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So geht Lichte seine 90 Chef-Minuten in Gladbach an

Bevor Borussia Mönchengladbach in der Länderspielpause einen neuen Trainer vorstellen will, liegt es an Jan-Moritz Lichte, im vierten Anlauf Zählbares mitzunehmen. Der Interimstrainer setzt besonders bei den Themen Fehlervermeidung und Überzeugung an.

Schröder fordert Resilienz – auch von den Fans

Dass Spiel eins nach Eugen Polanski auch das vorerst einzige von Jan-Moritz Lichte als Interimstrainer von Borussia Mönchengladbach bleibt, steht fest. In der Länderspielpause will Rouven Schröder eine neue Lösung präsentieren, Lichte soll dann wieder ins zweite Glied rücken. Zunächst liegt für den 46-Jährigen aber der volle Fokus auf dem Duell mit seinem Ex-Verein. Am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ist Mainz 05 zu Gast bei der noch punktlosen Borussia.

Eine Partie, die alles andere als ein Lückenfüller bis zum endgültigen Trainerwechsel sein soll, wie Sportdirektor Schröder klarmachte. „Das Spiel ist elementar wichtig“, betonte er, ohne es zu hoch hängen zu wollen. Doch die Gladbacher lechzen nach einem Erfolgserlebnis.

Schröder: „Wir müssen den Arsch hochkriegen“

„Wir sind gerade in dieser Abtauchphase, erklären relativ viel, warum was nicht funktioniert, was passiert ist und so weiter“, sagte Schröder am Donnerstag auf der Pressekonferenz. Genau aus dieser wollen die Fohlen rauskommen. „Wir müssen den Arsch hochkriegen, das ist ganz wichtig“, formulierte Schröder deutlich und hofft dabei auch auf die Unterstützung der Fans. „Wir brauchen auch auf den Rängen eine gewisse Resilienz, wenn etwas nicht funktioniert“, erklärte er und sprach davon, dass gerade der Zusammenhalt die Gladbacher immer wieder stark gemacht habe.

Taktisch und personell bekommt Lichte für die Aufgabe, den Aufschwung einzuleiten, „alle Freiheiten“ von den Verantwortlichen. „Wir dürfen alles durchdenken“, erklärte der Interimstrainer, was allerdings nicht heißt, dass in Gladbach nun alles über den Haufen geworfen wird. „Wenn man die Spiele anguckt, haben wir strukturell über viele Minuten in den drei Spielen gute Sachen gemacht. Wir hatten dann immer wieder Phasen dabei, wo wir Fehler gemacht haben“, fasste Lichte die Ursachen für den schwachen Start zusammen und betonte, dass es nicht an der Haltung oder Einstellung der Spieler hapert.

Fehler sollen vermieden, Einbrüche verhindert werden

Fehlervermeidung und auch das Verhindern von Einbrüchen stehen daher ganz oben auf seiner Liste. Immer wieder ließen sich die Gladbacher von Rückschlägen völlig aus dem Konzept bringen. Gegen Elversberg verspielte die Mannschaft ein 3:1, beim 0:5 in Freiburg fielen die ersten beiden Gegentreffer innerhalb von sechs, die weiteren drei innerhalb von neun Minuten.

„Wir haben in dieser Woche versucht, daran zu arbeiten, was passiert, wenn wir in eine Situation kommen, in der wir Fehler machen und es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen“, verriet Lichte mit Blick auf genau diese zwischenzeitlichen Ausfälle der Mannschaft und nannte auch das Stichwort Überzeugung. Immer dann, wenn diese abhandenkam, sei die Leistung schlechter geworden. „Den Rest der Zeit haben wir, finde ich, auch guten Fußball gespielt, uns Chancen erarbeitet und hätten hier gegen Elversberg definitiv gewinnen können“, blickte der Interimstrainer zurück.

Hashioka kehrt zurück, Konoplia fehlt

Nun liegt es an Lichte, aus der Theorie auch Praxis werden zu lassen und im besten Fall den ersten Dreier der Saison zu holen. Wie er seine Freiheiten nutzt und es personell angeht, ließ er bewusst offen. Einzig, dass Moritz Nicolas die Nummer 1 bleibt und Isac Lidberg den gesperrten Kapitän Tim Kleindienst ersetzen wird, war ihm zu entlocken. Während das Spiel für Yukhym Konoplia nach seinem Innenbandriss im Knie noch etwas zu früh kommt, kehrt Daiki Hashioka nach Nackenstauchung in den Kader zurück und ist auch für die Startelf wieder eine Option.

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