In der Kaderplanung schlägt Mainz 05 einen neuen Weg ein. In der Vorsaison stellte der Verein die älteste Mannschaft der Bundesliga, nun liegt der Fokus auf jungen, entwicklungsfähigen Spielern. Die bisherigen Transfers spiegeln diesen Kurs deutlich wider.
Alle Zugänge unter 25
Nicht das Alter, sondern die Leistung zählt. Dieser Satz gehört zum Standardrepertoire eines jeden Trainers – auch Urs Fischer griff darauf zurück, wenn er mit dem Altersdurchschnitt seiner Mannschaft konfrontiert wurde. Mit 28,2 Jahren stellte Mainz 05 in der vergangenen Saison bei den eingesetzten Spielern die älteste Mannschaft der Liga. Der FC St. Pauli (27,5) und Union Berlin (27,3) folgten mit etwas Abstand. Am anderen Ende der Statistik befinden sich RB Leipzig (24,7) und Eintracht Frankfurt (25,0). In der neuen Saison will Mainz nun ein bisschen mehr wie Leipzig sein.
„Für uns war klar, dass wir niemanden holen, der Richtung 30 geht“, betont Niko Bungert. „Wir schauen im Großen und Ganzen nach Spielern, die 25 und jünger sind“, so der Sportdirektor. Dieser Trend ist in der Transferpolitik deutlich erkennbar. Mit 24 Jahren sind Ransford Königsdörffer und Eric Martel die beiden ältesten der fünf Neuzugänge. Dahinter folgen Fabio Gruber (23), Otto Ruoppi (20) und Alynho Haidara (17). Das Top-Talent aus der Elfenbeinküste trainiert bei den Profis mit. Ob er direkt den Sprung in den Bundesliga-Kader schafft, muss die Sommervorbereitung erweisen.
Aus dem Kreis der Über-25-Jährigen könnte auch noch Nadiem Amiri (29) ausscheiden, falls sich der WM-Spieler für einen Wechsel entscheidet und ein werthaltiges Angebot eingeht. Abgegeben werden sollen noch Marco Richter (28) und Hyun-Seok Hong (27). Die beiden trainieren nach Leihstationen vorerst wieder am Bruchweg.
Ein erfahrener Torhüter fehlt noch
Die Zugänge Martel und Königsdörffer bringen vom 1. FC Köln und vom Hamburger SV einiges an Bundesligaerfahrung mit. Sie haben damit gute Aussichten auf Einsatzzeiten im defensiven Mittelfeld und im Sturmzentrum. Der in Augsburg geborene peruanische Nationalspieler Gruber ist bei seiner vorherigen Station, bei 1. FC Nürnberg, auf Anhieb voll durchgestartet. Er war einer der notenbesten Feldspieler und Kapitän. Dem Innenverteidiger ist zuzutrauen, sich schnell in der Bundesliga zurechtzufinden. Mit einer etwas längeren Eingewöhnungszeit ist bei Ruoppi im offensiven Mittelfeld zu rechnen. Der finnische U-21-Nationalspieler trug bisher in seinem Heimatland das Trikot von Kuopion PS, mit dem er in der Conference League bis in die Zwischenrunde kam. Gegen den Mainzer Gruppengegner Lech Posen schied er aus (0:2, 0:1).
Eine Ausnahme von der Verjüngungskur ist bei der Nummer 2 möglich. Nach dem Wechsel von Daniel Batz (35) zu Borussia Mönchengladbach und der Ausleihe von Lasse Rieß (24) an Fortuna Düsseldorf würde den 05ern ein erfahrener Keeper hinter Robin Zentner (31) guttun. Der aus dem Mainzer Regionalliga-Team hochgezogene Maximilian Kinzig (22) ist noch ohne Profierfahrung.

