Im Sandwichspiel zwischen den beiden europäischen Halbfinalpartien will der SC Freiburg in der Liga Eintracht Frankfurt wieder überholen.
Freiburg setzt nach drei Auswärtsniederlagen auf Heimstärke
Die Kampfansagen ließen trotz der großen Enttäuschung nicht lange auf sich warten. Schon kurz nach dem späten 1:2 im Hinspiel des Europapokal-Halbfinales in Braga ging der Blick aufs Rückspiel in Freiburg, aber davor „erstmal voll Fokus auf Wolfsburg“, wie Rechtsverteidiger Philipp Treu sagte.
Im Heimspiel gegen den abstiegsgefährdeten VfL (Sonntag, 19.30 Uhr, LIVE! bei kicker) geht es schließlich um wichtige Punkte in der Liga, in der noch Platz sieben und damit die erneute internationale Qualifikation möglich ist. Noch ist Frankfurt Siebter, und der Sport-Club will „nicht zulassen“, dass das so bleibt, bekräftigte Stürmer Igor Matanovic. Er konnte da noch nicht wissen, dass sein Ex-Klub gegen den HSV leer ausgehen würde – und dem SC damit eine Vorlage für das Sonntagsspiel gab.
Schuster erwartet heftige Wolfsburger Gegenwehr
„Es tut uns gut, dass wir nach drei Auswärtsspielen endlich wieder ein Heimspiel haben“, sagte Trainer Julian Schuster. „Wir wollen in der Liga siegen und uns so bestmöglich auf das Rückspiel vorbereiten.“ Zumal es auch drei Niederlagen in Folge waren: im DFB-Pokal in Stuttgart, in der Liga in Dortmund und europäisch in Braga. „Jedes Spiel ist automatisch die Vorbereitung für das nächste“, erklärte Schuster am Freitagmorgen noch in Braga. Den Rückflug aus Portugal wollte er noch dazu nutzen, die Partie nachzubereiten. Nach der Ankunft ging es in Freiburg mit den Spielern auf den Platz, die nur kurz oder gar nicht zum Einsatz kamen, um sich auf Wolfsburg vorzubereiten. „Ein Gegner, bei dem es um alles geht und der dementsprechend auftreten wird“, so der SC-Coach, „sie werden alles reinwerfen, das hat man die letzten Wochen gesehen.“
Die Fan-Unterstützung wird wichtig sein
Bei den Freiburgern wird die Frage sein, wie viel sie selbst noch investieren können nach den vielen englischen Wochen. Nach dem Pokalspiel in Stuttgart ist der Sport-Club in Dortmund mit einer auf sieben Positionen veränderten Startelf engetreten. Auch wenn Schusters erster Eindruck nach Braga war, „dass alle gut durchgekommen sind“, ist auch jetzt wieder mit einigen Wechseln zu rechnen. „Wir müssen entscheiden, wer die richtige Frische hat.“ Und nicht nur bei der Mannschaft ist die gefragt. „Wir werden die Fans für beide Spiele benötigen, um mit uns gemeinsam alles herauszukitzeln“, richtete Schuster einen Appell an die Zuschauer für die Heimaufgaben gegen Wolfsburg und Braga.
Spektakel im Hinspiel – und mentale Freiburger Stärke
Positiv stimmen ihn die Comeback-Qualitäten des Teams, die es auch nach dem frühen Rückstand in Braga wieder gezeigt hat, auch wenn es noch den sehr späten Gegentreffer gab. Ein gutes Beispiel dafür ist auch das spektakuläre Hinspiel gegen Wolfsburg (mit VfL-Trainer Daniel Bauer) kurz vor Weihnachten, bei dem die Freiburger zwar zunächst in Führung gingen, dann aber noch zweimal in Rückstand gerieten, und trotzdem mit 4:3 gewannen. „Das Pendel hat abwechselnd auf beiden Seiten ausgeschlagen, das kostet sehr viel Energie, Fehler zu akzeptieren, das Momentum wieder auf die eigene Seite zu holen. Diese mentale Stärke war auf allerhöchstem Bundesliganiveau“, urteilte Schuster damals.
Und er lobte auch die Einwechselspieler, die das Spiel entscheidend beeinflusst haben, vor allem die beiden Torschützen Vincenzo Grifo und Derry Scherhant. „Wir brauchen immer wieder den Richtigen für einzelne Momente.“ Das wird auch für das aktuelle Spiel gegen die Niedersachsen gelten, in dem die Freiburger auf Platz sieben hoffen, und auf ein positives Gefühl, mit dem sie im Rückspiel am Donnerstag gegen Braga das Europa-League-Finale in Istanbul wahr werden lassen wollen.

