Nach dem 1:1 gegen Frankfurt bleibt der FC Augsburg ein weiteres Jahr in der Bundesliga – und Trainer Manuel Baum im Amt?
FCA-Trainer im Fokus
Die Geschichten wiederholen sich neuerdings beim FC Augsburg. „Eigentlich geil“ fand Manuel Baum, dass er sich am Samstag schon wieder ärgern musste. Nicht weil seine Mannschaft einen Punkt gegen den Europacup-Anwärter Frankfurt geholt hat, sondern weil sie schon wieder nur einen Punkt geholt hat.
„Ich fand’s mega, dass ich in lauter enttäuschte Augen schauen durfte“, bilanzierte der Trainer. „Das zeigt mir einfach, dass sie Bock haben, Spiele zu gewinnen.“ Weil St. Pauli parallel in Heidenheim patzte, durfte der FCA nun auch ganz offiziell den Klassenerhalt eintüten, aber daran hatte längst niemand mehr gezweifelt.
Eben deswegen überwog nach dem 1:1 gegen die Eintracht die Enttäuschung über zwei verlorene Punkte wie jüngst beim 1:1 in Hamburg oder beim 2:2 gegen Hoffenheim. Vier Spiele in Folge sind die Augsburger nun ungeschlagen, mit ein bisschen mehr Punch könnten sie rechtzeitig vor dem finalen Endspurt sogar an die Europapokalplätze anklopfen.
„Wir wollen alle, dass er bleibt.“ (Anton Kade über Trainer Manuel Baum)
Stattdessen geht es in den verbleibenden drei Partien wohl eher um die Platzierung, ein einstelliger Tabellenplatz soll es sein. Und neun Punkte, wenn es nach Fabian Rieder geht. „Ich hasse es zu verlieren“, sagt der Schweizer Regisseur grinsend. „Irgendwie haben die Jungs Hunger auf mehr“, ergänzt Trainer Baum.
Er selbst wird, ob er Lust darauf hat oder nicht, vermehrt ins Rampenlicht rücken. Mindestens bis Mitte Mai, wahrscheinlich auch noch darüber hinaus. Die Verantwortlichen um Geschäftsführer Michael Ströll und Sportdirektor Benjamin Weber wollen sich nach dem 34. Spieltag zusammensetzen mit dem Trainer, der eigentlich nur bis zum Saisonende in dieser Funktion bleiben und dann in seine Rolle als „Leiter Entwicklung und Innovation“ zurückkehren sollte.
Darf Baum sein Trainer-Engagement nach der Winterposse ein zweites Mal verlängern? Würde er das überhaupt wollen? Will die Mannschaft in der Konstellation weitermachen? „Wenn man sich die Ergebnisse anschaut“, sagt Torschütze Anton Kade, „vor allem gegen die guten Gegner, und wo wir in der Tabelle stehen, ist natürlich klar, dass wir alle wollen, dass er bleibt, weil es vor allem Spaß macht, wenn man gegen Bayern oder Leverkusen gewinnt.“
Ein deutlicheres Plädoyer gibt es kaum. Auch Mittelfeldspieler Rieder würde sich einen Baum-Verbleib „schon sehr“ wünschen. „Es ist schon immer … nicht mühsam, aber es ist eine Veränderung, wenn ein Trainerwechsel kommt. Wir haben uns jetzt eingespielt, man sieht schon, wie wir uns entwickelt haben, wie er uns stabilisiert hat. Ich bin sehr zufrieden, er hat das top gemacht.“
Weber weicht vorsichtig aus – Baum hat den besten Schnitt
Deutliche Zeichen aus der Mannschaft, die bei Sportdirektor Weber angekommen sind. „Ist ja gut, dass die Situation gerade so beschrieben wird“, sagt der Ex-Paderborner etwas ausweichend. „Trotzdem gilt es, an die nächsten drei Spiele zu denken. Wir sind aktuell zufrieden, das ist so, auch wenn wir gerne zwei, drei Punkte mehr gehabt hätten.“
Und was sagt der Noch-Trainer selbst? „Wir entscheiden das am Ende der Saison“, betont Baum pflichtbewusst. „Für einen Verein ist immer wichtig: Was hat man für ein Ziel? Dann denkt man darüber nach: Wie wollen wir die Ziele erreichen? Und schaut dann, wer am besten in welche Position passt.“ Und wer passt am besten? „Das wird dann am Ende der Saison besprochen.“
Betrachtet man nur seine aktuelle Amtszeit, hat Baum mit 1,42 (27 Punkte in 19 Spielen) den besten Punkteschnitt aller FCA-Trainer – und die Argumente damit auf seiner Seite. Wenn er sie denn braucht.

