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Was Rolfes‘ Umgang mit Hofmanns Trainer-Kritik über Xabi Alonsos Zukunft verrät

Simon Rolfes reagiert moderat auf die Kritik von Jonas Hofmann an Xabi Alonso. Inhaltlich ist dies komplett nachvollziehbar, dennoch zeigt der Umgang des Geschäftsführer mit der Causa auch, dass Rolfes fest mit dem Abgang des spanischen Trainers rechnet.

Bayer-04-Manager zeigt Verständnis

Übt ein Profi Kritik am aktuellen Trainer seiner Mannschaft, so ist die Reaktion der Vereinsführung leicht vorhersehbar. Der Spieler erhält einen Rüffel, wird darauf hingewiesen – besonders wenn es sich um einen unzufriedenen Reservisten handelt – dass es seine Pflicht sei, Leistung abzuliefern, und je nach Wortwahl folgt eine Sanktion in Form einer Geldstrafe.

Nun gut, Jonas Hofmann hat seine Kritik an Xabi Alonso am Samstagabend nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg sachlich formuliert, aber in seiner Botschaft nicht ohne Schärfe, dem Trainer mangelnde Kommunikation hinsichtlich der Erklärung seines Reservisten-Status („sehr wenig“) attestiert und seine extreme Zurückstufung durch den Basken („Ich muss ein bisschen aufpassen“) unmissverständlich als für ihn nicht akzeptabel eingestuft. Die Anklage war, ohne dass der 32-Jährige ein unbedachtes, abwertendes Wort wählte, eindeutig.

„Jonas hat in den letzten Monaten mit Sicherheit für das, was er kann und was seine Ansprüche sind, natürlich zu wenig gespielt.“ (Simon Rolfes)

Die Reaktion von Geschäftsführer Simon Rolfes fiel allerdings sehr gemäßigt aus. „Dass manche Spieler frustriert waren, weil sie zu wenig gespielt haben, ist normal und das ist auch auch menschlich“, sagte der Ex-Profi allgemein und erklärte zu den in die Startelf beförderten Robert Andrich und Emiliano Buendia sowie Joker Hofmann, die allesamt für Impulse gesorgt hatten: „Der Mannschaft hat die Energie geholfen, die die Jungs reingebracht haben.“

Speziell zu Hofmann zeigte sich Rolfes verständnisvoll. „Jonas hat in den letzten Monaten mit Sicherheit für das, was er kann und was seine Ansprüche sind, natürlich zu wenig gespielt. Dass er jetzt erstmal damit unzufrieden ist und überlegt, wie es nächstes Jahr aussieht, ist ja menschlich“, sagte der Manager, um dem Offensivakteur, der für den Fall, dass Xabi Alonso Trainer bliebe, seinen Wechselwunsch eindeutig durchblicken ließ, sogleich die Tür bei Bayer 04 offen zu halten.

Rolfes äußerts moderate Kritik an Hofmann und Wertschätzung zugleich

„Dass sich Sachen aber trotzdem im Sommer ändern können, ist auch klar“, sagte Rolfes und betonte zu einem möglichen Abgang Hofmanns (Vertrag bis 2027): „Da gibt es keine Entscheidung, aber ich kann verstehen, dass er nicht happy mit den letzten Monaten ist, aber ich bin auch überzeugt, dass er es deutlich besser kann.“ Ein letzter Satz, der Kritik, aber auch Wertschätzung zugleich vermittelte.

Dass Rolfes mit dem von ihm hoch angesehenen Hofmann nach dessen Trainer-Kritik so wohlwollend umging, ist als mehr als nur ein Indiz dafür zu werten, dass den Verantwortlichen bei Bayer 04 bewusst ist, dass der bei Real Madrid als Nachfolger von Carlo Ancelotti eingeplante Xabi Alonso den Klub nach dieser Saison verlassen wird.

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