als zu Hause, denn auf fremden Plätzen gelang bisher weder in Liga noch Champions League ein Punktgewinn.

Nach den Ursachen dafür wurde natürlich auch Schäfer gefragt. „Wenn ich dafür eine Begründung hätte, dann würde ich die sofort anwenden und wir hätten auch auswärts mehr Punkte“, antwortete der 40-Jährige knapp.

Während Schäfer also noch nach Lösungen sucht, steht die nächste Reise bereits kurz bevor: Am Dienstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) gastiert RB im Rahmen des DFB-Pokals bei Drittligist Rot-Weiss Essen. Aus diesem Wettbewerb kennt RB noch das Gefühl, auswärts jubeln zu dürfen: In der 1. Runde gab es ein souveränes 6:0 bei Eintracht Trier.

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