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Adeyemi zur Zukunftsfrage: „Da müssen beide Seiten ehrlich sein“

Bleibt Karim Adeyemi bei Borussia Dortmund – oder eben nicht? Am Rande eines PR-Termins zu seiner Dokumentation gemeinsam mit Frau Loredana sprach der Flügelflitzer auch über seine Zukunft.

Neue Doku gibt private Einblicke

Das Tor mitten in der Dortmunder Nordstadt ist auf den ersten Blick unscheinbar, die Klinke nur Zierde, das Klingelschild verrät nichts. Ein paar Meter weiter ist eine türkische Bäckerei, in die andere Richtung der Hauptstraße ein arabischer Supermarkt, gegenüber die Suppenküche.

Erst als das Tor nach ein paar Minuten ratternd nach oben rollt und den Weg zum Innenhof ebnet, ist der Blick frei auf mehrere Luxuswagen und eine steile Treppe zum Tonstudio, in dem Karim Adeyemi und seine Frau Loredana warten. Sie, die Rapperin aus der Schweiz, hat hier schon häufiger Stücke aufgenommen.

An den Wänden hängen Poster der Beatles, von Blondie-Sängerin Debbie Harry und Jimi Hendrix zwischen bunt gemusterten Tapeten, am Boden liegen dicke Orientteppiche, die Luft ist stickig von Menschen und Technik. Ganz hinten sitzen die „Talents“, wie es in der Unterhaltungs-Industrie so schön heißt. Das passt schon, denn Adeyemi ist längst auch über seine eigentliche Branche den Profi-Fußball hinweg ein Künstler.

In wenigen Tagen startet auf Amazon Prime die Doku-Serie „Loredana & Karim“, in der die beiden Protagonisten durch ihren Alltag begleitet werden, zu Hause, beim Kochen oder auf der gemeinsamen Fahrt zum Training, um noch ein bisschen mehr Zeit zusammen zu verbringen. Erstaunlich normal wirkt das, Alltag eben, wenn nicht doch zwischendurch Champions-League-Spiele oder ein Video-Dreh im Stripclub davon bezeugen würden, dass hier doch zwei Personen des sehr öffentlichen Lebens aufeinandergetroffen sind.

„Mein Bild in der Öffentlichkeit ist oft falsch.“ (Karim Adeyemi)

Ein solches Format will beworben werden, und so empfangen die beiden eben im Tonstudio in tiefen grünen Sesseln und erzählen aufgeräumt aus ihrem Leben. Und weil der Fußball eine dermaßen große Rolle in ihrem Leben spielt, sind eben nicht nur Bunte und hiphop.de eingeladen, sondern auch Sportmedien.

Und auch wenn Loredana die Spiele ihres Mannes intensiv verfolgt und, wie in der Doku mehrfach zu sehen, sogar analysiert, geht es an diesem Montagnachmittag weniger um die taktische Rolle von Adeyemi unter Niko Kovac. Sondern vielmehr um seine oder vielmehr ihre öffentliche Wahrnehmung und die gemeinsame Zukunft.

„Mein Bild in der Öffentlichkeit ist oft falsch“, sagt Adeyemi direkt: „Aber mein Image bei den Dortmunder Fans ist, glaube ich, sehr gut.“ Beide prominenten Partner wüssten, dass sie „polarisieren“, und zwar, „weil wir sehr authentisch sind“, wie der 24-Jährige glaubt: „Die Leute wissen, wie ich bin und das ich das tue, was mein Gefühl und mein Herz mir sagen. So spiele ich auch auf dem Platz, nicht für Image, nicht für Geld, aus Leidenschaft.“

„Mal spiele ich gut, mal schlecht. Und jedes Mal wird dann darüber geredet“

Zweifel an seiner Gutmütigkeit gibt es ohnehin wenig, weder in Dortmund noch woanders. Es ist eher die etwas zu viel vorhandene Leichtigkeit, oft genug in Naivität und mangelnder Reife mündend, die ihn immer mal wieder zurückwirft. Wenn er unbedacht eine Mystery-Box bestellt, deren Inhalt ihm einen Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes beschert, oder wenn er mitten im Spiel doch mal vergisst, den Weg nach hinten genauso konsequent zu gehen wie den nach vorne.

Und spätestens nach Start der Liaison mit der bekannten Rapperin Loredana sind diese Eskapaden dann auch Einladungen für Medien, bei denen der Fußball sonst gar nicht so eine große Rolle spielt. „Mal spiele ich gut, mal schlecht. Und jedes Mal wird dann darüber geredet“, weiß Adeyemi selbst.

„Egal was wir tun, es gibt immer eine Schlagzeile.“ (Loredana)

Und seine Frau ergänzt, dass „in den letzten zwei Jahren in der Öffentlichkeit und in den Medien so vieles gekommen ist, bei dem ich mir dachte: Wahnsinn!“ Denn: „Egal was wir tun, es gibt immer eine Schlagzeile.“ Eine Belastung für die Beziehung und für beide, sagt sie. „Ich wünsche es anderen Leuten, anderen Fußballern und Künstlern wirklich, dass sie nicht so einen medialen Druck haben, wie wir den hatten“, blickt sie zurück: „Aber wir haben das sehr gut überstanden.“

Nun also die Kamera-Begleitung, die insgesamt rund eineinhalb Jahre ihres Lebens abdeckt. Natürlich geht es vor allem darum, mal am öffentlichen Klischee vorbei zu zeigen, wie es hinter sonst verschlossenen Türen aussieht. „Zu Hause sind wir natürlich anders als in der Öffentlichkeit. Dafür ist die Doku da. Die wird gut zeigen, wie wir tatsächlich sind.“

Spannend bleibt, an welchem Ort eine theoretische zweite Staffel gedreht würde, die Zukunft von Adeyemi bei Borussia Dortmund und damit die gemeinsame in der Region ist über den Sommer hinaus offen. Aktuell stehen die Zeichen sogar eher auf Trennung, angesichts eines Vertrags bis 2027 könnte der Verein jetzt noch eine angemessene Ablösesumme generieren.

„Ich habe mich sehr, sehr oft zu diesem Klub bekannt“

„Dortmund ist ein Verein, bei dem ich sehr gerne gespielt habe und immer noch spiele. Ich habe mich sehr, sehr oft zu diesem Klub bekannt, das muss ich jetzt nicht jedes Mal wiederholen“, sagt Adeyemi und betont es dann doch noch einmal: „Ich fühle mich hier wohl, ich genieße die Zeit, die ich hier bin.“

Aktuell liegen Klub und Spielerseite weit auseinander, was eine Verlängerung des Vertrags angeht. Im Laufe des Sommers soll eine Entscheidung fällen, ob der Angreifer verlängert oder wechselt, am unwahrscheinlichsten ist die Option, dass er mit auslaufendem Vertrag in die neue Saison geht.

„Und für die Zukunft schauen wir einfach, was passiert“, sagt Adeyemi: „Da müssen beide Seiten ehrlich sein und am Schluss werden wir eine Entscheidung treffen.“ Ihm sei es „wichtig, dass wir alle weiterhin offen und transparent miteinander reden, dann bin ich zufrieden“. Und von links ergänzt seine Frau Loredana nachdrücklich: „Wenn man verlängern will, müssen beide Seiten dafür brennen. Karim ist offen dafür, dass er bleibt, der würde sogar noch zehn Jahre bleiben.“

In den kommenden Wochen wird es eine Entscheidung geben, für einen Verbleib des Fußball-Profis und der Rapperin in Dortmund oder eben dagegen. „Ich würde mich freuen, wenn wir in der nächsten Zeit Klarheit schaffen, ja oder nein“, sagt Adeyemi: „Und falls wir uns nicht einigen, dann geht meine Karriere woanders weiter.“

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