In gut sechs Tagen schließt das Transferfenster. Für die Verantwortlichen von Bayer 04 bedeutet dies noch Schwerstarbeit. So können auf der Zu- und Abgangsseite insgesamt noch bis zu zehn Bewegungen erfolgen. Der kicker gibt einen Überblick.
Von Arthur bis Boniface
Nach dem Kader-Umbruch im Sommer 2025 hatten sich die Verantwortlichen bei Bayer 04 für die aktuelle Transferperiode vorgenommen, den Kader nur punktuell zu verstärken. Einen absoluten Transfer-Marathon wie vor Jahresfrist, als es insgesamt 38 Transferbewegungen mit Leverkusener Beteiligung gab, sollte es nicht erneut geben.
Dennoch steht den Machern des Werksklub ein alles andere als entspanntes Finale bis zum Deadline Day am Dienstag (20 Uhr) nächster Woche bevor. Sind doch auf der Zu- und Abgangsseite insgesamt bis zu zehn Deals realistisch.
Drei Deals stehen unmittelbar vor dem Vollzug
Unmittelbar vor dem offiziellen Vollzug stehen drei Transfers: So steht Rechtsaußen Moussa Diaby (27) von Al-Ittihad FC vor der Rückkehr nach Leverkusen für eine Ablöse von etwa 29 Millionen Euro. Der argentinische Weltmeister und Mittelfeldspieler Exequiel Palacios (27) wird sich Ipswich Town anschließen. Bei den Ablösemodalitäten (Fixsumme 22,5 Millionen Euro, 7,5 Millionen Euro an Boni) geht es nur noch um Details. Flügelstürmer Ernest Poku (22) wird vorbehaltlich des Medizinchecks zu Besiktas nach Istanbul wechseln. Leverkusen erhält für drei Millionen Euro Leihgebühr, zudem geht Besiktas eine Kaufpflicht in Höhe von 20 Millionen Euro ein. Eine Weiterverkaufsbeteiligung soll es ebenfalls für den Bundesligisten geben.
Neben Diaby sind noch zwei weitere Zugänge eingeplant. Definitiv ein Rechtsverteidiger. Hier ist Guela Doué (23, Racing Straßburg) der Wunschkandidat, allerdings auch mit wohl mindestens 30 Millionen Euro ein teurer. Der Ausgang der Verhandlungen mit dem Spieler, bei dem der FC Chelsea die Hand drauf hat, ist offen. Bayer 04 bereitet im Hintergrund natürlich mindestens einen Alternativkandidaten vor.
Vazquez denkt nicht an Abschied
Gleiches geschieht auch fürs defensive Mittelfeld für den Fall, dass neben Palacios auch Routinier und Ex-Kapitän Robert Andrich (31), dem mitgeteilt wurde, dass er gehen kann, den Klub verlässt. Drei Zugänge sind also noch realistisch, bei den Abgängen sind es gleich sieben.
Da eine neue Nummer 1 für die Rechtsverteidiger-Position kommen soll und zudem Routinier Lucas Vazquez (35), der im DFB-Pokal in Wiesbaden (4:0) eine gute Partie machte, nicht an einen Abschied denkt, würde Bayer noch zwei der drei verbleibenden Optionen für die rechte Defensivseite abgeben.
Noch zwei potenzielle Rechtsverteidiger dürfen gehen
Top-Talent Axel Tape (19) soll verliehen werden. Zudem könnte entweder Tim Oermann (22), der allerdings auch als Innenverteidiger spielen kann und damit eine flexibel einsetzbare Option darstellt, oder der Brasilianer Arthur (23) den Klub noch verlassen. Sowohl eine Leihe als auch ein Verkauf ist möglich. Gleiches gilt für den links als Außen- wie Innenverteidiger einsetzbaren Franzosen Jeanuel Belocian (21), für den es zahlreiche Interessenten auch aus der Bundesliga gibt.
Auch in der Offensive möchte Bayer 04 seinen Kader noch verschlanken. Dem offensiven Mittelfeldspieler Jonas Hofmann (34) würde der Klub trotz guter Vorbereitung keine Steine in den Weg legen und ablösefrei ziehen lassen. Nicht mehr auf der Verkaufsliste steht hingegen der bisherige Verkaufskandidat Martin Terrier (29). Zwar zeigen Stade Rennes und der OSC Lille Interesse an einer Leihe oder einem Kauf des Offensiv-Allrounders, der nach langer Verletzungspause in der Rückrunde auch in der Vorbereitung noch gehandicapt war. Allerdings sind beide Klubs nicht annähernd bereit, eine zweistellige Millionenablöse zu zahlen.
Aston Villa fragte wegen Kofane bei Bayer an, blitzte aber ab
Und auch noch ein Mittelstürmer darf Leverkusen verlassen. Top-Talent Christian Kofane (20), wegen dem Aston Villa bei Bayer 04 anklopfte, möchte der Klub allerdings nicht abgeben. Anders sieht es bei einer passenden Gelegenheit im Fall von Victor Boniface (25) aus. Der Nigerianer, der nach massiven Knie-Problemen inklusive Operation und einem verlorenen Jahr bei Werder Bremen sich nicht nur in Sachen Fitness deutlich besser präsentierte, ist ein Abgabekandidat.
Allerdings möchte ihn Bayer nicht mehr unter allen Umständen und nicht mehr zu einem symbolischen Preis verscherbeln. Vielmehr sieht man in dem nigerianischen Nationalspieler zumindest einen guten Joker, sodass man auch kein Problem damit hätte, wenn dieser bliebe. Doch als dritter Kandidat für die einzige zentrale Stürmerstelle in Leverkusen könnte Boniface für eine ordentliche Millionen-Ablöse gehen. Oder, was wahrscheinlicher ist, per Leihe, mit der er seinen Marktwert wieder hochschrauben könnte.

