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Wagner stellt sich selbst ein Bein und lässt Köln weiter warten

Für den 1. FC Köln sah gegen Union Berlin alles nach einem erlösenden Auswärtssieg aus. Doch nach einem Dreierwechsel brach der Aufsteiger plötzlich ein – und hat nun ein Endspiel gegen Schlusslicht Heidenheim.

Einbruch nach Dreierwechsel

Am Ende, fand René Wagner, sei er „zufrieden mit dem Punkt“. Bei den Fans wird der Trainer des 1. FC Köln für diese Sichtweise aber wohl eher keine Mehrheit finden: Das 2:2 bei Union Berlin schenkte der Aufsteiger schließlich noch nach einer Zwei-Tore-Führung her. Rechnerisch ist der Klassenerhalt für die Geißböcke an diesem Spieltag nicht mehr möglich. Und das, obwohl die Kölner auf dem besten Weg dahin waren.

Wagners Wechsel-Idee geht nicht auf

„Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir es nicht geschafft haben, mit der 2:0-Führung souveräner umzugehen“, moserte dementsprechend Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler am Sky-Mikrofon, auch wenn sich der gebürtige Kölner angesichts des einen Punkts für eine typisch rheinisch-optimistische Sichtweise auf die Gemengelage entschied: „Grundsätzlich sind wir unserem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen.“

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Doch die Umstände des späten Einbruchs dürften sowohl Kessler als auch Wagner noch beschäftigen. Denn Said El Mala hatte mit seinem Treffer zum 2:0 in der 61. Minute eigentlich den Deckel auf eine Partie gemacht, in der Köln mit wenigen Mitteln in Führung gegangen war und Union noch weniger gelang. Kurz vor dem Anschlusstreffer allerdings entschied sich Wagner für einen Dreifachwechsel: Youssoupha Niang ersetzte El Mala, Jan Thielmann ersetzte den Einfädler des Führungstreffers, Jakub Kaminski, und Linton Maina ersetzte 1:0-Torschütze Marius Bülter. Mit fatalen Folgen.

„Wir haben nicht mehr den nötigen Druck gefunden und uns hinten reindrängen lassen“, monierte Torhüter und Kapitän Marvin Schwäbe die nachlässige letzte halbe Stunde. Und Wagner erklärte: „Wir fanden, dass wir in der Phase ein wenig den Druck am Ball verloren haben und wollten mit drei neuen Spielern Energie bringen. Das war der Grund, auch um der Mannschaft zu zeigen: Wir bleiben weiter dran und wollen weiter vorwärts spielen.“

Gegen Heidenheim muss der FC punkten

Ein Plan, der nicht aufging. Stattdessen stellte sich Wagner selbst ein Bein, ohne Top-Scorer El Mala (zwölf Tore, fünf Vorlagen) und den zweitbesten Scorer Kaminski (sieben Tore, fünf Vorlagen) ging beim FC nur noch wenig nach vorne. Niang ließ außerdem den Torschützen des 1:2, Tom Rothe bei der Ecke entwischen. Thielmann verhinderte Livan Burcus Schuss zum Endstand nicht.

Unterm Strich blieb so eine Menge Ärger über den vergebenen Sieg hängen. Und das Gefühl, es ein wenig unnötig spannend gemacht zu haben. Denn gegen den 1. FC Heidenheim am vorletzten Spieltag muss der FC zwingend punkten, um im Saisonfinale beim FC Bayern nicht auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen zu sein.

Kessler jedenfalls stärkte seinen Coach trotz des vergebenen Matchballs im Kampf um den Klassenerhalt: „René hat mit Ausnahme des guten Spiels in Leverkusen immer gepunktet. Das ist mit Sicherheit nicht schlecht für uns.“ Besser noch wäre ein Sieg in Berlin gewesen. Weil der ausblieb, muss Köln weiter auf den Klassenerhalt warten – und zumindest weiter ein wenig zittern.

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