Bei der Weltmeisterschaft wollte sich Miro Muheim mit der Schweiz auf der ganz großen Bühne präsentieren, patzte aber erst und verletzte sich dann – das könnte nun auch Auswirkungen auf die Zukunft des HSV-Verteidigers haben.
Verletzung könnte Auswirkung auf die Zukunft haben
Für den WM-Traum war Miro Muheim an Grenzen gegangen, seit seinem Debüt aber entwickelt sich dieser zum Albtraum – auch mit Folgen für die Zukunft beim Hamburger SV? Mitte April hatte der Verteidiger aus dem Nord-Derby bei Werder Bremen (1:3) eine Syndesmoseverletzung davongetragen, war ungewöhnlich schnell zum Saison-Finale in Leverkusen (1:1) zurückgekommen, um mit der Schweiz bei der Endrunde dabei zu sein. Seitdem aber läuft für den 28-Jährigen beinahe alles schief, was nur schieflaufen kann.
Es geht um die Frage: Verlängern oder verkaufen?
Muheim hatte beim Schweizer Turnierstart gegen Katar (1:1) als Defensiv-Joker, der die Führung über die Zeit bringen sollte, ein unglückliches Eigentor produziert, war danach in den Sozialen Netzwerken derartig angefeindet worden, dass er die Kommentarfunktion auf seinem Instagram-Account eingeschränkt hat. Tags darauf verletzte sich der 28-Jährige dann an der Wade. Ausgerechnet beim Training der Reservisten erwischte es den Linksverteidiger.
Das zweite Gruppenspiel, den überzeugenden 4:1-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina, verpasste Muheim, und dürfte auch für das Gruppenfinale am kommenden Mittwoch gegen Kanada ausfallen. Eine genaue Diagnose hat der Schweizer Fußballverband nicht vermeldet, wahrscheinlich aber erscheint: Muheims Chancen, während der Weltmeisterschaft nochmal ins Geschehen eingreifen zu können, sind stark abhängig davon, wie lange die Eidgenossen im Turnier verbleiben.
Die Entwicklung um Muheim in den USA und Kanada verfolgen auch die Hamburger Verantwortlichen. Denn: Der 2021 aus St. Gallen gekommene Nationalspieler ist für Sportdirektor Claus Costa ein ganz wichtiges Puzzleteil in den Personalplanungen. Für die Schienenpositionen hat der HSV mit Bakery Jatta (rechts) und eben Muheim (links) derzeit nur jeweils einen gestandenen Profi im Kader. Der Vertrag des Schweizers endet zudem 2027. Das bedeutet: Für ihn und um ihn herum steht eine Grundsatzentscheidung an.
Komplizierte Gesamtsituation
Obwohl er in seiner ersten Bundesliga-Saison im Rückwärtsgang mitunter Schwächen offenbart hat, gibt es für ihn mit seinem starken linken Fuß, den er gewinnbringend auch als Standardschütze einsetzt, einen Markt. Ein Jahr vor Vertragsende geht es daher um die Grundsatzfrage: Verlängern oder verkaufen? Für beide Parteien. Die Wertschätzung für Muheim in Hamburg ist groß, ablösefrei aber soll er in zwölf Monaten keineswegs ziehen gelassen werden. Das verkompliziert die Gesamtsituation. Denn seinen Marktwert wird er bei dieser WM, Stand jetzt, nicht mehr erhöhen.

