Zum Inhalt springen Zur Seitenleiste springen Zur Fußzeile springen

Ten Hags Verzicht aufs Alibi: „Xabi hat hier eine super Basis gelegt“

An seinem ersten Trainingstag lobt Erik ten Hag seinen Vorgänger Xabi Alonso in höchsten Tönen. Dabei verzichtet der neue Werkself-Trainer darauf, sich den Umbruch als Alibi zurechtzulegen.

Niederländer schwärmt vom Vorgänger

Als Erik ten Hag am Montag um kurz nach halb drei mit seiner neuen Mannschaft den Trainingsplatz an der BayArena zum Trainingsauftakt betrat, signalisierte dies noch keine Aufbruchstimmung. Kein Wunder, waren unter den 20 Spielern doch mit Niklas Lomb, Arthur, dem 17-jährigen Toptalent Andrea Natali, Aleix Garcia, Ibrahim Maza, Jonas Hofmann, Amine Adli, Alejo Sarco und Victor Boniface nur neun aus dem Profi-Kader für die kommende Saison.

Xabi Alonsos Fußstapfen schrecken den neuen Trainer nicht

Dafür strahlte der neue Trainer nach der ersten Einheit Ambitionen, Zuversicht, aber auch Realitätssinn aus, als er sich den Journalisten zum Frage-und-Antwort-Spiel stellte. Mit dem Wissen, dass ihm der Kader mit den bisherigen und den noch folgenden Zugängen gute Möglichkeiten bieten wird, in Leverkusen erfolgreich zu arbeiten.

Dass er in die riesigen Fußstapfen von Xabi Alonso tritt, der als sein Vorgänger den Klub mit dem Gewinn des Doubles 2024 auf eine andere Ebene hob, belastet den Niederländer dabei nicht.  „Darüber mache ich mir keine Gedanken“, entgegnet der 55-Jährige und verweist auf seine Stationen in Amsterdam und in der Premier League, wo sich der Anspruch nahe oder am Maximum bewegte: „Ich bin bei Ajax eingestiegen, wo es hohe Ambitionen gab, und bei Manchester United, wo es noch höhere Ambitionen gab.“

„Sie wissen hier in Leverkusen, wie man Pokale und Titel gewinnt. Darauf will ich aufbauen.“ (Erik ten Hag)

Vielmehr sieht er das Erreichte als gute Vorarbeit für sein Wirken. „Sie wissen hier in Leverkusen, wie man Pokale und Titel gewinnt. Und ja, ich will hier darauf aufbauen“, sagt ten Hag offensiv und lobt seinen Vorgänger: „Xabi hat natürlich hier eine super Basis gelegt.“

Gerade angesichts des massiven personellen Umbruchs eine bemerkenswerte Aussage: Schließlich hätte ten Hag darauf verweisen können, dass der Mannschaft durch den Verlust der Leistungsträger Jonathan Tah, Jeremie Frimpong und besonders Florian Wirtz genau diese Basis genommen wurde. Doch der neue Trainer verzichtet auf den Aufbau von Alibis.

Der Niederländer traf sich mit Vorgänger Xabi Alonso

Mit Xabi Alonso hat sich ten Hag intensiv ausgetauscht. „Wir haben uns getroffen. Wir haben gesprochen und kennen uns auch aus unserer Bayern-Zeit“, sagt der Niederländer, der von 2013 bis 2015 die Zweitvertretung der Bayern coachte, als Xabi Alonso (2014 bis 2017) beim Rekordmeister kickte.

Auf den 43-Jährigen hält der Routinier große Stücke. „Ich habe natürlich allen Respekt. Erstmal Kompliment, was er hier geleistet hat. Auch was er schon in Madrid leistet bei der Klub-WM. Ich wünsche ihm alles Gute. Ich wünsche ihm viel Erfolg, erstmal im Halbfinale.“

„Mit dem Wind von gestern kann man heute nicht mehr segeln.“ (Erik ten Hag)

Über die Erkenntnisse aus dem Gespräch („Das sage ich nicht“) will sich der neue Werkself-Trainer, der jegliche mögliche Unterstützung nutzen möchte, nicht äußern. Nur die Bewunderung für Xabi Alonsos Spielstil verbirgt ten Hag nicht. „Das Einzige, was ich erzählen kann“, sagt er, „ich habe nicht nur vor dem Ergebnis, das er erzielt hat, sondern aber auch von der Art und Weise Respekt. Und die hat, glaube ich, viele Leute gefreut. Nicht nur die Leverkusener Fans, sondern auch viele andere Fans.“

Ten Hag selbst ist auch maximal ambitioniert. Wobei er dann doch darauf hinweist, dass die Erfolge der Vergangenheit heute nicht mehr helfen. „Was Bayer Leverkusen die letzten zwei Jahre geleistet hat, war überragend. Sie haben eine Serie gebrochen im deutschen Fußball. Sie haben es geschafft, Bayern zu schlagen und das war wunderbar“, schwärmt er, betont aber: „Aber das war die Vergangenheit. Jetzt müssen wir wieder bei null beginnen. Mit dem Wind von gestern kann man heute nicht mehr segeln.“

„Jeder fängt bei null an, auch ich.“ (Erik ten Hag)

Diese Konstellation nach einer so erfolgreichen Ära sieht er auch als Chance an. „Jeder fängt an null an, auch ich. Und wir müssen zusammen arbeiten“, fordert er. Die Voraussetzungen dafür, dass dies gelingt, sieht er trotz aller Veränderungen als gegeben an. „Viele Spieler hier, aber auch Leute mit hohen Kompetenzen im Verein haben zu dem Erfolg beigetragen. Das heißt, sie haben Qualität. Und ich bin sicher, sie werden uns helfen, um weiterhin oben mitzuspielen und wieder eine neue Mannschaft aufzubauen.“ Das Zeichen zum Aufbruch hat ten Hag mit der nötigen Prise Realitätssinn dafür bereits gegeben.

Hinterlasse einen Kommentar

0.0/5